19.03.2021 | Presseinfo Nr. 10

Kalte Töpfe, leere Tische?

Gastronomie sucht auch in Pandemiezeiten Auszubildende!
 

Wie man sich als Unternehmen in Pandemiezeiten gut auf die geänderten Rahmenbedingungen im Ausbildungsablauf und in der Azubi-Gewinnung einstellen kann, dazu berichtet Herr Christopher Rinke vom Landgasthof zur krummen Linde, Hohen Neuendorf. Hier ist es im vergangenen Jahr trotz Pandemie gelungen, die Auszubildenden gezielt zu begleiten.

Herr Rinke, wie entwickelte sich bisher Ihr Unternehmen hinsichtlich der Ausbildungsstruktur?

Über die Jahre hinweg konnte die Zahl der Auszubildenden stetig gesteigert werden. Um langfristig ausreichend Fachkräfte an Board zu haben, ist trotz der Pandemie eine kontinuierliche Fortführung der Ausbildung notwendig. Unterstützung erhalte ich dabei hauptsächlich von der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit Neuruppin aber auch durch meine gute Vernetzung und einen großen Bekanntenkreis. Die „Mundpropaganda“ ist bei der Gewinnung von Auszubildenden für die Gastronomie auch heutzutage nicht zu unterschätzen.

Wie ist es Ihnen gelungen, im Jahr 2020 mit vier Azubis einen Ausbildungsvertrag zu schließen?

Zum einen durch den direkten Eingang von Bewerbungen und zum anderen durch die Unterstützung der Agentur für Arbeit Neuruppin, die mir konkrete Bewerbervorschläge zukommen lassen hat. Außerdem habe ich erfolgreich Praktika angeboten, damit die jungen Leute rein schnuppern konnten. In Pandemiezeiten nicht immer leicht in der Umsetzung, aber möglich!

Wie wurden bzw. werden die Azubis während der Pandemie betreut und weiter ausgebildet?

Die Ausbildungspläne wurden zum Teil angepasst, der Einsatz in einigen Abteilungen konnte vorgezogen werden - z.B. Weinschulungen o.ä. Aber auch die Ausgabe von Informationsmaterialien zu bestimmten Themenfeldern gehörte dazu, um eine Kontinuität in der Ausbildung zu gewährleisten.

Welche zusätzliche Unterstützung bieten Sie als Arbeitgeber Ihren Azubis an, um einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu gewährleisten?

Den Auszubildenden muss Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben werden, das heißt: „Rein ins kalte Wasser“. Die zukünftigen Fachkräfte werden an der Vorbereitung von Feierlichkeiten sowie in die direkte Kommunikation mit dem Gast von Anfang an eingebunden. Wir bieten themenspezifische Schulungen z.B. zur Gläserkunde und auch Wiederholungen zur Festigung der Lerninhalte an. Ausbildungsinhalte, die wir nicht vermitteln können, werden über Praktika bei anderen Unternehmen organisiert.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung können unsere Azubis vom rustikalen Restaurantbetrieb bis zur gehobenen Gastronomie Erfahrungen vorweisen (u.a. flambieren, tranchieren, filetieren) und sind gut gerüstet für ihren Berufsstart.

Was ist in Ihrem Unternehmen für das diesjährige Ausbildungsjahr 2021 geplant und was ist Ihr Geheimnis der erfolgreichen Begleitung Ihrer Nachwuchskräfte?

Wir werden den guten Kontakt zur Agentur für Arbeit Neuruppin weiter nutzen, um unsere Ausbildungsstellen zu besetzen. Die Agentur für Arbeit ist eine wichtige Säule bei der Akquirierung von Azubis. Außerdem zeichnet sich unser Unternehmen durch einen sehr familiären Kontakt zu den Azubis und entsprechendes Einfühlungsvermögen aus, wenn mal etwas nicht rund läuft. In den letzten 12 Monaten gab es ja für alle jede Menge Herausforderungen. Durch den engen Kontakt werden Probleme frühzeitig erkannt, bei der Lösungsfindung unterstützen wir aktiv und der Spaß an der Arbeit wird gefördert. Das sind wohl die wesentlichen Zutaten zu unserem Erfolgsrezept.