28.10.2021 | Presseinfo Nr. 47

Ausbildungsmarkt 2020/2021 – Agentur für Arbeit Neuruppin zieht Bilanz

• Ausbildungsmarkt zeigt sich trotz aller Widrigkeiten robust
• Ausbildungsbereitschaft in der Region weiterhin hoch – mehr gemeldete Ausbildungsstellen als im Vorjahr
• hohe Bereitschaft von Jugendlichen eine Ausbildung aufzunehmen

„Das war wieder ein besonderes Jahr für alle Beteiligten am Ausbildungsmarkt. Alle, die auf dem Ausbildungsmarkt agieren, sind auf Grund der anhaltenden pandemischen Lage näher zusammengerückt und haben gemeinsam nach kreativen Lösungen gesucht – und diese auch gefunden – um Jugendliche bei der Ausbildungssuche zu unterstützen. Mein Dank geht besonders an die Schulen, die immer wieder der Berufsberatung der Agentur für Arbeit die – auch digitale – Tür geöffnet haben, aber auch an unsere Partnerinnen und Partner am Ausbildungsmarkt, die uns insbeson-dere durch den „Sommer der Ausbildung“ begleitet haben.


Der Ausbildungsmarkt hat sich während der Corona-Pandemie als robust erwiesen. Betriebe im Agenturbezirk setzen weiter auf Ausbildung – das ist ein gutes Signal für die Jugendlichen in unserer Region. Regionale Betriebe wissen, dass der Weg zur Fachkraft nur über die Investition in betriebliche Ausbildung geht. Daher ein großes Lob an Unternehmen, die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.


Jugendliche fragen die Beratung weiter nach, interessieren sich für Ausbildung in Berlin und Brandenburg. Auch wenn sich weniger Jugendliche bei uns gemeldet haben, stimmen mich die ersten Nachrichten der Kammern zu den eingetragenen Aus-bildungsverhältnissen optimistisch. Jugendliche haben gerade im Sommer, als die Pandemie wieder Kontakt zu Betrieben zuließ, sich direkt beworben: Das wird sich in den Eintragungen aus meiner Sicht widerspiegeln. Und: Es spricht sich doch wie-der stärker rum, welche attraktive Ausbildung hier angeboten wird, das sollte auch Betriebe für das nächste Jahr ermuntern, immer wieder um Jugendliche zu werben“, so Beate Kostka, Vorsitzende der Neuruppiner Arbeitsagentur.


Der Ausbildungsmarkt 2020/2021 im Agenturbezirk im Überblick


Im Beratungsjahr 2020/2021 haben die Unternehmen im Agenturbezirk Neuruppin 2.820 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren 35 mehr als im Beratungsjahr 2019/2020.
Demgegenüber haben sich insgesamt 2.440 Jugendliche aus den vier Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Havelland und Oberhavel bei der Agentur für Arbeit Neuruppin gemeldet und nach einer Ausbildung oder einem Studienplatz gesucht. Das sind 240 Jugendliche weniger als 2019/2020.

Nach Abschluss des aktuellen Beratungsjahres am 30. September 2021 gab es in den vier Landkreisen des Agenturbezirkes Neuruppin noch 205 Jugendliche, die auf der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz gemeldet waren, 70 weniger als noch im Beratungsjahr 2019/2020, und 424 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen, 126 weniger als im Beratungsjahr 2019/2020.


Jedem noch unversorgten Jugendlichen stehen somit im Agenturbezirk Neuruppin rechnerisch 2,07 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.
Die Chancen, doch noch einen Ausbildungsvertrag zu erhalten, stehen also weiterhin gut und eine Fortsetzung der Ausbildungssuche lohnt sich. Ausbildungsverträge werden von den Kammern weiterhin eingetragen.


Landkreis Havelland – Hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe – beste Chancen für Junge Menschen im Havelland!


Im Havelland konnte im Beratungsjahr 2020/2021 das Niveau der gemeldeten Aus-bildungsstellen aus dem Vorjahr leicht gesteigert werden. Die Betriebe im Havelland haben im Berichtsjahr 2020/2021 insgesamt 831 Ausbildungsstellen gemeldet, 2 mehr als im Vorjahr.
Demgegenüber haben sich in diesem Landkreis 664 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit Neuruppin gemeldet und nach einer Ausbildung oder einem Studienplatz gesucht. Das sind 85 Jugendliche weniger als 2019/2020.


Rechnerisch entfielen im Landkreis Havelland auf jeden Bewerbenden 1,25 Ausbildungsstellen.


Nach Abschluss des aktuellen Beratungsjahres am 30. September 2021 gab es im Havelland noch 54 Jugendliche, die auf der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz waren, 21 weniger als noch im Beratungsjahr 2019/2020, und 132 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen, 37 weniger als im Beratungsjahr 2019/2020.
Jedem noch unversorgten Jugendlichen stehen somit im Havelland rechnerisch 2,44 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.


Im Havelland spiegeln sich bei den TOP 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen vor allem auf den ersten Plätzen die Berufe aus dem gesamten Agenturbezirk Neuruppin wider. Mit den Big-Playern am Ausbildungsmarkt in der Logistikbranche werden im Havelland aber auch vor allem Auszubildende für die Berufe Kaufmann/frau – Spedition/Logistikdienstleistungen und Berufskraftfahrer/in gesucht.

Landkreis Oberhavel – Marktausgleich gut gelungen – Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen!


Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Landkreis Oberhavel ist mit 653 (-1,5 % im Vergleich zum Vorjahr) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Die Bewerberzahl ist im Vergleich zum Vorjahr in diesem Landkreis um 101 Bewer-berinnen und Bewerber gesunken. So haben sich im Verlauf des Berichtsjahres 2020/2021 880 Bewerbende für eine Ausbildungsstelle gemeldet, damit fragen Jugendliche immer noch auf einem guten Niveau eine duale Ausbildung nach.


Trotz der weiter anhaltenden schwierigen Bedingungen, besonders zu Beginn des Jahres, ist der Marktausgleich für die Jugendlichen im Berichtsjahr gut gelungen. Es sind per 30.09.2021 noch 100 Jugendliche unversorgt geblieben, 17 weniger als im Vorjahr. Demgegenüber stehen 65 unbesetzte Ausbildungsstellen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 42 (39,3%) gesunken.


Jedem noch unversorgten Jugendlichen stehen somit im Landkreis Oberhavel rech-nerisch 0,65 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.


Auch im Landkreis Oberhavel spiegeln sich bei den TOP 10 der gemeldeten Ausbil-dungsstellen eine breite Berufspalette für Jugendliche wieder. Neu unter den Top 10 der gemeldeten Stellen findet sich der der/die Berufskraftfahrer/in, auch bei den Be-rufswünschen der Jugendlichen ist dieser für die Logistik so wichtige Beruf neu dabei.


Landkreis Ostprignitz-Ruppin – mehr Ausbildungsstellen als letztes Jahr gemeldet, deutlich weniger unbesetzte Ausbildungsstellen – gute Chancen für Jugendliche im Landkreis und für die Arbeitgeber haben sich die Bemühungen gelohnt!


Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin haben die Unternehmen 772 Ausbildungsstellen ge-meldet, das waren 6 mehr als im Beratungsjahr 2019/2020.


Demgegenüber ist die Bewerberzahl im Landkreis im Vergleich zum Vorjahr um 32 gesunken. So haben sich im Verlauf des Berichtsjahres im Landkreis Ostprignitz-Ruppin 566 Bewerbende für eine Ausbildungsstelle gemeldet.


Rechnerisch entfielen im Landkreis auf jeden Bewerbenden 1,36 Ausbildungsstellen.
Nach Abschluss des aktuellen Beratungsjahres am 30. September 2021 gab es in Ostprignitz-Ruppin noch 37 Jugendliche, die auf der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz waren, 32 weniger als noch im Beratungsjahr 2019/2020, und 115 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen, 54 weniger als im Beratungsjahr 2019/2020. Das entspricht einen prozentualen Rückgang von 32% zum Vorjahr.


Jedem noch unversorgten Jugendlichen stehen somit in Ostprignitz-Ruppin rechnerisch 3,1 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Wie in den Landkreisen Havelland und Oberhavel spiegeln sich bei den TOP 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen auch in Ostprignitz-Ruppin vermehrt die Berufe aus dem gesamten Agenturbezirk Neuruppin wieder.


Als regionale Besonderheit wurden im Landkreis Ostprignitz-Ruppin 30 Ausbildungs-stellen als Forstwirt/in gemeldet.


Landkreis Prignitz – starker Ausbildungslandkreis – gute Perspektiven für Jugendliche, bleiben und kommen lohnt sich!


Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Landkreis Prignitz um 7,0% gestiegen. Die Betriebe des Landkreises haben im Berichtsjahr insgesamt 564 Ausbildungsstellen gemeldet, 37 mehr als im Vorjahr.


Es haben sich im Landkreis Prignitz 330 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit Neuruppin gemeldet und nach einer Ausbildung oder einem Studienplatz gesucht. Das sind 22 Jugendliche weniger als 2019/2020.


Rechnerisch entfielen im Landkreis Prignitz auf jeden Bewerbenden 1,71 Ausbil-dungsstellen.


Nach Abschluss des aktuellen Beratungsjahres am 30. September 2021 gab es in der Prignitz lediglich 14 Jugendliche, die auf der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz waren, 18 weniger als noch im Beratungsjahr 2019/2020, und 112 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen, 7 mehr als im Beratungsjahr 2019/2020.
Jedem noch unversorgten Jugendlichen stehen somit in der Prignitz rechnerisch noch 8 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.


Bei den TOP 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen wird abweichend von der Gesamtbetrachtung des Agenturbezirkes die besondere Unternehmenslandschaft des Landkreises erkennbar. Diese ist vor allem auch vom Tourismus und der damit einhergehenden Gastronomie und der Industrie geprägt ist. So werden in der Prignitz vor allem auch Stellen als Koch/Köchin, Hotel- und Restaurantfachfrau/mann sowie Elektroniker/in für Betriebstechnik, Industrie- und Werkzeugmechaniker/in gemeldet.

Ausbildungsstart nicht nur am 01. September 2021! Chancen sind weiter vorhanden! – Nachvermittlungsaktion gut gelungen


Auch in diesem Jahr haben sich die Auswahlprozesse Corona bedingt nach hinten verschoben. Ein Grund mehr, im Oktober 2021 zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) im Rahmen einer telefo-nischen Nachvermittlungsaktion alle bis dahin unversorgten Jugendlichen anzusprechen und konkrete Ausbildungsangebote zu unterbreiten. Es wurden 67 Jugendliche zu telefonischen Beratungsgesprächen eingeladen, 10 meldeten sich zusätzlich über die regionale Telefonhotline. 59 Jugendliche nahmen das Angebot an. Gemeinsam und dank einer guten Vorbereitung und Zusammenarbeit mit der IHK und HWK konnten den teilnehmenden Jugendlichen insgesamt 163 Ausbildungsplatzangebote und 8 Einstiegsqualifizierungen unterbreitet werden.


„Ein tolles Ergebnis! Und es geht auch noch weiter bis Ende des Jahres. Bewerberinnen und Bewerber sollten nicht aufgeben, sich weiter bewerben und sich dabei ggf. auch für Ausbildungsberufe jenseits ihres Traumberufes öffnen“, erklärt Kostka.


Wie entwickelt sich der Ausbildungsmarkt im Jahr 2022 – eine erste Einschätzung für die Region


„Natürlich gibt es immer wieder unbekannte Faktoren in der Entwicklung, ob Preissteigerungen, Lieferkettenprobleme, konjunkturelle Eintrübungen, da fallen uns viele Dinge ein. Ich bin da eher optimistisch. Aber die Betriebe haben hier in der Pandemie ein Zeichen für Ausbildung gesetzt und melden uns jetzt schon viele Stellen für das nächste Ausbildungsjahr“, so Beate Kostka abschließend.