02.03.2022 | Presseinfo Nr. 10

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Neuruppin

  • Arbeitsmarkt zeigt sich in allen vier Landkreisen robust
  • Arbeitslose ohne Berufsabschluss – Agentur unterstützt – Zukunft starten mit Qualifizierung
  • weiterhin starke Personalnachfrage – 5.794 offene Stellen
  • weniger Anzeigen für Kurzarbeit als im Vormonat – Verlängerung Sonderregelungen bis 30. Juni 2022
  • mehr Ausbildung wagen! – gute Chancen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt

Im Februar sind 16.176 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vormonat Januar 2022 waren es 39 mehr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Januar unverändert und liegt weiterhin bei 5,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,4 Prozent. Im Februar 2021 waren noch 2.700 Menschen mehr auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Der deutliche Rückgang zum Vorjahr ist insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung mit 22,8 Prozent zu beobachten. In der Grundsicherung gab es einen Rückgang von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im aktuellen Monat haben sich 2.974 Menschen neu arbeitslos gemeldet. Demgegenüber konnten in diesem Monat 3.022 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

„Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Februar in allen vier Landkreisen weiterhin robust – so sinkt die Arbeitslosigkeit in unserem Agenturbezirk leicht. Ich freue mich, dass sich aktuell ein pandemiebedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht beobachten lässt. Im Gegenteil: Insgesamt konnten in diesem Monat 200 Menschen mehr eine Erwerbstätigkeit aufnehmen als noch im Januar. Das gelingt vor allem Menschen, die einen Berufsabschluss haben“, führt Beate Kostka, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neuruppin, aus.

Keinen Berufsabschluss haben im Agenturbezirk Neuruppin 41,5 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Bei den arbeitslos gemeldeten Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren ist der Anteil ohne Berufsabschluss mit rund 75 Prozent besonders hoch (im Bereich der Arbeitslosenversicherung rund 62 Prozent und im Bereich der Grundsicherung rund 85 Prozent). Gerade für sie bietet sich jetzt der Einstieg in eine betriebliche Ausbildung an. Das Angebot der regionalen Betriebe ist groß und vielfältig – unsere Arbeitsvermittlung arbeitet eng mit der Berufsberatung zusammen.

„Unsere Erfahrung zeigt, dass Menschen mit Berufsabschluss bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben und mittel- und langfristig höhere Löhne erzielen. Wir unterstützen Menschen in unserer Region, wenn es darum geht, sich beruflich noch einmal neu zu entwickeln oder Abschlüsse nachzuholen. Auch Betriebe können sich hier engagieren und entweder arbeitslosen Menschen Perspektiven bieten oder aber ihre Beschäftigten weiterqualifizieren. Wir unterstützen gerne sehr individuell“ ermutigt die Leiterin der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Anhaltend starke Personalnachfrage – 5.794 offene Stellen

Im Monat Februar wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 1.279 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 462 bzw. 56,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat Februar 2021. Aktuell sind 5.794 offene Stellen im Bestand. Die Stellenmeldungen erfolgten in diesem Monat insbesondere im Bereich des Handels, der Arbeitnehmerüberlassung, der öffentlichen Verwaltung / Sozialversicherung, des verarbeitenden Gewerbes sowie des Gesundheits- und Sozialwesens.

„Die Personalnachfrage setzt ihren schwungvollen Aufwärtstrend fort. So sind auch im Februar Auswirkungen der pandemischen Einschränkungen bei der Personalnachfrage in unseren vier Landkreisen nicht zu beobachten – im Gegenteil: Im Februar wurden 61,5 Prozent mehr Stellen gemeldet als im Vormonat. Die Nachfrage ist anhaltend hoch. Für uns ein gutes Signal, dass die regionalen Unternehmen verstärkt Arbeits- und Fachkräfte nachfragen. Das heißt, die Chancen zur Arbeitsaufnahme sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiterhin gut und vor allem auch in unterschiedlichsten Berufsfeldern gegeben,“ erläutert Beate Kostka weiter.

Weniger Neuanträge Kurzarbeit  

Das Instrument Kurzarbeit wird weiterhin genutzt und trägt somit zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Vor Beginn von Kurarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Die Neubeantragung von Kurzarbeit nimmt im Februar 2022 im Vergleich zum Vormonat ab und ist nicht mit dem Vorjahresniveau zu vergleichen, als weite Teile des Einzelhandels, der Gastronomie und anderer Branchen geschlossen hatten. Im Agenturbezirk Neuruppin wurden im Februar 2022 88 neue Anzeigen für 890 Beschäftigte gestellt. Im Vormonat Januar 2022 waren es 199 Anzeigen für 1.324 Beschäftigte. Im Vorjahr Februar 2021 zeigten 302 Betriebe für 2.365 Beschäftigte Kurzarbeit an. Zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit liegen momentan Daten für den Monat August 2021 vor – insgesamt arbeiteten 2.104 Menschen in 583 Unternehmen kurz.

„Das Arbeitsmarktinstrument Kurzarbeit hat sich bewährt und wird auch in unseren vier Landkreisen durch die anhaltende pandemische Lage und den damit einhergehenden Maßnahmen, aber auch saisonbedingt, weiter in Anspruch genommen. Durch Kurzarbeit wird Arbeitslosigkeit verhindert und Betriebe können ihre Arbeitskräfte halten. Daher und auf Grund der nicht absehbaren Entwicklung der Pandemie in den kommenden Monaten hat die Bundesregierung die erneute Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld bis zum 30. Juni 2022 beschlossen. Mit der Fortführung der Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld wird sichergestellt, dass Beschäftigungsverhältnisse auch im 2. Quartal stabilisiert sowie Arbeitslosigkeit und Insolvenzen vermieden werden können“, erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Neuruppin zum Thema Kurzarbeit.

„Mehr Ausbildung wagen!“ – Gute Chancen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt

Unter dem Motto „Mehr Ausbildung wagen!“ startet am 14. März 2022 die bundesweit stattfindende „Woche der Ausbildung“. Gemeinsam mit den Kammern werden Jugendliche und auch Arbeitgeber gezielt zu den Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Region und zu Unterstützungsmöglichkeiten beraten.

So ist die Agentur für Arbeit Neuruppin in dieser Aktionswoche aktive Begleiterin bei „Komm auf Tour“ im Landkreis Ostprignitz-Ruppin und unterstützt Jugendliche, Eltern und Schulen. In der Prignitz findet am 15. März von 10 bis 16 Uhr ein offener Telefonsprechtag für Jugendliche, aber auch Eltern, aus der Region statt und die Berufsberatung der Landkreise Havelland und Oberhavel führen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Berlin Nord sowie der Jugendberufsagentur Berlin und den ansässigen Kammern am 17. März 2022 eine digitale Messe über die Plattform www.mach-es-in-brandenburg.de durch. Mit einem Klick – oder in der Prignitz mit einem Anruf – sind die Jugendlichen live dabei und werden individuell und umfassend beraten.

„Unter Berücksichtigung der pandemiebedingten Herausforderungen, die die Betriebe zu bewältigen haben, ist die Ausbildung als einer der wichtigsten Schlüssel zur vorausschauenden Fachkräftesicherung zu sehen. Die Jugendlichen sollen wissen, dass die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt in unserer Region nach wie vor sehr gut sind. Unternehmen halten an ihrem Ausbildungsangebot fest, wollen die Jugendlichen kennenlernen und warten auf deren Bewerbung“, so Beate Kostka über die Situation am Ausbildungsmarkt.

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen oder sich beraten lassen möchten, können sich an die Berufsberatung wenden:

Oberhavel und Havelland:

Ostprignitz-Ruppin und Prignitz:

Unternehmen, die Auszubildende suchen, können sich an den Arbeitgeber-Service wenden:


Zahlen, Daten, Fakten 

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand Juni 2021 sind 168.305 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 2,0 Prozent oder 3.249 Personen im Vergleich zum Juni 2020.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 2.071 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 632 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind der Handel, die Arbeitnehmerüberlassung, die öffentliche Verwaltung / Sozialversicherung, das verarbeitende Gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. 

Arbeitslose

Im Februar 2022 waren 16.176 Personen arbeitslos gemeldet, 39 weniger als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.700 Personen gesunken. 6.542 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 9.634 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt 5,5 Prozent und ist unverändert im Vergleich zum Vormonat. Im Februar 2021 betrug die Arbeitslosenquote noch 6,4 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in den Landkreisen Havelland und Oberhavel im Vergleich zum Vormonat gestiegen. In der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin dagegen gesunken. Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 4,8 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 7,2 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbeschäftigung

Im Februar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 21.065 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 7,1 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie 8,0 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 758 Personen. An einer beruflichen Weiterbildung nehmen aktuell 489 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 755 Personen.

Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Arbeit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 331 Personen an diesem Programm teil.

An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 377 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.