03.05.2022 | Presseinfo Nr. 22

Nordwestbrandenburger Arbeitsmarkt stabil - Arbeitslosigkeit sinkt weiter in den Landkreisen HVL, OHV, PR und OPR

  • Dämpfende Effekte des Ukraine-Krieges führen noch zu keiner Trendumkehr am Arbeits- und Ausbildungsmarkt
  • Mehr als 6000 offene Stellen – Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch
  • gute Ausbildungschancen für Jugendliche in der Region – Gespräche mit der Berufsberatung, Messen und digitale Angebote nutzen

Im April sind 15.280 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vormonat März 2022 waren es 383 mehr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum März um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt aktuell bei 5,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,0 Prozent. Im April 2021 waren noch 2.426 Menschen mehr auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Der deutliche Rückgang zum Vorjahr ist insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung mit 20,4 Prozent zu beobachten. In der Grundsicherung gab es einen Rückgang von 9,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im aktuellen Monat haben sich 2.782 Menschen neu arbeitslos gemeldet. Demgegenüber konnten in diesem Monat 3.143 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

„Die Arbeitslosigkeit sinkt in allen vier Landkreisen unseres Agenturbezirkes weiter. Der positive Trend setzt sich trotz des Ukraine-Krieges vorerst auf dem regionalen Arbeitsmarkt fort. Der generelle Aufwärtstrend und die Corona-Erholung sind derzeit in unserer Region offenbar stark genug, um dämpfende Effekte infolge der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges – insbesondere des Energiekostendruckes – zu überlagern. Je nachdem, wie sich der Ukraine-Krieg weiterentwickelt und welche wirtschaftlichen Konsequenzen damit einhergehen, besteht allerdings in unserer Region das Risiko, dass dieser Aufwärtstrend ausgebremst wird. Die Verunsicherung aufgrund der Energieversorgung hier in Brandenburg, aber auch Probleme bei den Lieferketten merken wir Arbeitgebern schon an“, führt Beate Kostka, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neuruppin, aus.

Mehr als 6.000 offene Stellen – anhaltend hohe Personalnachfrage

Im April wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 1.154 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 240 bzw. 26,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat April 2021. Aktuell sind 6.099 offene Stellen im Bestand. Die Stellenmeldungen erfolgten in diesem Monat insbesondere im Bereich des Handels, der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherung, der Arbeitnehmerüberlassung, des verarbeitenden Gewerbes sowie des Gesundheits- und Sozialwesens.

„Bei der Personalnachfrage sind Auswirkungen des Kostendrucks im Moment noch nicht in unseren vier Landkreisen zu beobachten. Wir haben derzeit mehr als 6000 offene Stellen im Bestand und seit Jahresbeginn wurden 37,1 Prozent mehr Stellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Die Personalnachfrage ist anhaltend hoch. Das heißt, die Chancen zur Arbeitsaufnahme sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiterhin gut und auch vielfältig“, erläutert Beate Kostka.

Neubeantragung von Kurzarbeit nimmt weiter ab

Das Instrument Kurzarbeit wird weiterhin genutzt und trägt somit zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Die Neubeantragung von Kurzarbeit nimmt im April 2022 im Vergleich zum Vormonat weiter ab und ist nicht mit dem Vorjahresniveau zu vergleichen. Im Agenturbezirk Neuruppin wurden im April 2022 29 neue Anzeigen für 337 Beschäftigte gestellt. Im Vormonat März 2022 waren es 39 Anzeigen für 565 Beschäftigte. Im Vorjahr April 2021 zeigten 87 Betriebe für 887 Beschäftigte Kurzarbeit an. Zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit liegen momentan Daten für den Monat Oktober 2021 vor – insgesamt arbeiteten 2.056 Menschen in 441 Unternehmen kurz.

„Das Arbeitsmarktinstrument Kurzarbeit hat sich bewährt und wird weiter nachgefragt, wenn auch in deutlich geringerem Umfang. So wird Kurzarbeit auch in unseren vier Landkreisen von Betrieben weiter in Anspruch genommen. Durch Kurzarbeit wird Arbeitslosigkeit verhindert und Unternehmen können ihre Arbeitskräfte halten. Somit wird der Arbeitsmarkt entlastet. Derzeit können auch Liefer- und Auftragsausfälle von Betrieben, verursacht durch den Ukraine-Krieg, mit dem bewährten Arbeitsmarktinstrument abgefedert werden“, so Beate Kostka zum Thema Kurzarbeit.

Gute Ausbildungschancen für Jugendliche in der Region –
Berufsberatung unterstützt

Seit dem 1. Oktober 2021 haben die Unternehmen in den vier Landkreisen 2.405 Ausbildungsstellen gemeldet, 52 mehr als noch im April 2021. Gleichzeitig haben sich 1.984 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, weil sie eine duale Ausbildung aufnehmen oder studieren wollen. Das sind 24 Jugendliche mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.

„Der Ausbildungsmarkt ist weiter robust. Die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Betriebe ist ungebrochen – das Angebot ist vielfältig. Für Jugendliche heißt das: Es bestehen alle Möglichkeiten, den Traumberuf zu verwirklichen. Die Berufsberatung unterstützt gern – lasst Euch beraten und bewerbt Euch jetzt! Das Motto sollte #Ausbildungklarmachen sein! Also: Wenn nicht schon geschehen, jetzt den Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Die Beraterinnen und Berater sind in Euren Schulen unterwegs. Ihr könnt Vor-Ort-Termine vereinbaren oder aber Euch per Videochat oder telefonisch beraten lassen. Und für Betriebe gilt: Praktika anbieten und auf sich aufmerksam machen, um Ihr Unternehmen mit interessierten Jugendlichen zusammenzuführen“, appelliert Beate Kostka.

Lange Nacht der Wirtschaft in Oberhavel macht Lust auf Jobs vor Ort – 53 Betriebe aus 12 Branchen stellen sich vor

Eine gute Chance für Betriebe Auszubildende zu gewinnen und für Jugendliche ein möglichst umfangreiches Bild des regionalen Ausbildungsmarktes zu bekommen, ist die Lange Nacht der Wirtschaft in Hennigsdorf/Velten. Am 13. Mai 2022 von 16.00 bis 21.00 Uhr öffnen Unternehmen aus der Region ihre Tore und bieten die Gelegenheit, Einblicke in das Schaffen der ansässigen Wirtschaft zu erlangen. Über 50 Unternehmen aus 12 Branchen, darunter am Postplatz in Hennigsdorf auch die Agentur für Arbeit, präsentieren sich in beiden Städten und laden zum Kennenlernen und zum Austausch ein. „Nutzen Sie die Gelegenheit sich umfassend zum regionalen Ausbildungsmarkt zu informieren. An unserem Stand stehen die Berufsberaterinnen und -berater mit vielen Informationen über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zur Verfügung. Außerdem wird über Virtual-Reality-Brillen ein virtueller Einblick in verschiedenste Berufsfelder ermöglicht – Kommen Sie vorbei“, ruft Beate Kostka auf.

Weitere Informationen unter zur Langen Nacht der Wirtschaft Hennigsdorf/Velten finden Sie unter: https://www.rwk-ohv.de/lange-nacht/


Folgende Wege der Kontaktaufnahme stehen zur Verfügung:

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen oder sich beraten lassen möchten, können sich an die Berufsberatung wenden:

Oberhavel und Havelland:

Ostprignitz-Ruppin und Prignitz:

Unternehmen, die Auszubildende suchen, können sich an den Arbeitgeberservice wenden:


Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand September 2021 sind 170.948 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 1,9 Prozent oder 3.266 Personen im Vergleich zum September 2020.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 4.339 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1.175 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind der Handel, die öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung, die Arbeitnehmerüberlassung, das verarbeitende Gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Arbeitslose

Im April 2022 waren 15.280 Personen arbeitslos gemeldet, 383 weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.426 Personen gesunken. 5.778 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 9.502 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt 5,2 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Im April 2021 betrug die Arbeitslosenquote noch 6,0 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen vier Landkreisen des Agenturbezirkes gesunken. Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 4,6 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 6,8 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbeschäftigung

Im April umfasst die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 20.147 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 6,7 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Vor einem Jahr betrug sie 7,7 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 759 Personen. An einer beruflichen Weiterbildung nehmen aktuell 477 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 779 Personen.

Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Arbeit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 323 Personen an diesem Programm teil.

An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 372 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.