30.04.2019 | Presseinfo Nr. 25

Arbeitsmarkt unbeeindruckt von nachlassender Konjunktur

„Die anhaltend hohe Nachfrage an Arbeitskräften und für diese Jahreszeit übliche Saisoneffekte haben die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen deutlich unter 17.000 sinken lassen. Der Arbeitsmarkt zeigt sich in der Region unbeeindruckt von der nachlassenden Konjunktur.

Zusätzlich zu den klassischen Saisonberufen wie Bau, Handel und Gastgewerbe haben vormals arbeitslose Menschen über alle Berufsgruppen hinweg in diesem Monat Arbeit aufgenommen. Spitzenreiter sind die Berufe im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 1.174 Arbeitsaufnahmen seit Jahresbeginn. Mehr als jede fünfte Arbeitsaufnahme entfällt auf diese Berufe“ bewertet Cornelie Schlegel die Situation.

Aktuell sind im Agenturbezirk Neuruppin 16.425 Menschen arbeitslos gemeldet, 766 weniger als im letzten Monat und 1.710 weniger als im April 2018. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte gesunken und liegt jetzt bei 5,6 Prozent. Im März 2018 betrug die Arbeitslosenquote noch 6,2 Prozent. Vor fünf Jahren im April 2014 waren noch 30.009 Menschen arbeitslos, die Arbeitslosenquote betrug damals 9,4 Prozent.

Insgesamt haben im April 1.652 Menschen eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufgenommen. Davon wurden zuvor 77,2 Prozent oder 1.276 von den Arbeitsagenturen (Rechtskreis SGB III) betreut, 22,8 Prozent oder 376 Personen von den Jobcentern (Rechtskreis SGB II).

Die Personalnachfrage liegt leicht unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Insgesamt sind in diesem Monat 1.107 Stellen neu gemeldet worden, aktuell sind 4.574 Arbeitsstellen vakant. Insbesondere Unternehmen aus Zeitarbeit, Handel, Verarbeitendem Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen und dem öffentlichen Dienst suchen Personal. Besonders gefragt sind weiterhin Fachkräfte in den Bereichen Mechatronik, Energie- und Elektroberufe, Metall, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Berufskraftfahrer medizinische Gesundheitsberufe und Erziehung.

„Zu den in der Öffentlichkeit vielfach diskutierten Besetzungsproblemen offener Stellen in den Berufsbereichen Logistik, Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Bau und Gesundheits- und Sozialwesen beobachten wir diesen Effekt jetzt auch verstärkt in der öffentlichen Verwaltung. Durch altersbedingte Abgänge notwendige Nachbesetzungen können zunehmend schwerer bedient werden, insbesondere wenn es um nachgefragte Fachkräfte, wie zum z. B. in der Sozial- und Bauverwaltung geht“ bewertet Schlegel den aktuellen Stellenmarkt.

In allen Landkreisen und Geschäftsstellen im Agenturbezirk ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Die Spanne der Arbeitslosenquote reicht von 3,8 Prozent in Nauen bis 8,8 Prozent in Rathenow. Zum Monat April 2018 am deutlichsten zurückgegangen ist die Arbeitslosenquote in Gransee von 8,6 Prozent auf 7,7 Prozent und im Altkreis Wittstock. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt hier 5,8 Prozent, sie liegt damit erstmals unter der Marke von 6 Prozent und 1,8 Prozentpunkte unter dem Wert vom April 2018 (7,6 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist hier um fast ein Viertel zurückgegangen.

„In den letzten Jahren waren auch vom April zum Mai die Rückgänge der Arbeitslosigkeit deutlich. Mit den aktuell guten Aussichten und Signalen sind wir optimistisch, dass im kommenden Monat die 16.000-Marke erstmals unterschritten und damit auch der Tiefstand vom Oktober 2018 mit 16.390 Arbeitslosen “ gibt Schlegel einen optimistischen Ausblick.

 

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2018 haben sich 1.930 junge Menschen gemeldet, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Dem stehen 2.193 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Für eine ausführliche Bewertung ist es noch zu früh, allerdings zeigt sich schon jetzt, dass auch in diesem Jahr regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Unterschiede einen Marktausgleich erschweren werden.

Von allen gemeldeten Jugendlichen sind bereits 703 versorgt. 328 von ihnen sind in eine Ausbildung eingemündet, 118 haben eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und 79 haben sich momentan entschieden, die Schule weiter zu besuchen oder aber ein Praktikum beziehungsweise Studium zu beginnen.

„Die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist zum Vorjahr gesunken. Ein deutliches Signal, dass die Unternehmen ihre Bewerberauswahl früher abschließen, um die Nachwuchskräfte schnell an sich zu binden. Dennoch gehen wir davon aus, dass auch in diesem Jahr Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Der Rückgang der Anzahl der Ausbildungssuchenden ist auch dem individuellen Meldeverhalten der Jugendlichen geschuldet. Die günstige Ausbildungsmarktsituation, das Bestreben vieler Betriebe, ihren Nachwuchs bereits durch Betriebspraktika im Rahmen der Berufsorientierung zu gewinnen und der anhaltende Trend zum Studium und weiterführenden Schulbesuch sind Gründe, dass die Berufsberatung weniger oder später im Jahr in Anspruch genommen wird. Wer seine Ausbildung in den nächsten Wochen klarmachen möchte, sollte sich in der Berufsberatung melden. Einen Berufswunsch abzusichern, sich mit möglichen Alternativen auseinanderzusetzen, Zukunftsperspektiven und Karrieremöglichkeiten im Traumberuf zu erfahren – dafür sollte man unbedingt den Rat unserer erfahrenen Beratungsfachkräfte nutzen“ empfiehlt Cornelie Schlegel.