03.06.2019 | Presseinfo Nr. 30

Erstmals weniger als 16.000 Arbeitslose im Agenturbezirk

„Die Arbeitslosigkeit sinkt im Mai 2019 erwartungsgemäß zum Vormonat und schließt mit einem neuen Rekordwert ab – die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen liegt erstmals seit der Wiedervereinigung unter 16.000 und ist damit auch der niedrigste Maiwert. „Im Landkreis Oberhavel wird mit 4,8 Prozent ebenfalls ein neuer Rekordwert erreicht, Oberhavel ist damit auch der erste Landkreis im Agenturbezirk, in dem die 5-Prozent Marke unterschritten wird“ bewertet Cornelie Schlegel den Arbeitsmarkt im Mai.
 

Aktuell sind im Agenturbezirk Neuruppin 15.916 Menschen arbeitslos gemeldet, 509 weniger als im letzten Monat und 1.500 weniger als im Mai 2018. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte gesunken und liegt jetzt bei 5,4 Prozent. Im Mai 2018 betrug die Arbeitslosenquote noch 6,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III sinkt um 336 auf 5.412 arbeitslose Menschen und im Rechtskreis SGB II um 173 auf 10.504 Arbeitslose.

Insgesamt haben im Mai 1.369 Menschen eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufgenommen, besonders profitierten Arbeitslose mit Verkehrs- und Logistikberufen, Metall-, Elektro- und Bauberufen sowie Verkauf und Tourismus. Zunehmend gefragt sind auch Fachkräfte aus den Bereichen Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung.

Die Personalnachfrage liegt unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In diesem Monat sind 833 Stellen neu gemeldet worden. Aktuell sind 4.586 Stellen vakant. Die Arbeitskräftenachfrage ist insbesondere in der Zeitarbeit, im Handel, Verarbeitendem Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen und dem öffentlichen Dienst hoch. Fast jede fünfte seit Jahresbeginn gemeldete Stelle entfällt auf die Zeitarbeit, mehr als ein Drittel auf Handel; Instandhaltung und Reparatur v. Kfz, Verarbeitende Gewerbe sowie öffentliche Verwaltung.

„Besonders in den Berufsbereichen Logistik, Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Bau und Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch in der öffentlichen Verwaltung gibt es immer öfter Stellenbesetzungsprobleme. Die anhaltende Nachfrage nach Fachkräften kann zunehmend schwerer durch die Arbeitsagentur und die Jobcenter bedient werden. Dem begegnen wir gezielt mit beruflicher Weiterbildung. Aktuell nehmen fast eintausend Menschen an einer Qualifizierungsmaßnahme teil“ bewertet Schlegel die aktuelle Situation.

In allen Landkreisen des Agenturbezirkes ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat und zum Mai 2018 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote liegt in allen Geschäftsstellen erneut unter 9%. Die Spanne der Arbeitslosenquote reicht von 3,7 Prozent in der Geschäftsstelle Nauen bis 8,9 Prozent in Rathenow. Zum Monat Mai 2018 am deutlichsten zurückgegangen ist die Arbeitslosenquote im Altkreis Wittstock von 7,2 Prozent auf 5,4 Prozent.

„Bis zum Beginn der Sommerferien sinkt die Arbeitslosigkeit erfahrungsgemäß weiter, insoweit dürfte auch der Monat Juni mit neuen Rekordwerten bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit ende“ gibt Schlegel einen optimistischen Ausblick.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2018 haben sich 2.065 junge Menschen gemeldet, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Dem stehen 2.344 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Für eine abschließende Bewertung ist es aber noch zu früh, da der Ausbildungsmarkt noch stark in Bewegung ist. Cornelie Schlegel zieht folgende Zwischenbilanz: „Das Meldeverhalten von Anbietern und Nachfragern am Ausbildungsmarkt ist zeitlich nicht synchron. In den letzten Jahren waren im Mai 88,3 Prozent der gesamten betrieblichen Ausbildungsstellen des Berichtsjahres gemeldet, aber erst 81,9 Prozent aller Bewerber. Insoweit lässt sich noch nicht zuverlässig abschätzen, inwieweit auch in diesem Jahr regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Unterschiede einen Marktausgleich erschweren werden.“

Von allen gemeldeten Jugendlichen sind bereits 848 versorgt. 385 von ihnen sind in eine Ausbildung eingemündet, 125 Jugendliche sind in Erwerbstätigkeit abgemeldet. „Die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist zum Vorjahr gestiegen. Die günstige Ausbildungsmarktsituation, der anhaltende Trend zum Studium und weiterführenden Schulbesuch sind Gründe, dass die Berufsberatung weniger oder später im Jahr in Anspruch genommen wird.

In wenigen Wochen beginnen die Sommerferien. Wer sich über seinen Berufswunsch noch nicht hundertprozentig sicher ist, sich für mögliche Alternativen interessiert, Zukunftsperspektiven und Karrieremöglichkeiten im Traumberuf kennenlernen will, sollte unbedingt den Rat unserer erfahrenen Beratungsfachkräfte nutzen“ empfiehlt Cornelie Schlegel.