01.07.2019 | Presseinfo Nr. 36

Stabiler Arbeitsmarkt

„Der erneute Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vormonat und Vorjahr ist erfreulich. Es sind zwei neue Bestwerte zu verzeichnen: Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sinkt die Arbeitslosenquote mit 5,9 Prozent erstmals unter die 6 Prozent-Marke, im Landkreis Prignitz wird mit 6,9 Prozent erstmals der Wert von 7,0 Prozent unterschritten. Vor fünf Jahren –im Juni 2014 – lag die Quote in Ostprignitz-Ruppin noch bei 9,2 Prozent und in der Prignitz bei 11,7 Prozent“ bewertet Stefan Dirkes – operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Neuruppin – die aktuelle Lage.

„Der Rückgang zum Vormonat ist in erster Linie ein Beleg für den anhaltenden Personalbedarf der Unternehmen. Eine Ausnahme macht die Zeitarbeit, hier geht die Nachfrage nach neuem Personal deutlich zurück, bleibt aber auf hohem Niveau. Auch sind zuletzt die Beschäftigtenzahlen in der Zeitarbeit um knapp 10 Prozent zurückgegangen – das können erste Hinweise für eine konjunkturelle Abkühlung sein. Wir werden die weitere Entwicklung beobachten“ ergänzt Dirkes.

Aktuell sind im Agenturbezirk Neuruppin 15.574 Menschen arbeitslos gemeldet, 342 weniger als im letzten Monat und 1.478 weniger als im Juni 2018. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt jetzt bei 5,3 Prozent. Im Juni 2018 betrug die Arbeitslosenquote noch 5,8 Prozent. Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III sinkt zum Vormonat um 159 auf 5.253 arbeitslose Menschen und im Rechtskreis SGB II um 183 auf 10.321 Arbeitslose.

Insgesamt haben im Juni 1.075 Menschen eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufgenommen. Besonders profitierten Arbeitslose mit Verkehrs- und Logistikberufen, Maschinen-, Fahrzeugtechnik- und Bauberufen sowie Verkauf und Tourismus. Weiterhin gefragt sind auch Fachkräfte aus den Bereichen Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung. Saisonbedingt gehen die Beschäftigungsaufnahmen mit Beginn der Ferien zurück, da viele Betriebe die Personaleinstellungen auf die Zeit danach verschieben.

Die Personalnachfrage liegt unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In diesem Monat sind 1.000 Stellen neu gemeldet worden. Aktuell sind 4.652 Stellen vakant. Die Arbeitskräftenachfrage ist insbesondere in der Zeitarbeit, im Handel, Verarbeitendem Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen und dem öffentlichen Dienst hoch. Fast jede fünfte seit Jahresbeginn gemeldete Stelle entfällt auf die Zeitarbeit. Während im letzten Jahr 23,8 Prozent der gemeldeten Stellen auf die Zeitarbeit entfielen, sind es jetzt nur noch 19,3 Prozent. Mehr als ein Drittel der zu besetzenden Stellen werden von Handel; Instandhaltung und Reparatur v. Kfz, Verarbeitendem Gewerbe sowie öffentlicher Verwaltung gemeldet.

In allen Landkreisen des Agenturbezirkes ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat und zum Juni 2018 zurückgegangen. Erstmals wird im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 5,9 Prozent die 6 Prozent-Marke unterschritten und im Landkreis Prignitz mit 6,9 Prozent die 7 Prozent-Marke. Die Arbeitslosenquote liegt in allen Geschäftsstellen erneut unter 9 Prozent. Die Spanne der Arbeitslosenquote reicht von 3,6 Prozent in der Geschäftsstelle Nauen bis 8,9 Prozent in Rathenow. Zum Monat Juni 2018 am deutlichsten zurückgegangen ist die Arbeitslosenquote in Wittstock von 6,9 auf heute 5,2 Prozent.

„Im kommenden Monat kann die Arbeitslosigkeit – unabhängig von konjunkturellen Veränderungen – steigen. Neben den für die Sommermonate typischen Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen nach Ende ihrer schulischen oder betrieblichen Ausbildung können Quartalskündigungen und auf die Zeit nach den Sommerferien verschobene Einstellungen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. In Anbetracht des viel diskutierten Fachkräftemangels sollte es auch in diesem Jahr möglich sein, dass im August und September insbesondere vielen jungen Menschen die Arbeitsaufnahme gelingt“ gibt Dirkes einen Ausblick.

 

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2018 haben sich 2.194 junge Menschen gemeldet, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Dem stehen insgesamt 2.423 zu besetzende Ausbildungsstellen gegenüber. Allerdings ist es für eine abschließende Bewertung noch zu früh, da der Ausbildungsmarkt noch stark in Bewegung ist.

Von allen gemeldeten Jugendlichen sind bereits 1.148 versorgt. 650 sind in eine Ausbildung eingemündet, 133 Jugendliche haben sich in Erwerbstätigkeit abgemeldet, 126 besuchen weiter die Schule oder beginnen ein Studium. Aktuell stehen 100 unbesetzten Ausbildungsstellen noch 131 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Vor einem Jahr waren es 107.

Damit stellt sich die aktuelle Situation aus Bewerbersicht besser als vor einem Jahr dar.

„Momentan sind noch viele Ausbildungsstellen in Hotel- und Gaststättenberufen, Bauberufen, in vielen Handwerksberufen oder auch in der Lagerwirtschaft und im Berufskraftverkehr frei. Im Gegensatz dazu gibt es weniger Ausbildungsstellen als Bewerber in Büro- und Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in IT- und Medienberufen sowie für Arzt- und Praxishilfen. Das zeigt deutlich, dass der aus Bewerbersicht rechnerisch günstige Ausbildungsmarkt dennoch vor vielen Herausforderungen steht. Mit Hilfe der Berufsberatung können für junge Menschen Alternativen gesucht werden, insbesondere wenn das Ziel ist, in der Region zu bleiben. Gleichzeitig sind auch die Betriebe gefordert, die Ausbildungen anbieten, für die sich nur wenige junge Menschen interessieren. Hier sind nicht nur gute Marketingstrategien gefragt. Die Arbeitsagentur und die Jobcenter beraten die Betriebe zu Unterstützungsmöglichkeiten, wenn es um junge Menschen geht, die nicht auf den ersten Blick überzeugen können. So entpuppt sich nicht selten ein Jugendlicher im Betrieb später als echtes Talent“ regt Stefan Dirkes an.