30.04.2020 | Presseinfo Nr. 24

Der Arbeitsmarkt

- deutlich mehr Arbeitslose
- sprunghafter Anstieg der Kurzarbeit
- Arbeitsaufnahmen auf niedrigen Niveau
- Ausbildungsmarkt noch stabil

Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat sprunghaft gestiegen. Aktuell sind 17.462 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.705 mehr als im letzten Monat und 1.037 mehr als im April 2019. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,6 Prozent. Damit ist erstmalig nach vielen Jahren ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen.

„Nach historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen haben wir aktuell einen Wendepunkt erreicht. Die Corona-Pandemie hat sowohl zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit in allen vier Landkreisen, als auch zu einem sprunghaften Anstieg der Kurzarbeit geführt. Mit der Nutzung der Kurzarbeit, die seit Jahren hier im Agenturbezirk keine wesentliche Bedeutung hatte, ist Schlimmeres verhindert worden. Damit setzen die Betriebe auch ein Zeichen, ihre Fachkräfte halten zu wollen" so Beate Kostka.

Im Agenturbezirk Neuruppin wurden im April 3.075 Anzeigen zu Kurzarbeit gestellt, im März waren es 1.624. Betroffen sind mit jetzigem Stand 25.002 Beschäftigte. Im März waren es 16.310 Personen. Diese Daten sind nicht abschließend, da abgewartet werden muss, in welchem tatsächlichen Umfang und für welche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Unternehmen Kurzarbeit abrechnen.

„Trotzdem gibt es - wie erwartet - vermehrte Arbeitslosmeldungen, im Schwerpunkt aus den Bereichen Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Tourismus.

Arbeitsaufnahmen erfolgen in den systemrelevanten Berufen wie Verkehr, Logistik und Handel, dies jedoch mit abgeschwächter Dynamik" ergänzt Beate Kostka.

 

Stellenmarkt

Die Personalnachfrage ist rückläufig aber noch auf hohem Niveau. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen im Agenturbezirk Neuruppin 3.628 Stellen gemeldet. Das sind 746 Stellen oder 17,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat sank die Nachfrage nach Arbeitskräften um 12,7 Prozent. Aktuell sind insgesamt 4.241 Arbeitsstellen vakant und damit -7,3 Prozent weniger als im April 2019.

Die Agentur für Arbeit Neuruppin unterstützt Kundinnen und Kunden in den vier Landkreisen Oberhavel, Havelland, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. „Wir fokussieren uns im Moment darauf, finanzielle Leistungen schnell und unkompliziert an die Betriebe sowie Kundinnen und Kunden auszuzahlen. Die notwendige Beratung er-folgt telefonisch oder mittels E-Mail. Auch für die bei uns gemeldeten Jugendlichen mit Ausbildungs- oder Studienwunsch sind wir weiterhin erreichbar und stehen für Fragen zur Verfügung. Kurzfristige Personalbedarfe versuchen wir über die Kampagne jobsNow zu decken" sagt Beate Kostka.

Mit „jobsNow" aus der Krise

Helfende Hände in der Region gesucht

Erste Vermittlungserfolge zu verzeichnen

Auch in der aktuellen Krise am Arbeitsmarkt besteht in bestimmten Branchen ein steigender Bedarf nach Arbeitskräf-ten. Mit der Kampagne „jobsNow" bringt die Agentur für Arbeit Neuruppin diese Unternehmen und Jobsuchende zusammen. Seit dem Start am 9. April haben die Unternehmen im Rahmen der Aktion 70 Stellen gemeldet. Erste Beschäftigungsverhältnisse sind entstanden, auch im Minijobbereich. Damit nutzen Arbeitskräfte auch die Gelegenheit, ihr Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld aufzustocken.

 

Grundsicherung im Jobcenter Prignitz

Im Monat April sind mit 1.618 Arbeitslosmeldungen nach Beendigung einer Er-werbstätigkeit mehr Zugänge in der Arbeitslosenversicherung als in der Grundsicherung mit 633 Arbeitslosmeldungen zu verzeichnen. Aktuell werden 59,5 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen der Grundsicherung betreut und 40,5 Prozent in der Arbeitslosenversicherung.

Im Jobcenter Prignitz sind die Auswirkungen der Corona Krise spürbar, wenn auch noch nicht in dem Umfang wie in der Arbeitslosenversicherung. Gordon Werber, Geschäftsführer des Jobcenter Prignitz ergänzt zur Situation der Langzeitarbeitslosen in der Prignitz: „Die Corona-Krise wirkt sich auch signifikant auf die Zahl der Menschen aus, die durch das Jobcenter Prignitz betreut werden. Im Vergleich zum Vormonat ist ein Anstieg um 206 Arbeitslose zu verzeichnen. Trotz des starken Zuwachses liegen wir im Landkreis aber immer noch knapp unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Vermehrt nutzen Selbständige die Möglichkeit, durch Grundsicherung ihre Existenzgrundlage während der Corona-Krise zu sichern. Mehr als 70 Selbständige stellten bisher einen vereinfachten Antrag. Da Kurzarbeitergeld nur 60 Prozent bzw. 67 Prozent des monatlichen Nettoentgeltes umfasst, haben circa 85 Prignitzer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Leistungsergänzung im Jobcenter beantragt. Wir fokussieren uns auf die schnelle und kundenfreundliche Leistungserbringung, um den Menschen in der Region umgehend die notwendige finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Auch wenn es aktuell keine persönlichen Kontaktmöglichkeiten zu meiner Behörde gibt, stehen wir unseren Kunden telefonisch, per E-Mail und Post zur Verfügung."

Weitere Informationen sind auf der Webseite: www.jobcenter-prignitz.de zu finden.

 

Ausbildungsmarkt noch stabil

Seit dem 1. Oktober 2019 haben sich 2.112 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, weil sie eine duale Ausbildung aufnehmen, oder studieren wollen. Das sind 182 Jugendliche mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.

Die Unternehmen haben bisher 2.329 Ausbildungsstellen gemeldet, 50 mehr als noch im April 2019.

„Die Berufsberatung ist trotz der aktuellen Lage eine gefragte Dienstleistung und für die Jugendlichen telefonisch und per E-Mail zu erreichen. Noch gibt es keine Hinweise, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sinkt" stellt Beate Kostka fest.

Folgende Wege der Kontaktaufnahme stehen Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung:

Arbeitnehmer und Jugendliche 03391 69 2000 oder 0800 4 5555 00

Unternehmen 0800 4 5555 20

Weitere Informationen zum Dienstleistungsangebot der Arbeitsagentur Neuruppin unter www.arbeitsagentur.de/neuruppin.