01.09.2020 | Presseinfo Nr. 43

Der Arbeitsmarkt im Monat August 2020

Arbeitslosenquote bleibt bei 6,0 Prozent
Junge Menschen besonders von coronabedingter Arbeitslosigkeit betroffen

Im ersten Moment erscheint es wie eine positive Botschaft: Nachdem in den vergangenen Monaten die Zahl der Arbeitslosen Monat für Monat kräftig gestiegen ist, sank sie im August erstmals wieder, wenn auch nur minimal. 10.351 Menschen waren im August im Bezirk der Arbeitsagentur Neuwied ohne Job. Das sind immerhin 25 Männer und Frauen weniger als im Vormonat bei gleichbleibender Arbeitslosenquote von 6 Prozent.

Allerdings: Im Vorjahresvergleich zeigt sich, dass die Zahl der Arbeitslosen um 34,7 Prozent gestiegen ist und die Arbeitslosenquote um 1,5 Prozentpunkte. Im Juli fiel der Vorjahresvergleich noch etwas besser aus (32,4 Prozent mehr Arbeitslose und 1,4 Prozentpunkte Anstieg der Arbeitslosenquote). „Im August werden üblicherweise viele zuvor arbeitslos gemeldete Schulabgänger oder Absolventen einer Ausbildung wieder abgemeldet – sie haben ein Studium oder eine Lehre begonnen oder wurden in ein neues Arbeitsverhältnis übernommen“, sagt Karl-Ernst Starfeld, Chef der Neuwieder Arbeitsagentur. „In diesem Jahr haben wir einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 25-Jährigen: Mit 1.217 Personen liegt der Wert um 53,5 Prozent über dem des Vorjahres. Dafür gibt es verschiedene Gründe“, so der Agenturchef. Die Corona-Krise habe gerade in der heißen Phase des Ausbildungsmarktes zugeschlagen, in der sonst viele Lehrstellen noch vergeben würden und Bewerbungsgespräche stattfänden. Zum anderen seien einige junge Menschen nach Ende ihrer Ausbildung nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen worden und konnten aufgrund der verschlechterten Arbeitsmarktsituation nicht wie in den Vorjahren in kurzer Zeit eine Anschlussbeschäftigung finden. Auch hier spiele die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen eine große Rolle.

Im Bereich des SGB III, zu dem all diejenigen zählen, die Arbeitslosengeld I als Versicherungsleistung erhalten und in der Regel nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind, ist der Bestand im August um 27 auf 5.320 Menschen gestiegen. Dieser Wert liegt um 72,9 Prozent über dem des Vorjahres (+2.241). Im Bereich des SGB II, der die Menschen umfasst, die vom Jobcenter betreut werden und Arbeitslosengeld II beziehen, ist der Bestand im vergangenen Monat um 52 Personen auf 5.031 Personen gesunken. Hier zeigt sich im Vorjahresvergleich "nur" ein Anstieg um 9,2 Prozent.

Allerdings zeichnet sich eine erste Entspannung des Stellenmarktes ab. 417 Jobs wurden dem Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im August gemeldet, das sind 14 mehr als im Juli, aber 175 weniger als im Vorjahr. Der Bestand stieg in den letzten vier Wochen um 46 auf 1.951 vakante Stellen. „Die Erholung des Arbeitsmarktes wird noch lange Zeit in Anspruch nehmen“, so Karl-Ernst Starfeld. „Bislang sind es nur erste Ansätze, die darauf hoffen lassen, dass es nun stetig bergauf geht.“

Zum Schluss der geteilte Blick auf die beiden Landkreise, die von der Arbeitsagentur Neuwied betreut werden.

Im Landkreis Altenkirchen sank die Zahl der Arbeitslosen um 41 Personen gegenüber dem Juli auf nunmehr 4.329 Menschen ohne Job. Das sind 1.239 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote um 1,7 Prozentpunkte.

Für den Landkreis Neuwied wurden in diesem Monat 6.022 Menschen ohne Job gezählt. Das sind 16 mehr als im Vormonat und 1.427 mehr als im August 2019. Die Quote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent und liegt damit um 1,5 Punkte über dem Wert des Vorjahres.