01.09.2020 | Presseinfo Nr. 69

Der Arbeitsmarkt im August 2020

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahlen

  • Zahl der jüngeren Arbeitslosen gestiegen

  • Arbeitgeber: Einstellungsbereitschaft nimmt zu

 

Nachdem im vergangenen Monat der saisonale Anstieg der Arbeitslosenzahlen moderat ausgefallen war, ist die Zahl der Erwerbslosen im August stärker angestiegen. Im Berichtsmonat waren 13.515 Männer und Frauen arbeitslos, 313 mehr als im Vormonat. Durch den Zuwachs ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte von 5,0 Prozent auf nun 5,1 Prozent angestiegen. Vor einem Jahr lag sie bei 4,2 Prozent.

Ausschlaggebend für den Anstieg in diesem Monat waren verstärke Arbeitslosmeldungen von jungen Erwachsenen unter 25 Jahren.

„Üblicherweise melden sich viele Jugendliche zu Beginn der Ferien arbeitslos, wenn Sie die Schule beendet haben oder die Ausbildung endet“, erklärt Christoph Tietje, Leiter der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden. „Dieser jährliche Trend zeigt sich in diesem Jahr im aktuellen Berichtsmonat“, ergänzt Tietje.

 

Im August waren 1.901 junge Männer und Frauen unter 25 Jahren arbeitslos, 177 mehr als im vorangegangenen Monat. Im Vorjahr fiel der Wert um 305 Personen geringer aus. „Zudem haben sich Bewerbungsverfahren und Einstellungsprozesse in diesem Jahr durch die Corona Pandemie verschoben. Jugendliche müssen länger auf eine Zusage warten und melden sich für die Übergangszeit arbeitslos“, so der Agenturchef.

 

Die Bereitschaft der Arbeitgeber, neue Stellen zu melden, nimmt wie auch im Vormonat zu. Im August wurden 927 neue Arbeitsangebote zur Besetzung gemeldet. Verglichen mit den Werten aus den Monaten April bis Juni (April: 471 Stellen, Mai: 655 Stellen, Juni: 708 Stellen) ist hier eine steigende Einstellungsbereitschaft der Betriebe zu erkennen. Dass es eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt zu geben scheint, zeigt sich an den Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. Im August konnten 2.659 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 518 Personen oder 24,2 Prozent mehr als im Vormonat. Mit einem Anteil von 43,8 Prozent bilden die Abmeldungen in Ausbildung und ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen den größten Anteil in diesem Bereich.

 

Im August ist die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben, nur leicht gestiegen. Im Berichtsmonat haben 40 Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt, wodurch 338 Männer und Frauen davon betroffen sein könnten. Insgesamt haben von März bis zum Stichtag 26. August 4.507 Betriebe für bis zu 58.953 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur angezeigt. Wieviel Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten sagen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

 

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im August bei 16.816 Personen. Das waren 0,9 Prozent oder 147 Männer und Frauen mehr als vor einem Monat. Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

 

Entwicklung nach Landkreisen

 

Landkreis Diepholz:

Im Landkreis Diepholz ist die Zahl der Arbeitslosen im Berichtsmonat August im Vergleich zum Vormonat um 3,0 Prozent oder 179 Männer und Frauen auf nun 6.216 Personen gestiegen. Vor einem Jahr waren 1.386 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Arbeitslosenquote im Kreis Diepholz lag im Berichtsmonat mit 5,0 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Im Vorjahr lag diese bei 4,0 Prozent.

Auch im Landkreis Diepholz wurden im August mehr Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen gezählt. Nachdem im Juli noch 793 junge Erwachsene unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet waren, ist der Wert im August auf 856 Männer und Frauen gestiegen. Der jährliche Trend, sich nach dem Schulbesuch oder dem Ende der Ausbildung arbeitslos zu melden, ist auch im Kreis Diepholz in diesem Monat erkennbar.

Auch im Landkreis Diepholz melden Arbeitgeber weiterhin neue Stellen. Im August wurden der Agentur 333 neue Arbeitsplatzangebote zur Besetzung gemeldet.

Die Bereitschaft, Neueinstellungen vorzunehmen, ist im Vergleich zu den Monaten April bis Juni (April: 119 Stellen, Mai: 163 Stellen, Juni 236 Stellen) gestiegen.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur, waren im Berichtsmonat 2.954 Personen bei den Arbeitsagenturen in Diepholz, Sulingen, Syke und der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen arbeitslos gemeldet. Das sind 167 oder 6,0 Prozent mehr als im Juli.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter im Landkreis Diepholz ist die Zahl der Erwerbslosen um 0,4 Prozent auf nun 3.262 Männer und Frauen gestiegen.

Im Kreis Diepholz haben bis zum Stichtag im August (26.08.2020) 21 Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt. Insgesamt könnten davon bis zu 190 Personen betroffen sein.

Insgesamt haben seit Beginn der Pandemie 2.101 Betriebe Kurzarbeit angezeigt -  bis zu 27.843 Personen könnten davon betroffen sein.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

 

Landkreis Nienburg:

Im Landkreis Nienburg ist die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 31 Personen oder 0,8 Prozent gestiegen. Im August waren 3.914 Personen von Erwerbslosigkeit betroffen, 548 mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote liegt, wie auch im Vormonat, bei 5,8 Prozent. Im vergangenen Jahr wurde ein Wert von 5,0 Prozent erreicht.

Ein Zuwachs der Arbeitslosmeldungen ist im Kreis Nienburg bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren zu erkennen. Hier ist der Wert um 13,4 Prozent auf nun 592 junge Erwachsene gestiegen. Der jährliche Trend, sich zu Beginn der Ferienzeit nach dem Schulbesuch oder einer abgeschlossenen Ausbildung arbeitslos zu melden, zeigt sich in diesem Jahr im aktuellen Berichtsmonat.

­­­­­­Im August wurden im Kreis Nienburg 241 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Verglichen mit den Werten aus den Monaten April bis Juni (April: 141 Stellen, Mai: 204 Stellen, Juni: 189 Stellen) ist eine zunehmende Einstellungsbereitschaft der Betriebe zu erkennen.

Bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, dem Bereich der Arbeitslosenversicherung, ist der Bestand an Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen. Im August waren 1.841 Personen arbeitslos, ein Anstieg um 11 Personen oder 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Monat Juli. Im Vorjahr stellen die aktuellen Werte einen Anstieg um 498 Personen oder 37,1 Prozent dar.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter lag die Zahl an Erwerbslosen im Berichtsmonat mit 2.073 Personen um 20 Personen oder 1,0 Prozent über dem Vormonatswert. Vor einem Jahr waren 50 Personen weniger arbeitslos.

Vier weitere Betriebe haben im Landkreis Nienburg im August (Stichtag: 26. August) Kurzarbeit für bis zu 20 Beschäftigte angezeigt. Seit Beginn der Pandemie wurden im Kreis somit 1.095 Anzeigen auf Kurzarbeit gezählt, wovon bis zu 13.878 Beschäftigte betroffen sein könnten.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

 

Landkreis Verden:

Im Landkreis Verden ist die Arbeitslosigkeit um 103 Personen bzw. 3,1 Prozent auf 3.385 angestiegen. Das sind 447 Arbeitslose oder 15,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote lag im August mit 4,5 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Im August 2019 lag sie bei 4,0 Prozent.

Im Kreis Verden zeigte sich im Berichtsmonat der jährliche Trend, dass sich junge Erwachsene nach einer Ausbildung oder dem Schulbesuch neu arbeitslos melden.

Im August waren 453 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos, 44 mehr als im Vormonat.

Auch bei Arbeitgebern im Landkreis Verden steigt die Bereitschaft, Neueinstellungen vorzunehmen. Im Berichtsmonat wurden 353 neue Stellen gemeldet. Verglichen mit den Monaten April bis Juni (April: 211 Stellen, Mai: 288 Stellen, Juni: 283 Stellen) ist eine stetige Zunahme der Stellenmeldungen zu erkennen.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur Verden, ist die Zahl der Arbeitslosen im aktuellen Monat um 75 Personen oder 4,0 Prozent auf 1.951 Arbeitslose gestiegen. Das sind 570 Erwerbslose mehr als im Vorjahr.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Zahl der Arbeitslosen im Vormonatsvergleich um 28 Personen oder 2,0 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr waren hier 123 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Das Thema Kurzarbeit beschäftigt auch den Landkreis Verden weiterhin. Im August haben -bis zum Stichtag 26. August- 15 Betriebe für bis zu 128 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Seit Beginn der Pandemie sind bei der Arbeitsagentur 1.311 Anzeigen von Betrieben aus dem Kreis Verden eingegangen, wovon bis zu 17.232 Beschäftigte betroffen sein könnten.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.