29.01.2021 | Presseinfo Nr. 3

Der Arbeitsmarkt im Januar 2021

Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Jahresbeginn

  • Niveau der Arbeitslosigkeit nach wie vor höher als vor der Corona-Pandemie
  • Nachfrage nach Kurzarbeit bleibt durch Lockdown konstant hoch

Zu Beginn des neuen Kalenderjahres sind die Arbeitslosenzahlen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden um 629 Männer und Frauen auf nun 12.783 angestiegen.

„Steigende Arbeitslosenzahlen im Januar stellen eine durchaus übliche Entwicklung dar“, erklärt Christoph Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden. „Das Niveau der Arbeitslosigkeit liegt immer noch deutlich über dem Ausgangswert vor der Corona-Pandemie“, ergänzt der Agenturchef. Im Januar lag der Bestand an Arbeitslosen um 12,5 Prozent oder 1.423 Personen über den Werten aus dem Vorjahr.

Durch den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Berichtsmonat ist auch die Arbeitslosenquote gestiegen. Nachdem die Quote zum Jahresabschluss im Dezember noch bei 4,6 Prozent lag, ist sie im Januar um 0,2 Prozentpunkte auf nun 4,8 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 4,3 Prozent.

Im ersten Monat des neuen Jahres wurden 777 neue Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Dies entspricht ungefähr dem Vorjahreswert von 791 Arbeitsangeboten.

Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit ist im Januar mit 362 neuen Anzeigen annähernd konstant auf Vormonatsniveau. Im Dezember wurden 381 neue Anzeigen gestellt. Von den aktuellen Anzeigen auf Kurzarbeit könnten bis zu 3.260 Personen betroffen sein.

„Der im Dezember neu beschlossene Lockdown wirkt sich auch in diesem Monat weiterhin mit einer hohen Inanspruchnahme der Kurzarbeit, insbesondere in der Gastronomie, dem Handel und Dienstleistungsbereich, aus“, erklärt Tietje.

Insgesamt haben seit April bis zum Stichtag am 25. Januar 5.691 Betriebe für bis zu 70.968 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur angezeigt. Wie viel Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten sagen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Januar bei 16.172 Personen. Das waren 426 oder 2,7 Prozent mehr als vor einem Monat. Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Entwicklung nach Landkreisen

Landkreis Diepholz:

Im ersten Berichtsmonat des neuen Jahres ist die Arbeitslosigkeit, wie es jahreszeitlich üblich ist, wieder angestiegen. Im Januar waren 5.969 Männer und Frauen im Kreis Diepholz arbeitslos gemeldet. Im Vormonat wurden 294 Erwerbslose weniger gezählt. Verglichen mit den Werten aus dem Vorjahr ist hier ein Anstieg um 876 Personen zu erkennen. Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass das Niveau der Arbeitslosigkeit nach wie vor höher ist als vor der Pandemie.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,8 Prozent. Im Dezember lag sie bei 4,6 Prozent. Im Januar 2020 betrug der Wert 4,2 Prozent. ­­­­­­­­­­­Die Unternehmen im Landkreis Diepholz meldeten im Berichtsmonat Januar 250 neue Stellen zur Besetzung, 21 weniger als im Monat zuvor. Die aktuellen Werte entsprechen annähernd dem Vorjahresniveau von 255 gemeldeten Stellen.

Auch im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei den Arbeitsagenturen in Diepholz, Sulingen, Syke und der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen ist die Erwerbslosenzahl von 2.575 aus dem Monat Dezember auf 2.825 Männer und Frauen im Januar angestiegen. Die Zahlen liegen mit 586 Personen weiterhin über den Vorjahreswerten.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter im Landkreis Diepholz ist die Arbeitslosigkeit moderat um 1,4 Prozent von 3.100 Personen auf nun 3.144 gestiegen. Im Januar des vergangenen Jahres waren 290 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Landkreis Diepholz bleibt die Nachfrage nach Kurzarbeit konstant. Im Berichtsmonat sind bis zum Stichtag im Januar (25.01.2021) 160 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Insgesamt könnten davon bis zu 1.585 Personen betroffen sein.

Seit April haben 2.638 Betriebe Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur angezeigt, wovon bis zu 33.862 Personen betroffen sein könnten.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Landkreis Nienburg:

Auch die Arbeitslosenzahlen im Landkreis Nienburg sind im Januar um 204 Personen auf aktuell 3.806 Männer und Frauen angestiegen. Vor einem Jahr waren zu diesem Zeitpunkt 408 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Das Niveau der Arbeitslosigkeit liegt auch im Kreis Nienburg noch immer über den Ausgangswerten vor der Corona-Pandemie.

Resultierend aus dem Anstieg der Erwerbslosenzahlen ist die Arbeitslosenquote im Berichtsmonat um 0,3 Prozentpunkte auf nun 5,6 Prozent angestiegen. Im Vorjahr lag die Quote bei 5,1 Prozent.

Die Betriebe im Kreis Nienburg meldeten im Januar 233 neue Stellen zur Besetzung. Im Januar 2020 wurden 16 Stellen weniger gemeldet.

Bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, dem Bereich der Arbeitslosenversicherung, ist der Arbeitslosenbestand im Vormonatsvergleich um 8,4 Prozent oder 132 Männer und Frauen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Anstieg 15,4 Prozent oder 228 Personen.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Zahl der Erwerbslosen im Berichtsmonat um 3,6 Prozent oder 72 Personen gestiegen. Im Januar waren hier 2.097 Personen arbeitslos, 180 mehr als im vergangenen Jahr.

Im Landkreis ist die Nachfrage nach Kurzarbeit bedingt durch den neuen Lockdown gestiegen. Im Berichtsmonat haben zum Stichtag am 25. Januar 106 Betriebe Kurzarbeit für bis zu 1.013 Personen neu angezeigt. Seit April sind im Nienburger Kreis somit 1.385 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen, wovon bis zu 16.181 Beschäftigte betroffen sein könnten.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Landkreis Verden:

Im Kreis Verden ist die Arbeitslosigkeit um 131 Personen auf nun 3.008 Männer und Frauen angestiegen und liegt damit weiterhin über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Durch den Anstieg des Arbeitslosenbestands ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf nun 4,0 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr lag die Quote –wie auch im Vormonat Dezember- bei 3,9 Prozent.

Die Verdener Unternehmen meldeten im Januar 294 neue Arbeitsangebote, 45 weniger als noch im Dezember. Im Vorjahr wurden 25 Arbeitsstellen mehr zur Besetzung gemeldet.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur Verden, ist die Zahl der Erwerbslosen im Januar um 81 Personen oder 4,8 Prozent auf nun 1.761 Personen gestiegen. Dieser Wert liegt um 227 Personen über dem Vorjahreswert.

Auch bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen angestiegen. Im Januar waren hier 1.247 Männer und Frauen erwerbslos, 50 oder 4,2 Prozent mehr als im Dezember. Im Januar 2020 waren 88 Personen mehr arbeitslos.

Die Nachfrage nach Kurzarbeit ist im Januar im Kreis Verden zurückgegangen. Bis zum Stichtag am 25. Januar haben 96 Betriebe für bis zu 662 Beschäftigte Kurzarbeit neu bei der Agentur für Arbeit angezeigt.

Seit April sind der Arbeitsagentur Verden 1.668 Anzeigen zur Kurzarbeit von Betrieben aus dem Kreis zugegangen, wovon bis zu 20.925 Beschäftigte betroffen sein könnten.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.