01.06.2021 | Presseinfo Nr. 22

Der Arbeitsmarkt im Mai 2021

Arbeitsmarkt lässt Corona nahezu hinter sich

  • Deutlicher Rückgang der Erwerbslosenzahlen in der Arbeitslosenversicherung
  • Personalbedarf der Unternehmen höher als noch vor einem Jahr

Der Trend sinkender Arbeitslosenzahlen setzt sich auch im aktuellen Berichtsmonat fort. Nachdem bereits im Vormonat die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen um 1,9 Prozent gesunken ist, hält diese Entwicklung weiter an.

Im aktuellen Betrachtungsmonat ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden erneut um 430 Personen oder 3,6 Prozent auf nun 11.613 Personen gesunken. Gemessen an den Werten aus dem vergangenen Jahr ist hier ein Rückgang um 9,5 Prozent zu erkennen.

„Verglichen mit den Werten aus dem Vorjahr bestimmt das Pandemiegeschehen  den Arbeitsmarkt nur noch gering“, erklärt Christoph Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden.

„Vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung wird dies durch den deutlichen Rückgang der Erwerbslosenzahlen im Vorjahresvergleich sichtbar“, fügt Tietje hinzu.

Die Zahlen Derjenigen, die bei der Arbeitsagentur als erwerbslos gemeldet sind, ist im Vergleich zum Mai des vergangenen Jahres um 19,0 Prozent oder 1.151 Männer und Frauen auf nun 4.900 Personen gesunken.

Der Rückgang im SGB II Bereich (umgangssprachlich Hartz 4) fällt hier geringer aus. Im Vormonatsvergleich waren 114 Personen weniger arbeitslos, im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 1,1 Prozent gesunken.

Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent, 0,1 Prozentpunkte geringer als im April. Im vergangenen Jahr lag die Quote im Arbeitsagenturbezirk noch bei 4,9 Prozent.

Auch die Bereitschaft der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen, ist hoch. Im Mai wurden 1.077 neue Stellen zur Besetzung gemeldet, 70 mehr als im Vormonat April. Deutlicher wird diese Bereitschaft im Vorjahresvergleich. Hier ist ein Anstieg des Personalbedarfs um 422 Stellen oder 64,4 Prozent zu erkennen. Aktuell sind im Bezirk der Agentur 4.377 Stellen zur Besetzung offen.

Auch die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit bleibt weiterhin auf einem geringen Niveau. Im Mai meldeten die Unternehmen bis zum Stichtag am 26.5. 42 neue Anzeigen auf Kurzarbeit. Vor einem Jahr wurden im Mai 287 Anzeigen gezählt. Von den neuen Anzeigen auf Kurzarbeit in diesem Monat könnten bis zu 239 Personen betroffen sein.


Wie viel Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten sagen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Mai bei 14.952 Personen. Das waren 376 oder 2,5 Prozent weniger als im Monat zuvor. Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Entwicklung nach Landkreisen

Landkreis Diepholz:

Auch im Diepholzer Kreis lässt sich ein spürbarer Rückgang der Arbeitslosenzahlen erkennen. Waren im April noch 5.621 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, so sank die Erwerbslosenzahl im Mai um 181 Männer und Frauen um 3,2 Prozent auf nun 5.440. Mit Blick auf die Vorjahreswerte ist ein Rückgang von 382 Erwerbslosen erkennbar. Diese Entwicklung zeigt, dass das Pandemiegeschehen zunehmend weniger Einfluss auf den Arbeitsmarkt nimmt als noch im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote lag im aktuellen Berichtsmonat mit 4,4 Prozent 0,2 Prozentpunkten unter dem Wert aus April. Im vergangenen Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.

Bei den Betrieben im Kreis Diepholz bleibt der Personalbedarf konstant hoch. Meldeten diese im April noch 349 neue Arbeitsangebote zur Besetzung, so konnte diese Zahl im Mai um 21 Arbeitsstellen auf nun 370 gesteigert werden. Im Mai des vergangenen Jahres erfolgten 207 neue Stellenmeldungen.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei den Arbeitsagenturen in Diepholz, Sulingen, Syke und der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen ist der Bestand an Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat erneut gesunken. Im Mai waren hier 2.289 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, 104 weniger als im April. Vor einem Jahr waren 12,5 Prozent oder 326 Männer und Frauen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Auch bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter im Landkreis Diepholz konnten im Mai sinkende Erwerbslosenzahlen registriert werden. 3.151 Personen waren im Berichtsmonat beim Jobcenter arbeitslos gemeldet. Dies stellt einen Rückgang um 2,4 Prozent zum Vormonat dar. Im Vorjahresvergleich ist ein Rückgang um 1,7 Prozent zu erkennen.

Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit pendelt sich auf einem konstant niedrigen Niveau ein. Bis zum Stichtag im Mai (26.5.) sind 20 neue Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur für den Bereich Diepholz eingegangen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 140 Anzeigen. Von den neuen Anzeigen im Berichtsmonat könnten bis zu 115 Personen betroffen sein.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Landkreis Nienburg:

Ein Rückgang der Erwerbslosenzahlen konnte im Berichtsmonat Mai auch im Kreis Nienburg beobachtet werden. Die Zahl Derjenigen, die hier arbeitslos gemeldet waren, sank von 3.582 aus dem Monat April um 122 Personen auf nun 3.460. Vor einem Jahr, als das Pandemiegeschehen noch deutlich stärker den Arbeitsmarkt beherrschte, lag der Wert bei 3.763 Männer und Frauen.

Mit 5,1 Prozent liegt die aktuelle Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert. Im Mai 2020 lag sie noch bei 5,6 Prozent.

Trotz eines leichten Rückgangs der Stellenmeldungen im Bezirk der Arbeitsagentur Nienburg bleibt der Personalbedarf auf einem konstanten Niveau. Die Unternehmen im Kreis meldeten 222 neue Arbeitsstellen, 18 mehr als noch vor einem Jahr.

Bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, dem Bereich der Arbeitslosenversicherung, sind die Arbeitslosenzahlen erneut gesunken. Im Mai waren hier 1.247 Männer und Frauen arbeitslos, 105 weniger als im April. Deutlicher wird der abschwächende Einfluss der Corona-Pandemie bei der Betrachtung der Vorjahreswerte. Im Mai des vergangenen Jahres fiel der Wert um 25,2 Prozent oder 419 Personen höher aus.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist im Berichtsmonat nur ein leichter Rückgang der Arbeitslosenzahlen um 17 Männer und Frauen auf nun 2.213 Personen erkennbar gewesen.  

Die Nienburger Betriebe meldeten im Berichtsmonat bis zum 26. Mai 12 neue Anzeigen auf Kurzarbeit. Im vergangenen Jahr lag der Wert bei 71 Betrieben. Von den neuen Anzeigen im Monat könnten bis zu 95 Männer und Frauen betroffen sein.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Landkreis Verden:

Im Landkreis Verden ist die Arbeitslosigkeit erneut spürbar zurückgegangen. Im Berichtsmonat Mai waren 2.713 Personen arbeitslos, 127 Männer und Frauen weniger als noch im April. Im Vorjahr wurden im Kreis Verden 539 oder 16,6 Prozent mehr Erwerbslose gezählt.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Verden liegt aktuell bei 3,6 Prozent, 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert aus dem Monat April. Im Vorjahr wurde hier noch eine Quote von 4,4 Prozent gemeldet.

Die Arbeitskräftenachfrage im Kreis Verden ist weiterhin hoch. Im Mai wurden 485 neue Stellen zur Besetzung gemeldet, 71 mehr als im April. Im Vorjahr konnten im Mai nur 197 neue Stellenmeldungen verzeichnet werden.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur Verden, sind die Arbeitslosenzahlen ebenfalls erneut gesunken. Im Mai waren hier 1.364 Personen arbeitslos gemeldet, 107 weniger als im Monat April. Dass sich das Pandemiegeschehen geringer auf den regionalen Arbeitsmarkt auswirkt, wird bei der Betrachtung der Vorjahreswerte deutlich: Im Mai 2020 waren 22,9 Prozent oder 406 Männer und Frauen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter hingegen fiel der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Berichtsmonat geringer aus. Im Mai waren 1.349 Personen beim Jobcenter arbeitslos gemeldet, 20 weniger als im April. Im Vorjahr waren 133 Personen mehr erwerbslos.

Die Nachfrage nach Kurzarbeit im Landkreis Verden ist erneut gesunken. Nach 16 neuen Anzeigen im April sank die Zahl zum Stichtag im Mai (26.5.) auf 10 neue Anzeigen im Berichtsmonat. Von diesen neuen Anzeigen könnten bis zu 29 Personen betroffen sein.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.