29.07.2021 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt im Juli 2021

Leichter Rückgang der Arbeitslosenzahlen

  • Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Nachdem sich die Arbeitslosenzahlen in den vergangenen Monaten rückläufig entwickelt haben, fiel diese Entwicklung im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden im Juli moderater aus. Üblicherweise verliert die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt zu Beginn der Ferienzeit an Fahrt. Dies resultiert vor allem auch daraus, dass sich junge Menschen nach dem Ende ihrer Ausbildung oder der Schulzeit zu Beginn der Sommerferien arbeitslos melden.

Im Berichtsmonat Juli waren im Bezirk der Arbeitsagentur Nienburg-Verden 11.145 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 87 Personen weniger als im Juni.

Trotz des geringeren Rückgangs im Arbeitslosenbestand im Vergleich zu den Vormonaten zeigt sich weiterhin die Tendenz, dass die Auswirkungen der Pandemie auf dem regionalen Arbeitsmarkt überwunden zu sein scheinen. Vor einem Jahr waren im Juli noch 2.057 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell unverändert bei 4,2 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 5,0 Prozent.

Trotz eines Rückgangs bei den gemeldeten Arbeitsstellen im Bezirk im Juli bleibt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hoch. Im aktuellen Berichtsmonat wurden der Arbeitsagentur 1.400 neue Stellen zur Besetzung gemeldet, 461 mehr als im vergangenen Jahr. Die Unternehmen der Region signalisieren weiterhin ihren Bedarf nach neuen Fachkräften und lassen pandemiebedingte Auswirkung weiter hinter sich. Immer stärker rückt die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfes durch Ausbildung in den Fokus.

„Gerade jetzt ist es für die jungen Berufswähler wichtig, die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in diesem Jahr noch zu nutzen“, erklärt Harald Büge, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden. „Der Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt ist im vollen Gange. Noch immer suchen die Betriebe in der Region nach Nachwuchskräften, die im Spätsommer eine Ausbildung beginnen wollen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit der Berufsberatung, wenn Sie noch keinen Ausbildungsplatz in der Tasche haben“, rät Büge Jugendlichen in der Region.

Aktuell sind noch 1.133 Ausbildungsplätze in nahezu allen Berufsbereichen in den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden im Angebot. Wer noch keinen Ausbildungsplatz für diesen Sommer finden konnte, kann unter der 04231 809 700 einen Termin zur Berufsberatung vereinbaren.

Im Juli haben 10 Betriebe Kurzarbeit bis zum Stichtag am 25.7. angezeigt, wovon bis zu 215 Beschäftigte betroffen sein könnten. Im Vormonat waren es noch 17 Unternehmen im Agenturbezirk Nienburg-Verden.

Wieviel Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten sagen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Juli bei 14.328 Personen. Das waren 1,3 Prozent oder 194 Männer und Frauen weniger als vor einem Monat.

Entwicklung nach Landkreisen

Landkreis Diepholz:

Im Juli ist ein erneuter Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu erkennen gewesen, der im Vergleich zu den Vormonaten moderater ausgefallen ist.

Im aktuellen Berichtsmonat waren 5.269 Männer und Frauen arbeitslos, 46 oder 0,9 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein deutlicher Rückgang um 768 Personen. Die pandemiebedingten Auswirkungen scheinen auch im Diepholzer Kreis zunehmend an Bedeutung zu verlieren.

Die Arbeitslosenquote liegt derzeit, wie auch schon im Vormonat, bei 4,3 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,9 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei den Arbeitsagenturen in Diepholz, Sulingen, Syke und der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen, ist der Arbeitslosenbestand mit 4 zusätzlichen Arbeitslosen annähernd konstant im Vormonatsvergleich geblieben. Ein Anstieg ist bei den jüngeren Arbeitslosen zu erkennen. Nach dem Ende der Ausbildung oder der Schulzeit melden sich vermehrt junge Menschen zu Beginn der Ferienzeit arbeitslos.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter im Landkreis Diepholz ist die Zahl der Erwerbslosen um 1,6 Prozent auf nun 3.054 Männer und Frauen gesunken.

Die Arbeitgeber im Landkreis Diepholz haben im Berichtsmonat 105 Stellen mehr als im Vormonat gemeldet. Mit aktuell 466 neuen Stellen im Zugang liegt der Wert um 108 Arbeitsstellen über dem aus dem Vorjahr.

Im Kreis Diepholz ist die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit auch im Juli nochmals zurückgegangen. Bis zum Stichtag am 25. Juli haben 3 Betriebe für bis zu 118 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im Vormonat gab es 7 neue Anzeigen auf Kurzarbeit im Kreis.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Landkreis Nienburg:

Im Landkreis Nienburg ist die Arbeitslosigkeit im Juli um 11 Personen bzw. 0,3 Prozentpunkte gesunken. Im Berichtsmonat waren 3.344 Personen von Erwerbslosigkeit im Kreis betroffen, 539 weniger als im vergangenen Jahr, als die Auswirkungen der Pandemie noch deutlicher das Arbeitsmarktgeschehen beeinflusst haben. Ein üblicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist bei den jüngeren Arbeitslosen erkennbar, da sich viele aus der Personengruppe der unter 25-Jährigen nach Beendigung der Ausbildung oder Schulzeit zur Ferienzeit arbeitslos melden.

Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,0 Prozent auf Vormonatsniveau. Im Juli 2020 lag diese Quote noch bei 5,8 Prozent.

Bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, dem Bereich der Arbeitslosenversicherung, ist der Bestand an Arbeitslosen leicht angestiegen. Im Juli waren 1.203 Personen arbeitslos, ein Anstieg um 43 bzw. 3,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich ist ein Rückgang um 627 Männer und Frauen zu erkennen.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter lag die Zahl an Erwerbslosen im Berichtsmonat mit 2.141 Personen um 54 Personen oder 2,5 Prozent unter dem Vormonatswert.

Im Berichtsmonat meldeten die Arbeitgeber im Kreis Nienburg 284 neue Stellen zur Besetzung, 92 weniger als im Vormonat und 36 mehr als noch im Juli des vergangenen Jahres.

4 Betriebe haben im Landkreis Nienburg im Juli (Stichtag: 25. Juli) Kurzarbeit für bis zu 24 Beschäftigte angezeigt. Dies sind 5 Anzeigen weniger als im vorangegangenen Berichtsmonat.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Landkreis Verden:

Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Verden um 30 Personen bzw. 1,2 Prozent auf aktuell 2.532 Männer und Frauen gesunken. Das sind 750 Arbeitslose bzw. 22,9 Prozent weniger als vor einem Jahr, als die Pandemie noch stärkeren Einfluss auf den Arbeitsmarkt genommen hat.

Im aktuellen Berichtsmonat Juli lag die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent und damit konstant auf dem Niveau des Vormonats. Vor einem Jahr betrug die Quote 4,4 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur Verden, ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 39 Personen oder 3,0 Prozent auf 1.248 Arbeitslose gesunken. Das sind 628 arbeitslose Frauen und Männer bzw. 33,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Zahl der Arbeitslosen leicht um 9 Personen auf einen Bestand von 1.284 Männer und Frauen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 122 Erwerbslose weniger.

Die Arbeitgeber im Landkreis Verden haben der Arbeitsagentur im Juli 650 neue Stellen gemeldet, 317 Arbeitsangebote mehr als im vergangenen Jahr im Juli.

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit bleibt im Verdener Kreis auf einem konstant niedrigen Niveau. Bis zum 25. Juli wurden 3 neue Anzeigen auf Kurzarbeit gemeldet. Von diesen neuen Anzeigen könnten bis zu 73 Personen betroffen sein.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.