30.06.2022 | Presseinfo Nr. 44

Der Arbeitsmarkt im Juni 2022

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt
 

  • Arbeitskräftenachfrage bleibt hoch
  • Ukrainische Geflüchtete am Arbeitsmarkt

Nachdem in den vergangenen Monaten regelmäßig von sinkenden Arbeitslosenzahlen berichtet wurde, sind im Juni erstmals mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat.

Im Juni waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden 10.556 Männer und Frauen erwerbslos. Im Vergleich zum Vormonat stellt dies einen Anstieg um 313 Menschen oder 3.1 Prozent dar. Im vergangenen Jahr wurden im Berichtsmonat Juni 676 Erwerbslose mehr gemeldet.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,0 Prozent, 0,1 Prozentpunkte über dem Wert aus dem Monat Mai. Im Vorjahr lag die Quote bei 4,2 Prozent.

„Die aktuellen Arbeitslosenzahlen in unserem Agenturbezirk unterscheiden sich mit Blick auf die beiden Rechtskreise stark“, erklärt Christoph Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden.

„Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung leicht sinkende Zahlen zu erkennen sind, sehen wir im Bereich der Grundsicherung einen deutlichen Anstieg der Erwerbslosenzahlen. Die Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine und die Aufnahme in das soziale Sicherungssystem der Grundsicherung seit Anfang Juni lassen sich in den Zahlen erstmals erkennen“ ergänzt der Agenturchef. In den drei Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden leben aktuell 1.348 gemeldete erwerbsfähige Personen, die eine ukrainische Staatsangehörigkeit haben.

Eine anhaltend positive Entwicklung ist bei den gemeldeten Arbeitsstellen zu sehen. Im Berichtsmonat meldeten die Unternehmen im Agenturbezirk 946 neue Stellen zur Besetzung. Das sind 71 mehr als im Vormonat. Noch immer sind 5.987 Arbeitsstellen unbesetzt. Der aktuelle Bestand liegt damit um 785 Arbeitsangeboten über dem Wert aus dem vergangenen Jahr. „Die Unternehmen suchen weiterhin dringend nach neuen Kräften“, betont Tietje. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, in der Gastronomie, im Gesundheitswesen und in der Arbeitnehmerüberlassung gestiegen“, ergänzt der Agenturleiter weiter.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Juni bei 13.684 Personen. Das waren 1,7 Prozent oder 234 Männer und Frauen mehr als vor einem Monat. Im Vorjahresvergleich stellt dies einen Rückgang um 4,4 Prozent dar.

Entwicklung nach Landkreisen

Landkreis Diepholz:

Im aktuellen Berichtsmonat ist ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Kreis Diepholz zu erkennen gewesen. Im Juni waren hier 4.789 Männer und Frauen arbeitslos, 208 oder 4,5 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich ist ein Rückgang um 526 Erwerbslose zu erkennen.

Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte von 3,7 Prozent aus dem Vormonat auf nun 3,9 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.

Auch im Landkreis Diepholz lässt sich eine unterschiedliche Entwicklung in den beiden Rechtskreisen erkennen, die überwiegend auf der Aufnahme der Geflüchteten in die Grundsicherung seit Beginn des Monats basiert.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur, waren 1.848 Männer und Frauen bei den Geschäftsstellen in Diepholz, Sulingen, Syke und der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen arbeitslos. Dies stellt einen Rückgang um 34 Personen oder 1,8 Prozent dar. Im Vorjahr waren 363 Männer und Frauen mehr arbeitslos.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter sind die Arbeitslosenzahlen aus den genannten Gründen im Berichtsmonat gesunken. Der Bestand lag im Berichtsmonat bei 2.941 Personen, 242 mehr als im Mai. Aktuell leben 393 gemeldete erwerbsfähige Personen im Kreis, die eine ukrainische Staatsangehörigkeit haben.

Die Diepholzer Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 391 neue Stellen zur Besetzung. Das sind 66 mehr als im Mai. Im Berichtsmonat gab es noch 2.163 unbesetzte Arbeitsangebote.

Landkreis Nienburg:

Im Landkreis Nienburg ist trotz der Aufnahme ukrainischer Geflüchteter der Bestand an Arbeitslosen insgesamt im Juni rückläufig gewesen. Im Berichtsmonat waren 3.226 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 37 weniger als im Vormonat und 129 weniger als im vergangenen Jahr.

Die Arbeitslosenquote ist durch den leichten Rückgang ebenfalls gesunken. Nachdem im Vormonat eine Quote von 4,9 Prozent gemeldet wurde, sank sie im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf nun 4,8 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 5,0 Prozent.

Im Bereich der Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, die zur Arbeitslosenversicherung gezählt werden, ist die Zahl der Arbeitslosen erneut gesunken. Hier waren im Juni 1.109 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 41 weniger als im Mai. Im Juni 2021 waren 51 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter sind die Arbeitslosenzahlen annähernd konstant geblieben. Mit 2.117 Arbeitslosen liegt dieser Wert um 4 Personen über dem Vormonatswert. Verglichen mit dem Vorjahreswert stellt dies einen Rückgang um 78 Personen oder 3,6 Prozent dar.

Aktuell leben 325 gemeldete erwerbsfähige Personen im Kreis, die eine ukrainische Staatsangehörigkeit haben.

Die Arbeitgeber im Landkreis Nienburg meldeten 225 neue Arbeitsstellen im Juni, 3 mehr als im Mai. Aktuell sind noch 1.473 Stellen im Landkreis Nienburg unbesetzt.

Landkreis Verden:

Im Kreis Verden sind im aktuellen Berichtsmonat gestiegene Arbeitslosenzahlen zu erkennen. Nachdem im Vormonat 2.399 Männer und Frauen erwerbslos waren, ist diese Zahl um 142 Personen auf nun 2.541 Menschen angestiegen. Im Vorjahr wurden 21 Arbeitslose weniger gezählt.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen bewirkt einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf nun 3,4 Prozent. Im Juni 2021 wurde ebenfalls eine Quote von 3,4 Prozent gemeldet.

Ähnlich wie im gesamten Agenturbezirk sind die gestiegenen Arbeitslosenzahlen im Kreis maßgeblich auf die Aufnahme ukrainischer Geflüchtete in das Grundsicherungssystem ab Juni zurückzuführen.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei der Arbeitsagentur Verden, sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat um 8 Männer und Frauen auf aktuell 1.149 Personen gesunken. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 1.287.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter im Landkreis ist die Zahl der Arbeitslosen, wie bereits im Vorfeld erwähnt, gestiegen. Im Berichtsmonat waren hier 1.392 Menschen arbeitslos, 150 mehr als im Juni und 117 mehr als noch im Vorjahr.

Aktuell leben 630 gemeldete erwerbsfähige Personen im Kreis, die eine ukrainische Staatsangehörigkeit haben.

Die Verdener Betriebe meldeten im Berichtsmonat 330 neue Arbeitsstelle. Das sind 2 mehr als im Mai. Aktuell sind im Kreis noch 2.351 Stellen unbesetzt.