04.01.2019 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarkt Dezember 2018

Jahresrückblick 2018:

►Sieben Prozent Arbeitslose weniger als 2017
►Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit 28 Jahren
►Langzeitarbeitslosigkeit um über fünf Prozent gesenkt
►Beschäftigung geht leicht zurück  
 

Niedrigste Arbeitslosigkeit

Das Jahr 2018 endete mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit 28 Jahren. Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur zieht Bilanz: „Das Ergebnis war besser als erwartet. Wir haben sieben Prozent Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,2 Prozent und damit unter Nordrhein-Westfalen oder Bremen.“  Der Jahresrückblick 2018, zudem die Nordhäuser Arbeitsagentur in den ersten Januartagen regelmäßig einlädt, lässt schnell die Fakten erkennen.

Rund 8.300 Männer und Frauen waren 2018 im Jahresdurchschnitt ohne Arbeit. Vor einem Jahr waren es noch über 600 Personen mehr.

Neben den Arbeitslosen wurden 2018 durchschnittlich noch rund 3.700 weitere Personen unterstützt, vor allem in Weiterbildungen oder in Eingliederungsmaßnahmen. Das waren rund 300 Männer und Frauen weniger als im Jahr zuvor. Menschen in Förderung zählen offiziell bundesweit nicht als Arbeitslose. Sie suchen dennoch Beschäftigung. Karsten Froböse stellt klar: „Förderung hat viele Menschen weitergebracht.“ Addiert man Arbeitslose und Menschen in Förderung, so hätten rund 1.000 Personen weniger im letzten Jahr eine Beschäftigung gesucht.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung leicht rückläufig

 Rund 86.800 Menschen waren zur Jahresmitte 2018 in Nordthüringen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit Blick auf die letzten zehn Jahre, sei das noch immer ein hohes Beschäftigungsniveau. Gleichwohl habe es 2018 einen leichten Rückgang gegeben. Während die Beschäftigung im Landkreis Eichsfeld praktisch konstant blieb (+0,2%), ging im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis die Entwicklung leicht zurück (-0,6%; -0,7%). In Thüringen ist das anders. Das Land verzeichnete zeitgleich einen Beschäftigungszuwachs von 0,5 Prozent. Gerade der Raum Erfurt profitiere stark von Ansiedlungen im Logistikbereich, so Froböse.

Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte auf niedrigsten Stand gesenkt werden

Mit der niedrigsten Zahl an Langzeitarbeitslosen in einem Jahresdurchschnitt endete 2018. „Wir haben die Menschen intensiv beraten und individuell unterstützt“, so Froböse. „Die wirtschaftliche Lage hat außerdem dazu beigetragen.“ Etwas über 3.000 Männer und Frauen sind aktuell noch langzeitarbeitslos, rund fünf Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2017. Hier würden Förderung und Weiterbildung nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, um diese Menschen in Arbeit zu bringen. „Das wird eine unserer wichtigsten Aufgaben 2019“, unterstreicht der Agenturchef. „In den Jobcentern bietet das Teilhabechancengesetz ab diesem Jahr neue Möglichkeiten.“ Die neuen Förderungen ermöglichen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen für Menschen, die bereits länger auf Hartz IV angewiesen sind.

Zahl der arbeitslosen Jugendlichen weiter gesenkt

Auch die Jugendlichen profitierten im vergangenen Jahr vom Arbeitsmarkt.

Noch nie gab es in einem Jahresrückblick so wenig Jobsuchende unter 25 Jahren. 552 Jugendliche wurden in Nordthüringen betreut. Vor fünf Jahren waren es noch fast doppelt so viel. 210 Jugendliche waren bei der Arbeitsagentur und 342 bei den Jobcentern gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag 2018 bei 5,8 Prozent.

 

2018 in den Landkreisen:

Arbeitslosigkeit sank in allen drei Landkreisen

Im Landkreis Nordhausen ging die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf und verglichen mit dem Vorjahr von 7,5 auf 7,0 Prozent zurück. Durchschnittlich 3.000 Personen waren 2018 hier ohne Arbeit

Der Kyffhäuserkreis lag 2018 bei 8,3 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote hier noch 8,7 Prozent. Rund 3.200 Jobsuchende gab es 2018. Im Jahr zuvor waren es noch fast 3.400.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Eichsfeld sank im Jahresdurchschnitt mit 3,9 erstmals auf unter vier Prozent. Rund 2.100 Arbeitslose waren auf Jobsuche. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent.

Qualifizierung als Weg zur Fachkräftesicherung

Das Thema Qualifizierung stand 2018 in der Nordhäuser Arbeitsagentur weiter im Mittelpunkt. Über 1.000 Männer und Frauen begannen im vergangenen Jahr eine Weiterbildung oder Umschulung. „Es geht darum Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen. Wer aktuell qualifiziert ist, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, meint Karsten Froböse. Zudem würden Digitalisierung und Demografie neue Herausforderungen mit sich bringen. „Ohne Weiterbildung geht es nicht.“ Auch für Beschäftigte gäbe es heute Möglichkeiten eine Ausbildung nachzuholen oder Kenntnisse zu erweitern.  Mit dem Programm „WeGebAU“, dies steht für „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Arbeitnehmer in Unternehmen“, helfe die Bundesagentur für Arbeit Unternehmen und Beschäftigten. Rund 80 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben 2018 eine Weiterbildung begonnen, doppelt so viel wie 2016. Man habe bereits Fortschritte erzielt, doch da sei noch Luft nach oben, so der Agenturchef.