01.03.2019 | Presseinfo Nr. 7

„Die Zukunft wartet nicht…“

 „Wir hatten die niedrigste Februar-Arbeitslosigkeit."

 „Wir hatten die niedrigste Februar-Arbeitslosigkeit. Die Quote liegt bei 6,7 Prozent. Das ist für den Winter ein gutes Ergebnis“, sagt Karsten Froböse. Der Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur nutzt den Besuch im Unternehmen MAXIMATOR GmbH in Nordhausen für die Präsentation der aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Um 4,7 Prozent ging die Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr zurück. Mit Blick auf die anderen Regionen Thüringens war es jedoch der niedrigste Rückgang. Aus Sicht von Karsten Froböse nicht zuletzt, weil in den meisten Landkreisen die Beschäftigung noch steige, während man im Norden des Freistaates bereits eine leicht sinkende Tendenz registriert. Den Beschäftigungsrückgang gibt es bei Zeitarbeitsunternehmen, Finanzdienstleistern und im Baubereich. In der Baubranche liege es allerdings im Wesentlichen daran, dass mehr ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand wechseln, als Jüngere nachkommen. Aktuell sind 190 Stellen im Baubereich frei. Qualifizierte Arbeitskräfte haben hier gute berufliche Chancen.

Positiv habe sich im letzten Monat vor allem ausgewirkt, dass saisonbedingte Entlassungen aufgrund des milden Winters nur von kurzer Dauer waren und Unternehmen noch früher als vor Jahren auf gute Leute zurückgreifen.  

9.165 Männer und Frauen waren im letzten Monat ohne Arbeit. Vor einem Jahr waren es noch rund 450 Personen mehr.

Langzeitarbeitslosigkeit rückläufig

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte zum Vorjahr um sieben Prozent reduziert werden. Knapp ein Drittel aller Arbeitslosen sind derzeit länger als 12 Monate arbeitslos, 220 weniger als im Februar 2018. Menschen, die über Jahre keine Arbeit mehr hatten, benötigen mehr Investition und individuelle Herangehensweise. Häufig müsse man berufliche Kenntnisse erweitern, sagt Karsten Froböse. „Mit dem Teilhabechancengesetz können wir seit diesem Jahr Menschen besser unterstützen.“ In den letzten Wochen seien bereits erste Vermittlungen im Jobcenter Nordhausen erfolgt. Für die nächsten Wochen sind für über zwanzig Langzeitarbeitslose Einstellungen vorbereitet.

Auch für Arbeitgeber können die Zuschüsse und Coachings interessant sein. Es gibt zwei Fördermöglichkeiten:

Im ersten Jahr bekommen Unternehmen für Arbeitnehmer, die zuvor zwei Jahre arbeitslose waren, einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent, im zweiten Jahr 50 Prozent des Arbeitsentgelts. Das zweite Instrument ist für sehr arbeitsmarktferne Personen gedacht. Arbeitgeber erhalten für sie in den ersten beiden Jahren einen Zuschuss von 100 Prozent. In den drei folgenden Jahren wird er um jeweils zehn Prozent reduziert. Zur Förderung gehört auch eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen und begleitende Betreuung.

Der Blick in die Landkreise:

Arbeitslosigkeit sank in allen drei Landkreisen gegenüber dem Vorjahr

3.336 Menschen waren im Landkreis Nordhausen auf Jobsuche. Das waren 90 Personen weniger als im Januar und knapp vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Quote liegt erstmals unter acht Prozent in einem Februar.

Den höchsten Rückgang der Arbeitslosigkeit in Nordthüringen gab es im Kyffhäuserkreis. Hier ging die Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr um fast acht Prozent zurück. 3.422 Menschen suchen eine Beschäftigung, 130 weniger als im letzten Monat. Die Quote liegt bei 8,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 9,5 Prozent.

2.407 Männer und Frauen sind im Landkreis Eichsfeld arbeitslos, knapp fünfzig weniger als vor vier Wochen. Zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent, 0,1 Prozentpunkte unter der des Vorjahres.

Hilfskräfte stärker von Arbeitslosigkeit betroffen

Die sogenannten berufsspezifischen Arbeitslosenquoten zeigen es eindeutig: Wer als Fachkraft arbeitet hat, dank hoher Nachfrage nach qualifiziertem Personal, gute Perspektiven und ein deutlich geringeres Risiko arbeitslos zu werden.

Deutlich wird dies unter anderem im Metallbau. Während für Hilfskräfte die Arbeitslosenquote bei 17,4 Prozent liegt, haben Fachkräfte mit 2,3 Prozent praktisch Vollbeschäftigung. Ähnlich verhält es sich bei der Altenpflege. Hier sind rund acht Prozent der Hilfskräfte von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote der Fachkräfte beläuft sich auf gerade mal 0,6 Prozent. Für Karsten Froböse sind das klare Signale: „Wer heute Sicherheit für morgen will, der sollte für Qualifizierung offen sein. Die Zukunft wartet nicht, Stillstand bedeutet Rückschritt.“