30.04.2019 | Presseinfo Nr. 12

Langsamere Konjunktur erreicht den Arbeitsmarkt

„Erstmals weniger als 8.000 Arbeitslose in einem April. Das war ein erfreuliches Ergebnis. Dennoch zeigt der Arbeitsmarkt inzwischen Licht und Schatten“, beschreibt Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, die Situation. Jahreszeitlich bedingt sei die Arbeitslosigkeit um fast sieben Prozent zum März gesunken.
 

 „Erstmals weniger als 8.000 Arbeitslose in einem April. Das war ein erfreuliches Ergebnis. Dennoch zeigt der Arbeitsmarkt inzwischen Licht und Schatten“, beschreibt Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, die Situation. Jahreszeitlich bedingt sei die Arbeitslosigkeit um fast sieben Prozent zum März gesunken.

Es gäbe allerdings bereits erste Auswirkungen einer unsicheren Konjunkturentwicklung bei Automobilzulieferern und Zeitarbeitsfirmen, die bekanntlich als Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung gesehen werden. „Die Entwicklung betrifft zunächst die Arbeitsagentur“, so Froböse. „Wir haben hier einen Anstieg der Arbeitslosigkeit.“ Die Jobcenter seien noch nicht betroffen. Trotz aller Eintrübung: „Es gibt noch viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Wer gut ausgebildet ist, kann nach Entlassung schnell wieder in Arbeit vermittelt werden.“ 1.500 freie Stellen bietet der Arbeitgeber-Service derzeit, davon rund 570 in Produktion, Fertigung und im Baugewerbe.

Das Arbeitsmarktgespräch fand auf Einladung der Verkehrsbetriebe Nordhausen GmbH in einer der Nordhäuser Traditionsstraßenbahnen statt. Viel hat sich seit Jahren bei den Verkehrsmitteln verändert, vordergründig ging es aber um die gegenwärtige Situation und um den Blick in die Zukunft.

7.956 Arbeitslose waren Ende des Monats auf Jobsuche, davon knapp 3.000 bei der Arbeitsagentur mit ihren Geschäftsstellen in Sondershausen und Leinefelde-Worbis.

Die Arbeitslosenquote liegt für Agentur und Jobcenter zusammen bei 5,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 6,1 Prozent.

Weniger arbeitslose Jugendliche in Nordthüringen

Etwas über 500 unter 25-Jährige sind in Nordthüringen ohne Arbeit, sieben Prozent weniger als vor einem Jahr. „Gut qualifizierte junge Leute sind auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt“, so Froböse. Um über elf Prozent ging die Vermittlung der Jüngeren in den ersten Arbeitsmarkt, verglichen mit dem Vormonat, nach oben. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen liegt aktuell bei 5,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit sinkt im Kyffhäuserkreis auf den niedrigsten Stand

Der Kyffhäuserkreis registrierte mit 2.941 Arbeitslosen die bislang niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1990. Um über 300 Personen ging die Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 7,6 Prozent und ist vergleichbar mit Köln oder Kassel. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 8,3 Prozent. 145 arbeitslose Jugendliche gibt es derzeit im Kyffhäuserkreis, 65 bei der Agentur und 80 beim Jobcenter des Kyffhäuserkreises.

2.945 Menschen waren im Landkreis Nordhausen Ende April auf Arbeitsuche, über 100 weniger als im April 2018. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,8 Prozent, 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Im Landkreis Eichsfeld ging die Arbeitslosigkeit zum Monat März um sieben Prozent zurück. 2.070 Männer und Frauen waren Ende April arbeitslos. Zum Vorjahresmonat stieg die Zahl um rund dreißig Personen. Hier zeigen sich erste Auswirkungen schwächerer Konjunktur.

Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,8 Prozent noch auf dem Vorjahresniveau.

Gute Perspektiven in Transport und Logistik

Mit derzeit knapp 4.000 Beschäftigten verzeichnete die Transport- und Logistikbranche in den letzten fünf Jahren rund zwölf Prozent Beschäftigungszuwachs. In der Verkehrsbetriebe Nordhausen GmbH kümmert man sich aktiv um den eigenen Fachkräftenachwuchs. Jährlich werden Fachkräfte Fahrbetrieb, Elektroniker für Betriebstechnik oder Kraftfahrzeugmechatroniker im Unternehmen ausgebildet. Der Agenturchef verweist in dem Zusammenhang schon auf den jährlichen Berufsaktionstag auf dem Autodrom und die zahlreichen Mitmachangebote. „Den 22. Juni sollte man sich unbedingt vormerken.“

Vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten in Nordthüringen

Den rund 1.100 Ausbildungsbewerbern standen Ende April 1.310 Ausbildungsstellen gegenüber. Fast 900 Stellen sind noch nicht besetzt oder Entscheidungen stehen noch aus. Aus dem verarbeitenden Gewerbe gingen allein 640 Ausbildungsangebote ein, drei Prozent mehr als 2018. Demgegenüber stehen 340 Bewerber. „Wer sich für eine Ausbildung in Produktion und Fertigung entscheidet, hat die Wahl des Unternehmens“, bestätigt Karsten Froböse. Im Gegensatz zu den Büroberufen. Hier haben eher die Unternehmen die Wahl. Auf rund 112 Ausbildungsstellen gibt es 180 Bewerber.