01.04.2020 | Presseinfo Nr. 27

Anzeigen auf Kurzarbeit in Nordthüringen massiv

Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit von Nordthüringer Unternehmen ist im März sprunghaft nach oben gegangen. Wie viele Arbeitnehmer tatsächlich davon betroffen sind, wird erst die detaillierte Statistik im April zeigen.
 
 

Bis Ende März wurden aufgrund der Corona-Pandemie wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten oder behördlicher Schließungen rund 1.000 Anzeigen auf Kurzarbeit erfasst. Die Registrierung für März läuft derzeit noch. Als Vergleichsgröße - im gesamten Jahr 2019 gab es 52 Anzeigen im Agenturbezirk Nordhausen.

„Das ist eine riesen Welle. Noch nie gab es in so kurzer Zeit so viel Beratungsbedarf von Seiten der Unternehmen“, berichtet Agenturchef Karsten Froböse. „Selbst zur Finanzkrise 2009 nicht. Hier hatten wir rund 660 Firmen in zwölf Monaten in Kurzarbeit. Aktuell stellen wir fest, dass Arbeitgeber auf mehreren Wegen Anzeigen einreichen.“ Das bedeute, dass die Zahl der Anzeigen höher liegt, als die Anzahl der betroffenen Unternehmen.  „Wieviel Unternehmen tatsächlich betroffen sind, zeigen die nächsten Wochen“, so Froböse.

Zum Förderinstrument der Kurzarbeit muss man wissen, dass die Unternehmen in einem ersten Schritt Kurzarbeit mit dem Betriebsrat, wenn nicht vorhanden mit dem Arbeitnehmer, vereinbaren und dann bei der Arbeitsagentur anzeigen. Die Unternehmen erhalten aufgrund der Anzeige die entsprechende Entscheidung bzw. den Bewilligungsbescheid. Auch wenn der Bescheid noch nicht vorliegt, kann Kurzarbeit in den Unternehmen bereits beginnen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch unklar, wieviel Arbeitnehmer tatsächlich letztlich in Kurzarbeit gehen mussten. Dies erfahren wir erst, wenn die Arbeitgeber in den nächsten Wochen die Lohnabrechnungen vornehmen und in einem zweiten Schritt den Antrag auf Erstattung für die Beschäftigten einreichen. Umfang und Dauer der realisierten Kurzarbeit hängt dann davon ab, wie beharrlich die Eindämmungsmaßnahmen und die Krise weiterhin sind.