31.03.2020 | Presseinfo Nr. 26

Arbeitsmarkt März 2020

8.334 Menschen waren im März arbeitslos. Die Quote lag bei 6,2 Prozent.

Es war die bislang niedrigste Zahl in einem März seit 30 Jahren. Noch vor kurzem hätte man Grund gehabt sich uneingeschränkt darüber zu freuen. Doch der Stichtag für die Erhebung der Zahlen lag Mitte März. Nur wenige Tage später wirkte sich die Corona-Krise auf das gesellschaftliche Leben und den Alltag der Menschen aus. Die Schutzmaßnahmen der Politik schränkten die wirtschaftlichen Aktivitäten stark ein. Die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt werden erst mit zeitlichem Verzug spürbar. „Wir alle durchleben eine Zeit, die wir uns vor kurzem noch nicht hätten vorstellen können“, so Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur. „Die März-Zahlen weisen uns nicht den Weg in die Zukunft. Wir werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erst in einigen Wochen genauer beschreiben können. Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir im April weiter sinkende Arbeitslosenzahlen haben werden.“

Kurzarbeit sichert Beschäftigung

Die Zahl der Beratungen zu Kurzarbeit ist bei der Nordhäuser Arbeitsagentur um ein Vielfaches nach oben gegangen. Aus vielen Bereichen der Wirtschaft kommen jetzt Anfragen. Ob Industrie und Handwerk, oder Gaststätten, Läden und Friseursalons – das Spektrum ist größer als bei der Krise vor rund zwölf Jahren. „Das Thema Kurzarbeit steht derzeit an erster Stelle. Wir haben Krisenbetrieb.“ Man habe umorganisiert, die Mitarbeiter in kürzester Zeit geschult und die telefonische Erreichbarkeit für Arbeitgeber in der letzten Woche deutlich verbessert. Die Hotline sei jetzt gut erreichbar, habe inzwischen sogar vor allem am Nachmittag freie Kapazitäten. Derzeit erfasse man die Anzeigen der Unternehmen und bereite die Bearbeitung der Anträge auf Kurzarbeitergeld vor und das inzwischen auch samstags. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sicherheit von Unternehmen und Arbeitnehmern. Die Auszahlung von Geldleistungen, wie dem Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld, hat Priorität“, so Froböse. „Mit Kurzarbeit kann Arbeitslosigkeit vermieden werden.“

Personalnachfrage in einzelnen Bereichen

Neben den Branchen, die zurzeit unter der Corona-Krise leiden, gibt es Wirtschaftsbereiche, die dringend Arbeitskräfte suchen. Dazu zählen die Gesundheitsbereiche und die Pflege, der Lebensmitteleinzelhandel und die -produktion, sowie Teile der Landwirtschaft und Transport, Verkehr, Logistik. Hier gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten sowohl für Fachkräfte, als auch im Rahmen von Nebenverdiensten. Auch Menschen in Kurzarbeit können hier dazu verdienen.