01.07.2020 | Presseinfo Nr. 43

Arbeitsmarkt in Nordthüringen

Zum Halbjahresende lag die Zahl der Arbeitslosen im Nordhäuser Agenturbezirk, ähnlich wie Vormonat, bei 9.200 Personen. Gegenüber Juni 2019 stieg die Arbeitslosigkeit an.
 

„Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Mai praktisch konstant geblieben“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhausen, Karsten Froböse, bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen Monat Juni. „Die Situation ist schwierig. Wir haben zwanzig Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr.“ Die Männer (+25,3%) sind beim Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker als die Frauen (+14,1%) betroffen.

Die Wirtschaft habe auch im letzten Monat weniger Arbeitskräfte als bislang nachgefragt. Insbesondere bei den Automobilzulieferern, bei Zeitarbeitsunternehmen, in Teilen des Einzelhandels und der Gastronomie sei die Nachfrage gering.

Etwas Positives gäbe es immerhin, so Froböse. Die Arbeitslosmeldungen gingen im Juni zurück. Verglichen mit Mai habe man fast zwanzig, zum Vorjahr sechs Prozent weniger.

Die Arbeitslosenquote liegt im Agenturbezirk, unverändert zum Mai, bei 6,9 Prozent und bildet in Thüringen hinter dem Agenturbezirk Gotha den höchsten Wert. Nordthüringen liegt damit auf dem Niveau von Frankfurt am Main oder der Region Hannover.

Wieder mehr Weiterbildungen

Menschen wollen oder müssen sich in diesen Zeiten beruflich neuorientieren.

Nachdem die Bildungseinrichtungen ihr persönliches Angebot erweitern bieten sich für die Menschen wieder mehr Möglichkeiten zur Qualifizierung. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist eine Qualifizierung entscheidend“, bestätigt Froböse. Nachfragestarke Bereiche, wie beispielsweise die Altenpflege oder die Gesundheitsbranche suchen gut ausgebildete Leute. Ab September beginnen die Qualifizierungen zur Pflegefachkraft. Das könne für manch einen eine gute Alternative sein. „Der Beruf ist anspruchsvoll und mit hohen persönliche Anforderungen verbunden“, so Froböse. „Aber er bietet konjunkturunabhängig berufliche Perspektiven.“

Insgesamt absolvieren aktuell rund 470 Arbeitslose eine berufliche Bildungsmaßnahme. Vor einem Jahr waren es knapp 540. Auch hier habe sich der Lockdown ausgewirkt. „Gemeinsam können wir hier jetzt mehr bewegen.“

Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze

Die Förderung durch Kurzarbeit sichere nach wie vor vielen Menschen den Arbeitsplatz, unterstreicht Karsten Froböse. Im Juni sind 65 Anzeigen über Kurzarbeit für rund 680 Personen eingegangen. Insgesamt wurden seit März über 3.200 Anzeigen bislang eingereicht.

Der Blick in die Landkreise

Im Landkreis Eichsfeld ging die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr um ein Drittel nach oben. 2.545 Jobsuchende wurden registriert, etwa so viel wie im Mai. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,7 Prozent, genau wie im Vormonat. Die Quote des Vorjahres betrug 3,6 Prozent.

Im Landkreis Nordhausen waren im Juni 3.484 Menschen arbeitslos. Hier blieb die Arbeitslosigkeit zum Vormonat annähernd konstant. Zum Vorjahr betrug die Steigerung rund ein Fünftel. Die Arbeitslosenquote lag im Juni unverändert bei 8,2 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug sie noch 6,8 Prozent.

Im Kyffhäuserkreis ging die Zahl der Arbeitslosen zum Mai zurück. 3.173 Menschen waren Ende Juni ohne Arbeit. Das sind über 50 weniger als vier Wochen zuvor. Der Anstieg zum Vorjahr um 10,5 Prozent fiel in den drei Landkreisen am geringsten aus. Der Kyffhäuserkreis hatte im Juni eine Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent und lag damit über den 7,6 Prozent des Vorjahres.

Froböse: „Die Zukunft macht keine Ferien“

Der Beginn des neuen Ausbildungsjahres rückt näher. Noch ist nicht für alle Bewerber klar, wie es nach den Ferien weitergeht. Neben den Schülern seien auch die arbeitslosen Jugendlichen angesprochen, die aktuell noch keine Berufsausbildung haben. Auch mit Mitte zwanzig sei es für eine Berufsausbildung nicht zu spät.   

Bei über 600 Ausbildungsstellen stehen derzeit die Entscheidungen noch aus, oder sie sind noch nicht besetzt.

In Bad Frankenhausen habe man für den 05. August und in Nordhausen für den 12. August eine Ausbildungsbörse gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften, der IHK und Vertretern der Landkreise vorbereitet. Für den Landkreis Eichsfeld ist die Börse in Planung. Schüler und Bertriebe hätten so in letzter Minute noch die Möglichkeit sich kennenzulernen. “Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Flexibilität und Engagement der Schlüssel zum Erfolg“, so Froböse. „An diesen Tagen haben Jugendliche noch eine weitere Chance auf einen Ausbildungsplatz.“ Ein Corona-Ausbildungsjahrgang solle vermieden werden. Karsten Froböse: „Es geht um die Zukunft der jungen Menschen und Zukunft macht keine Ferien.“ Es gäbe noch zahlreiche gute Ausbildungsangebote in den Landkreisen. Interessenten können sich unter 03631 650350 anmelden. Aus Gründen des Infektionsschutzes ist eine Anmeldung erforderlich.