30.09.2020 | Presseinfo Nr. 54

Arbeitsmarkt in Nordthüringen

Ende September waren 8.758 Personen ohne Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen lag im Nordhäuser Agenturbezirk unter dem Wert des Monats August. Gegenüber September 2019 stieg die Arbeitslosigkeit spürbar an.
 

Im September sinkt regelmäßig die Arbeitslosigkeit. So war es auch in diesem Jahr. Wir haben eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent“, beschreibt Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhausen, die Situation. Die Corona-Krise hinterlässt ihre Spuren. „Wir haben über sechzehn Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr. Zudem sind noch immer viele Unternehmen in Kurzarbeit.“ Bereits vor Corona sei die Situation in Nordthüringen schwieriger geworden. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe im ersten Quartal um 1,2 Prozent abgenommen, während es in Thüringen nur 0,7 Prozent waren.

Auch beim Blick in die Zukunft stehe man vor großen Herausforderungen. Der Strukturwandel in der Automobilbranche und der damit einhergehende Stellenabbau werde in der kommenden Zeit das beherrschendes Thema sein. „Das macht uns Sorgen“, bestätigt Froböse.

Kurzarbeit

Kurzarbeit spielt nach wie vor für Betriebe eine große Rolle, um sicher durch die Krise zu kommen. Wie eine Hochrechnung für Mai zeigt, haben 1.850 Betriebe Kurzarbeit in Anspruch genommen. Das waren rund 240 weniger als im April. Die Zahl der Kurzarbeiter ist hingegen gestiegen, weil Großbetriebe Kurzarbeit im Mai ausgeweitet haben. Für rund 15.700 Beschäftigte wurde Kurzarbeitergeld gezahlt. Im April waren 15.170 Arbeitnehmer betroffen.

Für die Landkreise liegt die Hochrechnung vom Monat April vor. Danach war im Landkreis Eichsfeld mit rund 7.100 Arbeitnehmern jeder fünfte Beschäftigte in Kurzarbeit. 870 Betriebe beantragten die Leistung.

Achtzehn Prozent der Arbeitnehmer hatten im Landkreis Nordhausen Kurzarbeit. In 684 Unternehmen waren 5.380 Beschäftigte betroffen.

Der Anteil der Kurzarbeiter war mit 14 Prozent im Kyffhäuserkreis am geringsten. Hier wurde für knapp 2.700 Arbeitnehmer an 540 Betriebe Kurzarbeitergeld ausgezahlt.

Der Blick in die Landkreise

2.460 Menschen waren im Landkreis Eichsfeld letzten Monat arbeitslos, verglichen mit August waren das rund 100 weniger. Mit Blick auf das Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um fast dreißig Prozent (+558) an. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,6 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug sie noch 3,5 Prozent.

In Nordhausen liegt die Arbeitslosenquote mit dem Kyffhäuserkreis in diesem Monat gleichauf und beträgt 7,9 Prozent.

Der Landkreis Nordhausen verzeichnete Ende September 3.354 Menschen ohne Arbeit, 181 weniger als vier Wochen zuvor und 18 Prozent (+511) mehr als im September 2019.

Im Kyffhäuserkreis lag die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Dezember wieder bei unter 3.000 Personen. 2.944 Männer und Frauen waren Ende September gemeldet. Das waren 137 weniger als im August, aber rund sechs Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Fast ein Drittel ohne abgeschlossene Berufsausbildung

2.875 Männer und Frauen der rund 8.700 Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur.

„Berufsausbildung ist keine Garantie, wenn es um Entlassungen in Krisenzeiten geht“, so Karsten Froböse. „Dennoch sind Menschen ohne Ausbildung doppelt betroffen. Sie werden früher arbeitslos und finden schwerer wieder einen neuen Job.“ Siebzig Prozent der Arbeitsangebote im September seien für Fachkräfte gemeldet worden.

Seit Jahresbeginn registrierte die Nordhäuser Arbeitsagentur rund 2.100 freie Stellen, ein Viertel weniger als im gleichen Zeitraum 2019. Aus dem verarbeitenden Gewerbe kamen allein knapp vierhundert Arbeitsangebote.

Im September meldeten Unternehmen und Verwaltungen rund 270 Stellen. Zur Vermittlung stehen aktuell rund 1.100 Stellen zur Verfügung, das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr.