31.08.2021 | Presseinfo Nr. 35

Arbeitsmarkt August

 „Wir haben deutlich weniger Arbeitslose als vor einem Jahr“, sagt Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur.

Mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent liegt die Zahl der Arbeitslosen praktisch auf dem Niveau des Monats Juli. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,9 Prozent. 7.647 Arbeitslose waren Ende August gemeldet, 27 mehr als im Juli und rund 1.500 weniger als vor einem Jahr. „Die Lage ist aber noch nicht so gut wie 2019. Wir wissen, dass derzeit noch immer viele Beschäftigte in Kurzarbeit sind. Zudem ist die Beschäftigung im vergangenen Jahr gesunken.“ Der Agenturchef fasst am Dienstag während eines Pressegespräches bei der Agrargenossenschaft e.G. in Niederorschel die wesentlichen Fakten zusammen.

Ein Viertel weniger jugendliche Arbeitslose als 2020

Der Ferienbeginn hat sich ausgewirkt. Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen stieg im August an, die Entwicklung ist allerdings typisch für den August und jährlich wiederkehrend. Junge Leute haben ihre Ausbildung beendet und nicht sofort im Anschluss einen Arbeitsvertrag erhalten. Im letzten Monat waren 686 unter 25-Jährige auf Jobsuche. „Die gute Nachricht ist: Wir haben rund ein Viertel weniger arbeitslose Jugendliche als im Vorjahr.“

Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen liegt aktuell bei 6,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 9,2 Prozent. Erfahrungsgemäß werde sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen, laut Froböse, im kommenden Monat wieder verringern.

Personalnachfrage steigt gegenüber Vorjahr

Rund 340 Stellen wurden von den Unternehmen und Verwaltungen im August gemeldet, über 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zum Juli war die Zahl der gemeldeten Stellen um 16 Prozent leicht rückläufig. Das ist nicht ungewöhnlich. Häufig würden im Sommer dabei Betriebsferien eine Rolle spielen, weil Unternehmen in der Ferienzeit weniger Personal einstellen. Dennoch gab es in den letzten vier Wochen auch Branchen, wie die Pflege oder Bereiche von Lager, Logistik und Kurierdiensten mit steigender Nachfrage. Insgesamt habe die Personalnachfrage seit Jahresbeginn um rund sechzig Prozent über dem Krisenjahr 2020 gelegen.

Kurzarbeitergeld federt weiterhin Arbeitsausfälle ab

Nach dem Anstieg im Winter 2020 ging die Kurzarbeit ab Februar wieder zurück. Rund 8.000 Menschen waren zu Jahresbeginn im Agenturbezirk in Kurzarbeit. Im April waren es noch 5.000 Beschäftigte. Betroffen waren Teile des verarbeitenden Gewerbes, des Einzelhandels, der Gastronomie und der Tourismusbranche. Die genauen Zahlen für den Sommer werde man erst in einigen Monaten benennen können, da Unternehmen drei Monate Zeit zur Abrechnung haben.

Ausbildungsmarkt: Über 400 Ausbildungsstellen noch frei

889 Jugendliche waren insgesamt seit September letzten Jahres als Bewerber für eine Ausbildung gemeldet. Über 1.300 Ausbildungsstellen standen dem gegenüber.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist hoch“, bestätigt Karsten Froböse.

„Die Chancen, sogar noch in diesem Jahr in eine Ausbildung zu kommen, sind gut. Auf jeden unversorgten Bewerber kommen rechnerisch noch etwa drei freie Ausbildungsstellen.“ Nach Meinung des Agenturchefs sei nicht zu vergessen: „Im nächsten Jahr drängen neue Bewerber auf den Markt. Wer jetzt immer noch zögert, muss sich 2022 gegen diese jungen Leute durchsetzen. Das müsse jedem, der abwartet, klar sein.“

Man habe im Juli gemeinsam mit den Kammern drei Ausbildungsbörsen durchgeführt. „Über 100 Jugendliche nutzten das Angebot und haben sich bei den beteiligten Unternehmen informiert. 13 Bewerber konnten dadurch bislang noch in eine Ausbildung vermittelt werden.“

Sei es in Industrie oder im Handwerk - gut 400 Stellen sind aktuell noch frei. „Wir haben deutlich mehr Stellen als Bewerber. Viele junge Leute hatten aber aufgrund der Pandemie nicht die Möglichkeit auf ein Praktikum“, weiß Froböse. „Wer die Praxiserfahrungen deutlich verbessern möchte, sollte über eine Einstiegsqualifizierung in einem Unternehmen ab Oktober nachdenken“, so der Agenturchef. Das kann das Sprungbrett in Ausbildung für das kommende Jahr sein. Die Berufsberatung erteilt hierzu gern nähere Auskünfte.

August 2021 in den Landkreisen:

Erstmals sank die Arbeitslosenquote im Kyffhäuserkreis mit 6,8 Prozent unter die 7 Prozent-Marke. Das war die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1990. Im Vorjahresmonat betrug die Quote 8,2 Prozent. 2.522 Männer und Frauen waren in den letzten vier Wochen auf Jobsuche, rund 560 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber Juli ging die Zahl der Arbeitslosen um 40 Personen zurück.

„Uns muss aber bewusst sein, dass noch immer viele Menschen in Kurzarbeit sind. Das gilt für alle drei Landkreise“, so Froböse.

Der Landkreis Nordhausen liegt derzeit mit 3.030 Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Quote betrug vor einem Jahr 8,3 Prozent. Damals lag die Zahl der Arbeitslosen um über 500 Personen höher. Verglichen mit Juli stieg die Arbeitslosigkeit um 40 Personen (+1,5%) an.

2.095 Jobsuchende gab es im letzten Monat im Landkreis Eichsfeld, 468 weniger als im Vorjahresmonat und 23 mehr als im Juli. Die Quote liegt aktuell unverändert zum Juli bei 3,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 4,8 Prozent. Hier sei zu beachten, dass laut letzter statistischer Erhebung zur Kurzarbeit auf den Landkreis Eichsfeld fast die Hälfte aller Kurzarbeiter in Nordthüringen entfällt.