13.03.2019 | Presseinfo Nr. 19

Warum nicht?

Mädchen in technischen Berufen sind immer noch die Ausnahme

Mareike Evers hat es geschafft: Sie hat ihre Ausbildung erfolgreich bestanden und ist mit Kusshand übernommen worden. Und das in einem Beruf, der eher von Männern dominiert wird. Mareike hat sich ganz bewusst für eine Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin entschieden und bereut es nicht. „Ich wollte immer schon was Technisches machen und mit den Händen arbeiten“, so die 20-Jährige. „Durch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bin ich dann auf diesen Beruf gestoßen.“ Leider sind Mädchen in technischen Berufen aber häufig noch eine Ausnahme. Kathrin Zandman, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Nordhorner Arbeitsagentur, möchte das ändern: „Gemeinsam mit der hiesigen Wirtschaft möchten wir mehr Mädchen und Frauen für technische Berufe begeistern.“

Auch die ROSEN Gruppe in Lingen, Arbeitgeber von Mareike Evers, möchte gerne, dass sich mehr Frauen für technische Berufen entscheiden. „Bisher arbeiten rund 15% Frauen bei uns im technischen Bereich. Das ist im Vergleich zwar schon eine sehr gute Zahl, wir wollen uns aber noch weiter steigern“, so Jörn Wunderlich, Leiter Unternehmenskommunikation der ROSEN Gruppe. In der aktuellen Kampagne „Maschine gesucht!“ (https://maschine.rosen-lingen.de/), die sich an Azubis und Fachkräfte in dem Bereich der Mechanikfertigung richtet, werden daher natürlich auch junge Frauen angesprochen. „Wir sind offen für jede Bewerbung, wenn technisches Interesse bei den Bewerbern/innen vorhanden ist“, so Maike Humbert, Mitarbeiterin der Personalentwicklung und Ansprechpartnerin für Azubis. „Praktika zum Reinschnuppern sind in vielen Bereichen möglich, einfach bewerben!“

„Warum auch nicht? Man soll keine Angst haben und einfach das machen, wofür man sich interessiert“, ist sich auch Michael Rechtien, Ausbilder in der ROSEN Mechanikfertigung, sicher. Genau das hat Mareike Evers auch gemacht. „Wenn man wirklich Interesse hat, soll man nicht auf andere hören und es einfach durchziehen“, so die selbstsichere Evers. In der Berufsschule war sie am Anfang noch die einzige junge Frau in der Klasse. Komisch war das für sie nicht: „Im zweiten Lehrjahr kam bereits eine zweite dazu.“ In der Mechanikfertigung der ROSEN Gruppe arbeiten inzwischen drei Frauen. Rechtien ist sich aber bewusst, dass es aufgrund der Größe des Unternehmens auch mehr Möglichkeiten gibt: getrennte Sanitäreinrichtungen zum Beispiel. „Hier ist für kleinere Handwerkbetriebe manchmal schwieriger, die Rahmenbedingungen einzurichten.“

Mareike Evers hat sich für die Zukunft klare Ziele gesteckt. Nach dem sie die Ausbildung mit der Note 2 abgeschlossen hat, möchte sie nun erstmal Berufserfahrung bei ROSEN sammeln. Für die Zukunft plant sie einen Meisterabschluss. Und eine erste Auszeichnung hat sie auch bereits bekommen: ein Stipendium der Industrie- und Handelskammer.

Kathrin Zandman von der Arbeitsagentur in Nordhorn ist sich sicher: „In Zukunft werden überall motivierte Fachkräfte, insbesondere auch in den technischen Berufen, gebraucht. Da können wir auf Frauen und Mädchen nicht verzichten.“ Eine Aussage, die von den Verantwortlichen der ROSEN Gruppe ebenfalls unterstrichen wird.