29.10.2020 | Presseinfo Nr. 56

Arbeitsmarktbericht Oktober 2020

Die Erholung des Arbeitsmarktes setzte sich im Oktober fort

Im Monat Oktober ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn erneut gesunken. Insgesamt nahm die Zahl der Arbeitslosen um 472 Personen ab (-5,4 Prozent). Der Bestand der Arbeitslosen liegt aber noch eindeutig über dem Vorjahreswert (+2.067 ggü. Oktober 2019). Die Arbeitslosenquote sank auf 3,1 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt an Ems und Vechte hat sich im Oktober noch einmal erholt“, kommentiert Achim Haming, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur, die neuesten Arbeitsmarktzahlen.  „Die Arbeitslosigkeit und die Anzeigen für Kurzarbeit gingen erneut deutlich zurück.“ Obwohl es Zeichen der Besserung gibt, sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie aber nach wie vor deutlich sichtbar: „Die Zahl der Arbeitslosen liegt immer noch weit über dem Vorjahreswert, so Haming. Ob sich der Erholungsprozess fortsetzt, sei nicht nur mit Blick auf die Infektionszahlen kritisch zu bewerten: „Auch die Tatsache, dass die Zahl der gemeldeten Stellen wieder rückläufig ist, gibt zu denken.“

Kurzarbeit

Nach den hohen Anstiegen zu Beginn der Krise im Frühjahr ist die Zahl neuer Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit in den letzten Monaten deutlich gesunken. Im Oktober zeigten noch 79 Betriebe Kurzarbeit für 849 Beschäftigte an. Seit April haben insgesamt 5.167 Betriebe für 76.577 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben.

Im Monat März haben insgesamt 1.852 Betriebe für 12.818 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Im April haben 3.179 Betriebe für 28.731 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet.

Stellenmarkt

Im Oktober zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 891 offene Stellen an. Das sind 126 oder 12,4 Prozent weniger als im Vormonat. Insgesamt gab es im Oktober 4.626 Stellen (-24,3 Prozent ggü. Oktober 2019), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war.

Stellenzugänge kamen vor allem aus der Zeitarbeit, dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Oktober im Vergleich zum Vormonat tendenziell gleich.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 341 oder 7,1 Prozent auf 4.451 Personen ab. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl im Oktober gegenüber dem Vormonat um 131 bzw. 3,4 Prozent auf 3.738 Personen gesunken.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 4.525 arbeitslosen Männer waren 296 weniger im Bestand als noch im September. Bei den Frauen war eine Abnahme von 177 auf insgesamt 3.663 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 44,7 Prozent, der der Männer lag bei 55,3 Prozent.

Von den Arbeitslosen waren 10,9 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl sank auf 896 Personen (-163).

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer nahm auf 2.087 Personen ab. Das waren 155 oder 6,9 Prozent weniger als im Vormonat und 622 oder 42,5 Prozent mehr als im Oktober 2019. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge[1] und Zuwanderer.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Oktober insgesamt 5.825 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 3,1 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 409 Personen (-6,6 Prozent) ab. In der Grafschaft Bentheim nahm die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls ab. Hier gab es mit 2.364 Arbeitslosen 63 Personen (-2,6 Prozent) weniger als im Monat September. Die Arbeitslosenquote beträgt ebenfalls 3,1 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Oktober 11.817 Personen.