03.01.2019 | Presseinfo Nr. 1

Vollbeschäftigung erreicht – Agentur zieht positive Bilanz

Jahresrückblick 2018 - Ausblick 2019

  •  Erneut geringste Arbeitslosenquote in Niedersachsen
  •  Agentur rechnet in 2019 weiterhin mit sinkenden Arbeitslosenzahlen
  •  Fachkrätemangel ist ein Risiko fü die Entwicklung des Arbeitsmarktes

Die Agentur für Arbeit zieht für das Jahr 2018 eine positive Bilanz. Der Arbeitsmarkt an Ems und Vechte zeigt sich weiterhin in einer sehr guten Verfassung. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf 2,6 Prozent und bleibt die mit Abstand niedrigste in Niedersachsen, während sich der Beschäftigtenaufbau in der Region weiter fortsetzte. Arbeitgeber meldeten erneut deutlich mehr offene Stellen als im letzten Jahr. „Die Arbeitslosigkeit ist im Jahr 2018 nochmal deutlich zurückgegangen. Im Emsland und in der Grafschaft haben wir die Vollbeschäftigung erreicht.", erläutert Hans-Joachim Haming, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur, die Entwicklungen auf den hiesigen Arbeitsmarkt. „Nach wie vor haben wir eine große Dynamik in unserem Agenturbezirk. So wurden erneut mehr Stellen als im Vorjahr gemeldet".

Haming rechnet für das Jahr 2019 erneut mit einer Senkung der Arbeitslosigkeit und einem Zuwachs der Beschäftigung: „Aufgrund der weiterhin guten Konjunkturprognose gehen wir auch für 2019 von einem sehr aufnahmefähigen Arbeitsmarkt aus. Allerdings wird die Gewinnung von Fachkräften für die Arbeitgeber immer schwieriger und zeitaufwändiger", so Haming. „Betriebe müssen sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren, nur dann können sie im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen!". Aber auch Arbeitnehmer müssen aktiv werden, wollen sie von den aktuellen Jobchancen dauerhaft profitieren. „In vielen Berufen ändern sich die Anforderungen laufend. Hier müssen die Arbeitnehmer sich durch stetige Qualifizierungen anpassen", so Haming. „So bleibt man auf dem neuesten Anforderungsstand und für den Arbeitgeber interessant". Zugleich macht Haming deutlich, dass man sich in der Region keinesfalls zurücklehnen dürfe. „Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird nicht ganz so dynamisch wie im Jahr 2018 verlaufen. Alle Akteure am Arbeitsmarkt müssen daher zusammenarbeiten, um unsere Arbeitskräfte zukunftssicher zu machen. Durch Qualifizierungs- und Beratungsangebote werden die Arbeitsagenturen der Region ihren Anteil dazu beitragen", so der Arbeitsmarktexperte.

 

Arbeitslosigkeit

Im Jahresdurchschnitt 2018 waren im Emsland und der Grafschaft Bentheim 6.770 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 1.295 weniger als im Vorjahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote in der Region verringerte sich um 0,6 auf 2,6 Prozent, während in Niedersachsen die Arbeitslosenquote um 0,5 auf 5,3 Prozent sank.

Von Arbeitslosigkeit an Ems und Vechte waren im Jahresdurchschnitt 3.054 Arbeitslose (45,1%) im Rechtskreis SGB III und 3.716 Arbeitslose (54,9%) im Rechts-kreis SGB II (Hartz IV) betroffen. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsiche-rung (Arbeitslosengeld II) verlief im abgelaufenen Jahr tendenziell gleich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung verringerte sie sich um 17,1 Prozent; im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Hartz IV) um 15,1 Prozent.

Auch Personengruppen wie Langzeitarbeitslose und Ältere profitierten von der guten Arbeitsmarktlage. „Der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen und Älteren zeigt zwar in die richtige Richtung, ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit ist mit 26,4 % bzw. 20,5% noch zu hoch – hier werden wir auch im neuen Jahr einen be-sonderen Arbeitsschwerpunkt setzen.", so Haming. „Dass es gelungen ist, die Frauenarbeitslosigkeit um 14,6 Prozent weiter zu redu-zieren, bestätigt uns, an Weiterbildungen und besonderen Aktionen für diese Personengruppe festzuhalten", so der Nordhorner Arbeitsmarktexperte.

Bei der Personengruppe der Ausländer konnte die Arbeitslosigkeit um 17,2 Prozent reduziert werden, bei der Gruppe der schwerbehinderten Menschen sank die Arbeitslosigkeit um 14,8%.

 

Stellenangebot

Im Jahr 2018 wurden der Agentur für Arbeit Nordhorn 18.472 Stellen zur Besetzung gemeldet, das sind 1.170 Stellen mehr als im Vorjahr (+6,8%) - eine deutlich höhere Steigerung als im niedersächsischen Landesdurchschnitt (+0,1%). Stellenzugänge waren in großem Umfang in den Bereichen Zeitarbeit, Verkehr und Lagerei, im verarbeitenden Gewerbe sowie in der öffentlichen Verwaltung und in der Land- und Forstwirtschaft zu verzeichnen. Große Nachfrage besteht auch im Handel und im Hotel- und Gastgewerbe. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat gegenüber dem letzten Jahr noch einmal zugenommen und befindet sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Es wird allerdings immer schwieriger, die gemeldeten Arbeitsstellen mit passendem Personal zu besetzen. Nach wie vor haben Geringqualifizierte und Bewerber ohne abgeschlossene Berufsausbildung es schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen", so Haming. „Wir werden daher unsere Qualifizierungsbemühungen in 2019 weiter in-tensivieren und durch gezielte, individuelle Beratung Wege und Alternativen aufzeigen".

 

Ausblick 2019

Trotz internationaler Unsicherheiten wie dem Brexit oder drohenden Handelskonflikten rechnet die Bundesagentur für Arbeit im neuen Jahr mit sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigender Beschäftigung. Allerdings wird es nicht so dynamisch weitergehen wie im vergangenen Jahr. „Für das neue Jahr 2019 sehen wir vor allem bei der Deckung der Fachkräftebedarfe ein großes Risiko", so Haming. „Hier müssen alle Potenziale - sowohl im Inland als auch im Ausland - voll ausgeschöpft werden".

Die Agentur für Arbeit Nordhorn wird ihre Strategie der Regionalisierung in 2019 weiterführen. Dies bedeutet eine enge Verzahnung zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberkundenbetreuung. „Durch eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Bereiche soll eine schnellere und passgenaue Vermittlung bewirkt werden", so Geschäftsführer Operativ Michael Jacob. „Gleichzeitig werden im neuen Jahr die digitalen Angebote ausgeweitet werden. Die dadurch gewonnene Zeit soll den persönli-chen Beratungen zu Gute kommen." Für die Deckung des Fachkräftebedarfs spielen auch ausländische Personengruppen in zunehmende Maße eine Rolle. Nach der Einstellung einer polnischsprachigen Vermittlerin hat die Nordhorner Arbeitsagentur nun eine weitere Vermittlungsfachkraft mit ausländischen Wurzeln eingestellt. Beide sollen mit speziell zugeschnittenen Qualifizierungsmaßnahmen bereits in der Grafschaft und im Emsland wohnende Ausländer intensiver an den Arbeitsmarkt heranführen.