04.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Jahresende

Im Monat Dezember ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn leicht gestiegen. Mit 6.698 Personen waren bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern 225 Personen bzw. 3,5 Prozent mehr erwerbslos gemeldet als im Monat
November. Die Arbeitslosenquote liegt im Dezember bei 2,5 Prozent.
 

 „Wie jedes Jahr verzeichnen wir auch diesmal einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresende. Dies ist auf der einen Seite saisonbedingt und bewegt sich im üblichen Rahmen“, kommentiert René Duvinage, Chef der Agentur für Arbeit Nordhorn, die neuesten Arbeitsmarktdaten. „Auch die aktuell verhaltene Arbeitskräftenachfrage ist im Dezember nichts Ungewöhnliches, denn viele Betriebe warten mit Neueinstellungen bis zum Frühjahr. Besonders zu erwähnen ist, dass ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ausschließlich im Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur Nordhorn stattgefunden hat.“Der Arbeitsmarktexperte erläutert weiter: „Auf der anderen Seite sind aber auch erste Auswirkungen der vierten Corona-Welle zu spüren. Wir hoffen und werden unsere Anstrengungen darauf fokussieren, dass die Arbeitslosigkeit nicht in einem ähnlichen Ausmaß steigt wie im Vorjahr.“

Kurzarbeit

Im Dezember zeigten 53 Betriebe Kurzarbeit für 739 Beschäftigte an. Seit Beginn der Corona-Krise wurden 99.648 Personen in Anzeigen gemeldet. Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Im Monat Mai 2021 haben insgesamt 1.580 Betriebe für 12.491 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Im Juni 2021 haben 1.065 Betriebe für 7.877 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet.

Stellenmarkt

Im Dezember zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 905 offene Stellen an. Das sind 157 oder 14,8 Prozent weniger als im Vormonat. Insgesamt gab es im Dezember 7.160 Stellen (+53,5 Prozent ggü. Dezember 2020), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. Stellenzugänge kamen vor allem aus der Zeitarbeit, der Lager- und Logistikbranche und dem verarbeitenden Gewerbe.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Dezember unterschiedlich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 276 oder 10,9 Prozent auf 2.810 Personen gestiegen. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern verringerte sich die Arbeitslosenzahl im Dezember gegenüber dem Vormonat um 51 oder 1,3 Prozent auf 3.888 Personen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 3.585 arbeitslosen Männern waren 135 Personen mehr gemeldet als noch im November. Bei den Frauen war eine Zunahme von 90 auf insgesamt 3.113 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 46,5 Prozent, der der Männer lag bei 53,5 Prozent. Von den Arbeitslosen waren 8,1 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl stieg auf 543 Personen (+12).

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 1.629 Personen. Das waren 38 Personen oder 2,4 Prozent mehr als im Vormonat und 363 oder 18,2 Prozent weniger als im Dezember 2020. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge und Zugewanderte.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Dezember insgesamt 5.020 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 2,6 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 240 Personen (+ 5,0 Prozent) zu. In der Grafschaft Bentheim sank die Zahl der Arbeitslosen erneut leicht. Hier gab es mit 1.678 Arbeitslosen 15 Personen (-0,9 Prozent) weniger als im Monat November. Die Arbeitslosenquote verbleibt bei 2,2 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Dezember 9.988 Personen.