01.02.2022 | Presseinfo Nr. 8

Zahl der Arbeitslosen steigt zu Jahresbeginn

 
Das Jahr 2022 beginnt mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit an Ems und Vechte. Mit 7.152 Personen waren bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern 454 Personen bzw. 6,8 Prozent mehr erwerbslos gemeldet als im Monat Dezember. Die Arbeitslosenquote liegt im Januar bei 2,7 Prozent.
 

 „Omikron wächst sich zur bislang höchsten Corona-Welle aus, dennoch liegt der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im saisonal üblichen Rahmen“, kommentiert René Duvinage, Chef der Agentur für Arbeit Nordhorn, die neuesten Arbeitsmarktdaten. „Grund für den moderaten Anstieg ist unter anderem die Hoffnung in der Wirtschaft darauf, dass es trotz vieler Infektionen keinen weiteren Lockdown geben wird. Eine Garantie dafür gibt es aber nach wie vor nicht“, so Duvinage. Der Arbeitsmarktexperte erläutert weiter: „Die Arbeitskräftenachfrage und der Aufbau von Arbeitsplätzen sind weiter gestiegen. Im Herbst war der Arbeitsmarkt durch die Delta-Welle und Lieferengpässe belastet. Diese Situation hat sich in vielen Bereichen langsam entschärft.“

Kurzarbeit

Im Januar zeigten 240 Betriebe Kurzarbeit für 2.295 Beschäftigte an. Seit Beginn der Corona-Krise wurden 101.943 Personen in Anzeigen gemeldet. Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Im Monat Juni 2021 haben insgesamt 1.065 Betriebe für 7.877 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Im Juli 2021 haben 606 Betriebe für 3.349 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet.

Stellenmarkt

Im Januar zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 940 offene Stellen an. Das sind 35 oder 3,9 Prozent mehr als im Vormonat. Insgesamt gab es im Januar 7.051 Stellen (+54,6 Prozent ggü. Januar 2021), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. Stellenzugänge kamen vor allem aus der Zeitarbeit, der Lager- und Logistikbranche und dem verarbeitenden Gewerbe.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Januar tendenziell gleich, wobei der Anstieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung ausgeprägter war. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 289 oder 10,3 Prozent auf 3.099 Personen gestiegen. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern stieg die Arbeitslosenzahl im Januar gegenüber dem Vormonat um 165 oder 4,2 Prozent auf 4.053 Personen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 3.890 arbeitslosen Männern waren 305 Personen mehr gemeldet als noch im Dezember. Bei den Frauen war eine Zunahme von 149 auf insgesamt 3.262 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 45,6 Prozent, der der Männer lag bei 54,4 Prozent. Von den Arbeitslosen waren 8,8 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl stieg auf 626 Personen (+83). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 1.801 Personen. Das waren 172 Personen oder 10,6 Prozent mehr als im Vormonat und 407 oder 18,4 Prozent weniger als im Januar 2021. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge (1) und Zugewanderte.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Januar insgesamt 5.355 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 2,8 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 335 Personen (+ 6,7 Prozent) zu. Auch in der Grafschaft Bentheim stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht. Hier gab es mit 1.797 Arbeitslosen 119 Personen (+7,1 Prozent) mehr als im Monat Dezember. Die Arbeitslosenquote steigt leicht auf 2,3 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Januar 10.251 Personen.

 

(1) Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer. Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut, Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.