31.05.2022 | Presseinfo Nr. 31

Weiterhin gute Chancen für Arbeitssuchende

Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen setzt sich auch im Mai an Ems und Vechte fort. Mit 6.290 Personen bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern waren 207 Personen bzw. 3,2 Prozent weniger erwerbslos gemeldet als im April. Die Arbeitslosenquote bleibt im Mai bei 2,4 Prozent.

„Die positive Entwicklung unseres regionalen Arbeitsmarktes setzt sich aktuell fort, wenn auch verlangsamt. Der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe und Preiserhöhungen belasten die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort. Im Monat Mai hält der Rückgang der Arbeitslosigkeit an. Alle Personengruppen, insbesondere aber die Jugendlichen, können davon profitieren“, so René Duvinage, Chef der Nordhorner Agentur für Arbeit. „Auch, wenn der Zugang der gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zu den Vormonaten nachlässt, bewegt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften nach wie vor auf hohem Niveau“. Erneut übersteigt die Zahl der offenen Arbeitsstellen die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen.

„Die Geflüchteten aus der Ukraine werden ab dem 01.06.2022 Leistungen der Grundsicherung erhalten, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Es handelt sich hierbei um finanzielle Leistungen aus dem Rechtskreis SGBII, für die bei den ab dann zuständigen Jobcenter ein Antrag gestellt werden muss. Wir befinden uns hier in enger Absprache mit den Jobcenter in der Grafschaft und im Emsland“, so der Agenturleiter. Ein Anstieg der Erwerbslosenzahlen im Rechtskreis SGBII wird erwartet.

Duvinage betont, dass die Themen Qualifizierung und Weiterbildung für Arbeitslose und Beschäftigte in Zukunft immer wichtiger werden. „Insbesondere die zunehmende Digitalisierung wird den Arbeitsmarkt verändern. Hier muss jeder sich fragen, ob er dafür ausreichend vorbereitet ist“. Unterstützung bietet die Agentur für Arbeit mit verschiedenen Förder- und Weiterbildungsprogrammen.

„Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Kurzarbeit sind bislang noch moderat. Allerdings könnte es zu einem Anstieg in den Branchen Maschinenbau, Kfz inkl. Zulieferer, Chemie und Zeitarbeit kommen“, ergänzt der Arbeitsmarktexperte.

Kurzarbeit

Im Mai zeigten 17 Betriebe Kurzarbeit für 858 Beschäftigte an. Seit Beginn der Corona-Krise wurden 104.304 Personen in Anzeigen gemeldet. Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Im Monat Oktober 2021 haben insgesamt 394 Betriebe für 2.084 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Im November 2021 haben 396 Betriebe für 1.950 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet.

Stellenmarkt

Im Mai zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 878 offene Stellen an. Das sind 115 oder 11,6 Prozent weniger als im Vormonat. Insgesamt gab es im Mai 6.860 Stellen (+24,4 Prozent ggü. Mai 2021), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. Stellenzugänge kamen vor allem aus der Zeitarbeit, der Lager- und Logistikbranche und dem Hotel- und Gaststättenbereich.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief auch im Mai tendenziell unterschiedlich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 127 oder 4,8 Prozent auf 2.535 Personen gesunken. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern sank die Arbeitslosenzahl im Mai gegenüber dem Vormonat weniger stark um 80 oder 2,1 Prozent auf 3.755 Personen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 3.425 arbeitslosen Männern waren 96 Personen weniger gemeldet als noch im April. Bei den Frauen war eine Abnahme von 111 auf insgesamt 2.865 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 45,5 Prozent, der der Männer lag bei 54,5 Prozent. Von den Arbeitslosen waren 8,8 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl sank auf 554 Personen (-22). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer sank auf 1.564 Personen. Das waren 75 Personen oder 4,6 Prozent weniger als im Vormonat und 453 oder 22,5 Prozent weniger als im Mai 2021. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge (1)und Zugewanderte.

(1) Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer. Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut, Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Mail insgesamt 4.690 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote sinkt auf 2,5 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 185 Personen (-3,8 Prozent) ab. Auch in der Grafschaft Bentheim sank die Zahl der Arbeitslosen. Hier gab es mit 1.600 Arbeitslosen 22 Personen (-1,4 Prozent) weniger als im Monat April. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 2,1 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Mai 9.562 Personen.