29.07.2022 | Presseinfo Nr. 41

Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen steigt, moderater Stellenzugang

Die Arbeitslosenzahlen im Juli an Ems und Vechte steigen an. Mit 7.777 Personen bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern waren 852 Personen bzw. 12,3 Prozent mehr erwerbslos gemeldet als im Juni. Die Arbeitslosenquote steigt im Juli auf 2,9 Prozent.

„Zu Beginn der Sommerferien und der Sommerpause steigen die Arbeitslosenzahlen saisonal an. Insbesondere in der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren ist ein erhöhter Anstieg zu verzeichnen. „Hintergrund ist, dass eine nahtlose Weiterbeschäftigung nach Abschluss der Ausbildung nicht realisiert werden konnte. Hinzu kommt, dass junge Leute mit Studienab-sichten erst im Herbst ihr Studium aufnehmen können“, so der Leiter der Agentur für Arbeit Nordhorn, René Duvinage. „Des Weiteren gab es einen Anstieg der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung. Im Vergleich zum Vormonat fiel dieser moderat aus und steht im Kontext der Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge bei den kommunalen Jobcentern in der Grafschaft und dem Emsland“, so Duvinage.

Kurzarbeit

Im Juli zeigten 16 Betriebe Kurzarbeit für 520 Beschäftigte an. Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Im Monat Februar 2022 haben insgesamt 503 Betriebe für 2931 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet.

Stellenmarkt

Im Juli zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 834 offene Stellen an. Das sind 60 oder 6,7 Prozent weniger als im Vormonat. Insgesamt gab es im Juli 7.056 Stellen (+ 12,6 Prozent ggü. Juli 2021), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. Stellenzugänge kamen vor allem aus der Zeitarbeit, der Lager- und Logistikbranche und dem Hotel- und Gaststättenbereich.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Juli unterschiedlich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 468 oder 18,8 Prozent auf 2.958 Personen gestiegen. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern stieg die Arbeitslosenzahl im Juli gegenüber dem Vormonat um 384 oder 8,7 Prozent auf 4.819 Personen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

 

Mit 3.873 arbeitslosen Männern waren 366 Personen mehr gemeldet als noch im Juni. Bei den Frauen war eine Zunahme von 486 auf insgesamt 3.904 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 50,2 Prozent, der der Männer lag bei 49,8 Prozent. Von den Arbeitslosen waren 13,1 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl stieg auf 1.017 Personen (+ 333). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 2.674 Personen. Das waren 392 Personen oder 17,2 Prozent mehr als im Vormonat und 761 oder 39,8 Prozent mehr als im Juli 2021. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge und Zugewanderte.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Juli insgesamt 5.639 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote steigt auf 3,0 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 636 Personen (+ 12,7 Prozent) zu. Auch in der Grafschaft Bentheim stieg die Zahl der Arbeitslosen. Hier gab es mit 2.138 Arbeitslosen 216 Personen (+ 11,2 Prozent) mehr als im Monat Juni. Die Arbeitslosenquote steigt auf 2,8 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Juli 10.920 Personen.

 

 

Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer. Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut, Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.