30.11.2022 | Presseinfo Nr. 65

Weniger Arbeitslose – Arbeitsmarkt stabilisiert sich

Im November sinken die Arbeitslosenzahlen an Ems und Vechte leicht, der Bestand an Arbeitslosen liegt aber weiterhin über dem Vorjahreswert. Mit 7.971 Personen bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern waren 110 Personen bzw. 1,4 Prozent weniger erwerbslos gemeldet als im Oktober. Die Arbeitslosenquote bleibt im November bei 3,0 Prozent.

„Trotz des Drucks der Energiekrise erweist sich unser Arbeitsmarkt nach wie vor als aufnahmefähig“, kommentiert René Duvinage, Chef der Nordhorner Agentur für Arbeit die neuesten Arbeitsmarktzahlen.

Auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und längerer Dauer der Arbeitslosigkeit konnten von der robusten Arbeitsmarktlage profitieren. Duvinage weist in diesem Zusammenhang auf die bundesweite „Aktionswoche für Menschen mit Behinderung“ hin, die vom 28. November bis 4. Dezember stattfindet. Arbeitgeber, die Interesse an einer Einstellung oder Fragen zu Fördermöglichkeiten haben, können sich gerne unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 melden.

Kurzarbeit

Im November zeigten 33 Betriebe Kurzarbeit für 711 Beschäftigte an. Seit Beginn der Corona-Krise wurden 107.065 Personen in Anzeigen gemeldet. Die Zahl der Anzeigen sagt aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Im Monat Juli 2022 haben bisher insgesamt 44 Betriebe für 288 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet.

Stellenmarkt

Im November zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 777 offene Stellen an. Das sind 111 oder 16,7 Prozent mehr als im Vormonat. Insgesamt gab es im November 6.035 Stellen (-16,3 Prozent ggü. November 2021), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. Stellenzugänge kamen vor allem aus der Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe und der Branche Erziehung und Unterricht.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im November tendenziell gleich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 66 oder 2,4 Prozent auf 2.702 Personen leicht gesunken. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern sank die Arbeitslosenzahl im November gegenüber dem Vormonat um 44 oder 0,8 Prozent auf 5.269 Personen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 4.053 arbeitslosen Männern waren 12 Personen weniger gemeldet als noch im Oktober. Bei den Frauen war eine Abnahme von 98 auf insgesamt 3.918 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 49,2 Prozent, der der Männer lag bei 50,8 Prozent. Von den Arbeitslosen waren 10,1 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl sank auf 808 Personen (- 76). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer sank auf 3.180 Personen. Das waren 106 Personen oder 3,2 Prozent weniger als im Vormonat aber 1.589 oder 99,9 Prozent mehr als im November 2021. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge und Zugewanderte.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat November insgesamt 5.607 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote sinkt auf 2,9 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 71 Personen (-1,3 Prozent) ab. Auch in der Grafschaft Bentheim sank die Zahl der Arbeitslosen. Hier gab es mit 2.364 Arbeitslosen 39 Personen (-1,6 Prozent) weniger als im Monat Oktober. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 3,1 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im November 11.464 Personen.

 Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer. Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut, Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.