11.09.2020 | Presseinfo Nr. 37

Ausbildungsplätze sichern und Ausbildungsprämie nutzen!

Die betriebliche Berufsausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell und gleichzeitig der Schlüssel zur Sicherung der eigenen Fachkräfte im Unternehmen. Die Betriebe sind mehr denn je auf qualifiziertes Personal angewiesen, denn die Anforderungen an spezialisiertes Wissen steigen im Zuge der Digitalisierung.

Für Unternehmen hatten sich die Rahmenbedingungen seit Corona verschärft. Viele mussten zunächst ihre Betriebe umstellen und die Zukunftsinvestitionen in die Ausbildung von Fachkräften wurden zurückgestellt.

 

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ hat dafür in diesem Jahr die Ausbildungsprämie eingeführt. Grundvoraussetzung für diese Prämie ist es, dass der von COVID-19 betroffene Betrieb Kurzarbeit durchführt bzw. durchgeführt hat oder der Umsatz um mindestens 60 Prozent eingebrochen ist. Der Agentur für Arbeit Oberhausen/Mülheim an der Ruhr kommt der Auftrag zu, die Anträge der hiesigen Unternehmen zu bearbeiten und die Auszahlung der Prämie zu organisieren.

 

So auch beim Oberhausener Schuhhaus Lambertz. Das Unternehmen war durch den Lockdown und die damit einhergehende Schließung der Geschäfte sechs Wochen lang auf die Nutzung des Kurzarbeitergeldes angewiesen. Durch kreative Ideen konnte Geschäftsführer Axel Lambertz die Zeit aber recht gut überbrücken: „Es gab immer etwas zu tun, so wurde das Lager aufgeräumt und auf die neue Schuhmode umgestellt, das Geschäft musste vor der Öffnung coronakonform umgestaltet werden und unser Window-Shopping Angebot inklusive Lieferung der Schuhe bis zur Haustür kam bei den Kunden auch gut an. Zum Glück gab es dann Ende April den Startschuss zur kompletten Wiedereröffnung des Geschäftes.“

 

Wenn auch das Tagesgeschäft wieder anlief, das Thema Ausbildung von Nachwuchskräften blieb auf der Strecke: „In unserem Bereich ist es eh sehr schwer, Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern. Da meine Angestellten in den nächsten Jahren in Rente gehen, benötige ich dringend Nachwuchskräfte. Aber in den letzten Jahren habe ich keine Azubis gefunden. Zum Glück habe ich dann ein gutes Angebot von der Arbeitsagentur bekommen.  Es wurden für mich zwei passende Bewerber/innen angesprochen, und dann konnte ich diese mittels Videogespräch kennenlernen.“ so Axel Lambertz, Geschäftsführer in vierter Generation des Schuhhauses Lambertz.

„Diese Vorstellungsgespräche per Videochat haben wir mehrmals in der Arbeitsagentur Oberhausen und auch in Mülheim durchgeführt. Dazu haben wir für die Arbeitgeber passende Bewerber/innen zu uns eingeladen, und diese konnten dann bei uns mit der Firma skypen – natürlich alles unter Einhaltung der Hygienevorschriften.“ betont Bereichsleiter Sven Lohberg. „Vorteil für die Betriebe war, dass sie potentielle Azubis ohne großen Zeitaufwand kennenlernen konnten, und auch von den Jugendlichen haben wir für unsere Idee positives Feedback erhalten.“

Eigentlich wollte Axel Lambertz in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zum/zur Verkäufer/in vergeben. Doch die beiden Ausbildungssuchenden, die Lambertz während der Videochats kennenlernte, überzeugten ihn: „Ich konnte mich einfach nicht entscheiden und so habe ich nun beide Bewerberinnen eingestellt und bin total begeistert.“ freut sich der Geschäftsführer und Orthopädieschuhmacher. Auch für die Werkstatt hat Herr Lambertz glücklicherweise einen Azubi (Orthopädieschuhmacher) gefunden.

Durch die Nutzung der Kurzarbeit, die erheblichen Umsatzeinbußen in Kombination mit der Einstellung der drei Auszubildenden hat Axel Lambertz nun Anspruch auf die Ausbildungsprämie erworben. Seinen Antrag hat er bereits bei seinem Ansprechpartner des gemeinsamen Arbeitgeber-Service abgegeben und freut sich auf die Finanzspritze des Bundes.

Überblick über die Fördermöglichkeiten aus dem Bundesprogramm:

Ausbildungsprämie:

Für Betriebe mit mindestens einem Monat Kurzarbeit oder Umsatzeinbruch von 60 Prozent beträgt die Förderhöhe 2.000 Euro bei gleichbleibendem Ausbildungsniveau und 3.000 Euro, wenn es sich gegenüber dem Durchschnitt der letzten drei Jahre erhöht hat.

Übernahmeprämie:

Für Betriebe, die einen Auszubildenden aus einem pandemiebedingt insolventen Betrieb übernehmen, beträgt die Förderhöhe 3.000 Euro.

Zuschuss bei Vermeidung von Kurzarbeit:

Ausbildungszuschuss: Betriebe, die sich in Kurzarbeit von mindestens 50 Prozent befinden, bei ihrem Auszubildenden jedoch auf Kurzarbeit verzichten, können einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent der Ausbildungsvergütung beantragen.

Für die Antragstellung sind Ausschlussfristen zu beachten. Die Auszahlung der Förderprämien erfolgt nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit.

Kontaktwege:

Die Arbeitsvermittler/innen des gemeinsamen Arbeitgeber-Service beraten unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.

Informationen und Anträge gibt es online unter: www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern