18.06.2019 | Presseinfo Nr. 51

„Schönste Wochen“ auch für Arbeitslose?

· kein gesetzlicher Urlaubsanspruch für Erwerbslose
· Arbeitslose benötigen vorherige Zustimmung ihres Arbeitsvermittlers,
damit keine finanziellen Nachteile eintreten

Was machen Arbeitslose, wenn sie die „schönsten Wochen" des Jahres planen? Steht ihnen wie Erwerbstätigen Urlaub zu? Oder sind ihnen die Ferienstrände von Amts wegen verschlossen? Wie so oft: Es kommt drauf an.

Im Regelfall soll ein Arbeitsloser seinen Wohnort nicht verlassen. Es könnte ja sein, dass gerade dann ein für ihn interessantes Arbeitsangebot kommt oder eine Fortbildung beginnt. Dann aber muss er oder sie zur Verfügung stehen, um schnell reagieren zu können. Doch ändert dieser Grundsatz nichts daran, dass Arbeitslose bis zu drei Wochen im Jahr „ortsabwesend“ sein können.

Die Arbeitsvermittler der Arbeitsagentur geben ihre Zustimmung zur „Ortsabwesenheit" normalerweise nur, wenn keine Anzeichen dafür vorliegen, dass in der Zwischenzeit Arbeitsstellen angeboten werden oder wichtige Beratungstermine, eine Weiterbildung oder zum Beispiel ein Bewerbungstraining anstehen.

Das heißt also: Wer voraussichtlich bald vermittelt werden kann oder gefördert wird, der muss zu Hause bleiben.

Die Chance auf eine neue Stelle ist in der ersten Zeit einer Arbeitslosigkeit meist größer als in den folgenden Monaten. Deshalb sind die Vermittlerinnen und Vermittler in den ersten drei Monaten bei der Gewährung besonders zurückhaltend. Was vor allem dann unangenehm sein kann, wenn ein Arbeitnehmer kurz vor einer geplanten Reise seinen Arbeitsplatz verliert.

Nach drei Wochen müssen Arbeitslose aber auf jeden Fall wieder zurück sein: Längerer Urlaub ist nicht drin. Wer dennoch länger bleibt, der bekommt nur für drei Wochen das Arbeitslosengeld weitergezahlt. Urlaub, der über sechs Wochen hinausgeht, führt sogar zum Verlust des Geldes für den gesamten Zeitraum. Deshalb unbedingt vorher den Urlaubstermin abstimmen - als Arbeitnehmer hätte man ja auch nur mit dem Segen des Arbeitgebers fahren können.

Ein teures Ferienvergnügen leisten sich arbeitslose Urlauber, die ohne Wissen und vorherige Zustimmung der Agentur für Arbeit aufbrechen, unabhängig davon, wie lange sie fortbleiben. Sie müssen nämlich nicht nur das Arbeitslosengeld für die Zeit ihrer Abwesenheit zurückzahlen, sondern unter Umständen auch noch mit einem Bußgeld oder einer Strafanzeige rechnen.

Um für die „schönsten Wochen“ auf der sicheren Seite zu sein, kann der Urlaub auch telefonisch unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 oder per Mail unter https://www.arbeitsagentur.de/eservices beantragt werden.