31.07.2019 | Presseinfo Nr. 61

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Noch viel Dynamik am Ausbildungsmarkt

„Die Arbeitslosigkeit ist, wie fast jedes Jahr im Juli, angestiegen“, so Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Offenbacher Arbeitsagentur. „Beendete befristete Arbeitsverhältnisse zum Quartalsende im Juni spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Ende des Ausbildungsjahres. Die Fristverlängerungen und Einstellungen werden oft auf nach der Sommerpause verschoben. Dennoch ist der Bestand an Arbeitslosen der niedrigste in einem Juli seit über zehn Jahren.

Am Ausbildungsmarkt ist auch jetzt, kurz vor Ausbildungsbeginn, noch vieles in Bewegung. Betriebe wie Bewerberinnen und Bewerber entscheiden sich häufig erst in letzter Minute, sodass noch viel Dynamik vorhanden ist.“

13.968 Personen waren im Offenbacher Agenturbezirk im Juli arbeitslos gemeldet, 518 mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren es 793 Personen weniger. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent. Im Juni lag sie bei 5,0 Prozent und im Vorjahresmonat bei 5,6 Prozent.

Stadt und Landkreis Offenbach

6.165 Personen waren im Juli in der Stadt Offenbach arbeitslos, 0,9 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres ergab sich ein Rückgang von 6,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,3 Prozent gegenüber 8,2 Prozent im Juni und 9,1 Prozent im Juli 2018. 

7.803 Männer und Frauen waren im Landkreis Offenbach arbeitslos gemeldet, das waren 6,3 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent gegenüber 3,8 Prozent im Vormonat und 4,3 Prozent im Juli 2018.

Die Entwicklung in den Rechtskreisen

Arbeitslose, die nach einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, sind die Jobcenter MainArbeit (Stadt Offenbach) und ProArbeit (Kreis Offenbach) zuständig.

In der Arbeitslosenversicherung, also bei den Menschen, die vorher in Beschäftigung waren und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III erhalten, waren am Stichtag im Juli 5.110 Personen gemeldet, 480 Personen mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg um 329 Personen. 

Bei den Jobcentern MainArbeit und ProArbeit waren 8.858 Menschen arbeitslos gemeldet, 38 mehr als im Vormonat und 1.122 weniger als im Vorjahresmonat.

Entwicklung in den Personengruppen

7.119 Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet, 256 mehr als im Vormonat. 6.849 Frauen waren ohne Arbeit, das sind 262 mehr als im Juni. 1.373 Jugendliche waren arbeitslos, gegenüber Juni sind das 171 Personen mehr. 2.678 über 55-jährige waren arbeitslos gemeldet, 66 mehr als im Monat vorher.

Langzeitarbeitslose

Als Langzeitarbeitslose gelten Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. 4.391 Menschen waren im Juli langzeitarbeitslos, 57 weniger als im Vormonat. 4.064 der Langzeitarbeitslosen waren im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gemeldet. 327 waren in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III gemeldet, das sind 17,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt machten Langzeitarbeitslose 31,4 Prozent aller Arbeitslosen aus.

Zu- und Abgänge in Arbeitslosigkeit

Der Arbeitsmarkt ist nicht statisch, sondern ständig in Bewegung. Jeden Tag gibt es Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit. Im Monat Juli meldeten sich im Agenturbezirk Offenbach 3.981 Personen neu oder erneut arbeitslos, 9,7 Prozent weniger als im Juli 2018. 36,0 Prozent kamen aus Erwerbstätigkeit, 29,8 Prozent aus einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme und 25,3 Prozent aus Nichterwerbstätigkeit.

3.463 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 27,5 Prozent gingen in Erwerbstätigkeit. 22,9 Prozent meldeten sich in Ausbildung oder eine sonstige Maßnahme und 36,6 Prozent in Nichterwerbstätigkeit ab.

Offene Stellen

3.314 offene Stellen sind von Unternehmen beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Offenbach zur Vermittlung gemeldet, das sind 19,0 Prozent mehr als im Juli 2018. 600 offene Stellen konnte der Arbeitgeber-Service neu akquirieren. 530 offene Stellen konnten erledigt werden.

Ausbildungsmarkt

3.229 junge Frauen und Männer meldeten sich von Oktober 2018 bis Juli 2019 ausbildungssuchend. Im gleichen Zeitraum wurden der Arbeitsagentur von den Betrieben 2.268 offene Ausbildungsstellen gemeldet.