31.03.2020 | Presseinfo Nr. 32

Arbeitsmarktzahlen vor der Corona-Krise

· Arbeitsmarktdaten zum Stichtag 12. März
· ohne Kurzarbeitergeldzahlen

Unter anderen Umständen wären die Entwicklungen am Offenbacher Arbeitsmarkt insgesamt nicht schlecht und hätten durchaus Aussagekraft gehabt. In diesem Monat ist jedoch alles anders, denn die Zahlen, die regelmäßig zum Monatsende veröffentlicht werden, bilden einen Zeitpunkt vor dem Ausbruch der Corona-Krise ab. Wie jeden Monat wurden die Daten zum Arbeitsmarkt in der Monatsmitte erhoben, genauer am 12. März. Seitdem ist so viel passiert, dass sie nichts mehr über die Gegenwart aussagen.

Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Offenbacher Agentur für Arbeit: „Den dramatischen Einbruch, der uns seit zwei Wochen beschäftigt, hat so niemand vorhersehen können. Die Corona-Krise ist eine außergewöhnliche Situation, die so einzigartig ist, dass sie alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Ich würde gern valide Zahlen nennen zu dem Anstieg, den es in der Arbeitslosigkeit vermutlich bis zum Monatsende gegeben hat und zu dem Ausmaß der Kurzarbeit, das auf uns zukommen wird. Dies wird solide aber voraussichtlich erst im April möglich sein. Derzeit konzentrieren sich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf, das soziale Sicherungssystem am Laufen zu halten und für eine möglichst schnelle Auszahlung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld zu sorgen.“

Zum Stichtag im März waren im Agenturbezirk Offenbach 14.081 Personen arbeitslos gemeldet, 301 Menschen weniger als im Februar und 78 weniger als im März 2019. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent gegenüber 5,4 Prozent im Februar und im März 2019.

Stadt und Landkreis Offenbach

6.302 Personen waren im März in der Stadt Offenbach arbeitslos, 2,2 Prozent weniger als im Februar. Im Vergleich zum März des Vorjahres ergab sich ein Rückgang von 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote fiel auf 8,5 Prozent gegenüber 8,7 Prozent im Vormonat (März 2019: 8,9 Prozent). 

7.779 Männer und Frauen waren im Landkreis Offenbach arbeitslos gemeldet, das waren 2,0 Prozent weniger als im Vormonat. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent gegenüber 4,1 Prozent im Vormonat und im März 2019.

Die Entwicklung in den Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung, also bei den Menschen, die vorher in Beschäftigung waren und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III erhalten, waren am Stichtag im März 5.539 Personen gemeldet, 72 Personen weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg um 631 Personen. Bei den Jobcentern MainArbeit und ProArbeit waren 8.542 Menschen arbeitslos gemeldet, 229 weniger als im Vormonat und 709 weniger als im Vorjahresmonat.

„Die Situation ist angespannt und birgt viele Unsicherheiten“, so Thomas Iser. „Wir können derzeit nicht abschätzen, ob wir in einigen Wochen wieder zur Normalität zurückkehren können oder ob der Ausnahmezustand noch länger bestehen bleiben muss. Ob betroffene Betriebe die Zeit halbwegs unbeschadet überstehen werden, hängt sicher zum großen Teil von der Dauer der Maßnahmen ab.

Wir werden weiterhin unseren Teil dazu beitragen, dass das Sozialsystem funktioniert und damit zum sozialen Frieden beitragen. Wir tun alles, was in unserer Hand liegt, um den Unternehmen und den betroffenen Menschen ihre Leistungen so schnell wie möglich zukommen zu lassen. Bisher hat sich die Agentur für Arbeit Offenbach aus meiner Sicht sehr gut geschlagen. Gerade in Krisenzeiten wie diesen zeigt sich, dass die Flexibilität meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemerkenswert ist und sie eine hohe Bereitschaft mitbringen, dort tatkräftig mit anzupacken, wo es gerade notwendig ist.“