31.03.2020 | Presseinfo Nr. 33

Erste Einschätzungen zum Kurzarbeitergeld

Agentur für Arbeit Offenbach geht von rund 3.200 Anzeigen von Kurzarbeit aus

Ersten Einschätzungen zufolge zeigten im Offenbacher Agenturbezirk rund 3.200 Betriebe Kurzarbeit an.

„Dies ist“, erläutert Thomas Iser, Leiter der Arbeitsagentur, „nur ein Näherungswert. Genauere Angaben können wir zurzeit noch nicht machen, da durch den sehr hohen Zugang ein Teil der Anzeigen noch gar nicht erfasst ist. Aus den Anzeigen ist nicht ersichtlich, ob und wann ein Unternehmen tatsächlich Kurzarbeit realisiert und wieviele Beschäftigte davon betroffen sind.“

Auch eine Zuordnung nach Wirtschaftsbranchen ist derzeit noch nicht möglich. „Wir wissen, dass, anders als in den Krisenjahren 2008/2009, wesentlich mehr Betriebe, darunter auch viele mit kleinen Betriebsgrößen, Kurzarbeit angezeigt haben. Wir wissen auch, dass sie diesmal aus allen Branchen kommen, weil durch Corona nahezu alle Wirtschaftszweige betroffen sind“, so Iser. „Und es ist deutlich, dass rund 3.200 Anzeigen innerhalb weniger Tage die Spitzenwerte der letzten Wirtschaftskrise um ein Vielfaches übertreffen.“

Aufgrund des explosionsartigen Ansteigens der Anzeigen kommt es dazu, dass Meldungen erst zeitlich verspätet erfasst werden können. Andererseits kommt es zu Mehrfachzählungen, da die Betriebe alle denkbaren Kanäle nutzen, um Kurzarbeit anzuzeigen.

Rechnen Betriebe mit der Notwendigkeit von Kurzarbeit, müssen sie dies zunächst bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Ohne Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wird dann innerhalb der nächsten zwölf Monate Kurzarbeit realisiert, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die Abrechnungslisten bei der Agentur für Arbeit einreichen.

Erst wenn diese Angaben vorliegen und bearbeitet werden können, kommt es zur Auszahlung und erst danach liegen die endgültigen Daten zu der Anzahl der betroffenen Beschäftigten, zur Branche, zur Dauer und zum Volumen des Arbeitsausfalls vor. Zurzeit liegen die endgültigen Daten vom August 2019 vor. 

Mit den endgültigen Ergebnissen für den Monat März kann voraussichtlich im September 2020 gerechnet werden.

„Die für die Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes zuständigen Teams wurden personell deutlich vergrößert, damit die Bearbeitung der Anzeigen und Anträge sowie die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes schnellstmöglich erfolgen kann“, so Iser abschließend.