26.11.2020 | Presseinfo Nr. 46

Woche der Menschen mit Behinderung

In der Zeit vom 30. November bis zum 4. Dezember findet die bundesweite
„Woche der Menschen mit Behinderung“ statt. Die Aktion möchte deutlich machen, dass Menschen mit Behinderung nicht weniger leistungsfähig sind und ein großes Potenzial für die Deckung des Fachkräftebedarfs darstellen.

„Immer noch neigen viele bei der Beurteilung von Bewerberinnen und Bewerbern dazu, Defizite oder Schwächen in den Vordergrund zu stellen. Dabei wird oft übersehen, dass jeder Mensch viele Stärken besitzt: Am richtigen Arbeitsplatz eingesetzt, sind behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gewinn für jedes Unternehmen“ sagt Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.

Auch die Agentur für Arbeit Offenburg als Arbeitgeber geht mit gutem Beispiel voran. Insgesamt beschäftigt die Arbeitsagentur im Ortenaukreis 16 Schwerbehinderte Menschen, davon eine Studierende. Dies entspricht einem Anteil von 11,13 Prozent an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen.

Im Rahmen der Aktionswoche beantwortet unsere Studierende Martha Waldmann,
20 Jahre, mit körperlicher Einschränkung, im dritten Studienjahr, drei Fragen.

Welche beruflichen Ziele hatten Sie für die Zeit nach dem Abitur?

Mir war bewusst, dass ich aufgrund meiner Behinderung nicht handwerklich tätig werden konnte. Ich wollte schon immer im sozialen Bereich arbeiten, um die Hilfe, die ich über die Jahre selbst erhalten hatte, in anderer Form wieder zurückzugeben. Während meiner Schulzeit habe ich drei Praktika gemacht – eins davon bei der Agentur für Arbeit. Und genau das war das Beste, da ich dort viele unterschiedliche Arbeitsfelder kennengelernt habe und als interessierte Schülerin wahrgenommen wurde.

Welche Schwierigkeiten hatten Sie im bisherigen Studium zu meistern?

Die Hochschule in Mannheim wie auch die Agentur für Arbeit Offenburg sind barrierefrei, sodass dies kein Problem darstellte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche komme ich im Studium gut zurecht. Auch mein Arbeitsplatz wurde ganz unkompliziert an meine Bedürfnisse angepasst. Und im Studium an sich? Wie alle meine Kommilitonen habe ich Fächer, die mir mehr oder weniger liegen. So begeistert mich Statistik eher weniger.

Welche Wünsche haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Ich würde nach meinem Studium gerne in der persönlichen Beratung arbeiten. Beruflich wünsche ich mir, dass ich mich weiterbilden und Verantwortung übernehmen kann, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Vor allem wünsche ich mir aber ein gutes Arbeitsumfeld und nette Kollegen, denn viel Arbeit zu bewältigen, ist viel leichter in einem guten Team.