01.12.2020 | Presseinfo Nr. 49

Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2020

Offenburg –  Im November waren im Ortenaukreis insgesamt 9308 Menschen ohne Arbeit, 217 Personen weniger als im Oktober und 2354 arbeitslose Menschen mehr als 2019. In Relation zum Vorjahr ist dies ein deutlicher Zuwachs.

Aktuell ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt über beide Rechtskreise zusammen bei 3,6 Prozent. Vor genau einem Jahr gab es eine Quote von 2,8 Prozent. Verglichen mit anderen Kreisen ist die Arbeitslosigkeit in der Ortenau in der derzeitigen Situation stabil.

Unter den 19 Agenturen in Baden-Württemberg belegt Offenburg zusammen mit Ludwigsburg den dritten Platz. Die Regionaldirektion in Stuttgart gab im November 2020 für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent bekannt.

Am 11. November wurden die Daten für den Berichtsmonat November erhoben – somit bilden sich die neuen Einschränkungen des zweiten Lockdowns nur zum Teil in den vorliegenden Arbeitsmarktzahlen ab.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verläuft in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich.

Die Arbeitsagentur Offenburg zählte zum Stichtag deutlich mehr arbeitslose Menschen als im Vorjahresmonat und verzeichnet somit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) den größeren Anteil an arbeitslosen Menschen. 5729 Menschen ohne Arbeit waren im Berichtsmonat bei der Agentur für Arbeit Offenburg gemeldet, 2151 bzw. 60,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ursache sind hierfür weiterhin die konjunkturellen und Pandemie bezogenen Entwicklungen und teilweise auch saisonale Gründe.
In der Grundsicherung bei der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis fiel der Anstieg der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus. 3579 Männer und Frauen ohne Job werden aktuell im Rechtskreis SGB II betreut, 203 bzw. 6,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Entwicklung am Arbeitsmarkt (SGB III)

Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg: „Der Arbeitsmarkt im Ortenaukreis ist weiterhin stabil. Die Nachfrage von Arbeitgebern nach Arbeitskräften bewegt sich auf hohem Niveau, wenn gleich der Bestand an offen Stellen deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt. Kurzarbeit hat in diesem Monat wieder an Bedeutung gewonnen, dies zeigt die Bereitschaft der Unternehmen ihre Beschäftigten zu halten.“

Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Weiterhin gibt es viele neue Arbeitslosmeldungen und somit einen größeren Zugang an Arbeitslosen. Bei der Arbeitsagentur Offenburg und ihren Geschäftsstellen meldeten sich im Berichtsmonat 1336 Personen neu oder erneut arbeitslos, 34 Arbeitslosmeldungen mehr als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn haben sich 15969 Personen, bei der Agentur für Arbeit Offenburg arbeitslos gemeldet, das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 853 Arbeitslosmeldungen mehr.

Dem gegenüber haben insgesamt 1377 Personen im November ihre Arbeitslosigkeit beendet, das waren 190 mehr als im Vorjahresmonat. Seit Beginn des Jahres konnten 13924 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 570 weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung nach Personengruppen (SGB III): 5729 Arbeitslose

Im Ortenaukreis waren im November 3321 Männer ohne Arbeit, 1271 mehr als noch vor 12 Monaten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es bei den Frauen einen Anstieg um 880 auf 2408. Arbeitslose Menschen über 50 Jahre und junge Erwachsene unter 25 Jahren sind ebenfalls vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Auch für die Personengruppe, die bereits ein Jahr oder länger arbeitslos ist, ist es sehr schwierig, Arbeit zu finden. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich von 373 auf 710 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Die Arbeitslosenzahlen (SGB III) aus den Geschäftsstellen
Im November konnten nicht alle Geschäftsstellen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl arbeitsloser Menschen aber in allen Geschäftsstellen stark angestiegen. Ein Rückgang zum Vormonat von 26 Personen ist in der Geschäftsstelle Hausach zu verzeichnen. 499 Frauen und Männer waren im November arbeitslos gemeldet (Vorjahr: 344). Derzeit sind in der Geschäftsstelle Lahr 1666 Menschen ohne Arbeit. Gegenüber dem Vormonat ist ihre Zahl um 10 Personen gesunken (Vorjahr: 1087). In der Hauptagentur Offenburg wurden gegenüber Oktober 10 arbeitslose Menschen weniger gezählt, derzeit sind 1644 Personen ohne Job gemeldet (Vorjahr: 1038). Im Bezirk Achern nahm die Zahl der Arbeitslosen um 6 auf 590 Personen ab (Vorjahr: 380). In Oberkirch suchen 416 Personen eine Arbeit, dies entspricht einem Anstieg von 6 im Vergleich zum Oktober (Vorjahr: 216)

In der Geschäftsstelle Kehl ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 13 Personen gestiegen, damit waren im November 914 Menschen auf der Suche nach einer Arbeitsstelle (Vorjahr: 513).

Stellensituation

Bis zum Stichtag im November akquirierte der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg 839 Stellenangebote, das sind 150 Stellen mehr als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Arbeitskräfte steigt seit zwei Monaten im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Die Auswirkungen des Teil-Lockdowns sind hier allerding noch nicht abgebildet.

Insgesamt umfasst der aktuelle Stellenpool 3359 Angebote, das sind 313 weniger als vor einem Jahr. 955 gemeldete Stellen entfallen auf den Bereich Produktion und Fertigung. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 194 Stellenangebote weniger. 488 zu besetzende Stellen werden in den Gesundheits- und Erziehungsberufen gesucht, eine Abnahme von 47 Stellen gegenüber dem Vorjahr. Dagegen ist im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit der Bedarf an Personal mit 745 zu besetzenden Stellen um 174 höher als vor einem Jahr.

Kurzarbeit (KuG)

Kurzarbeit ist ein wichtiges Instrument zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Im November haben insgesamt 463 Unternehmen im Ortenaukreis Kurzarbeit für 3492 Menschen neu angezeigt. Im Vormonat waren es 81 Firmen für 972 Personen. Insgesamt haben seit April dieses Jahres 5424 Ortenauer Betriebe in der Arbeitsagentur für 77183 betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Wie viele Beschäftigte tatsächlich verkürzt arbeiten müssen, zeigt sich erst zeitversetzt, wenn die Betriebe Kurzarbeit abrechnen. Für die Vorlage der Abrechnungsunterlagen können sich die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit lassen.

Nach der Abrechnung der Kurzarbeit durch die Betriebe können nun für den Juli Hochrechnungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld gemacht werden. Im Juli haben im Ortenaukreis 1809 Betriebe Kurzarbeitergeld für 24651 sozialversicherungspflichtige Beschäftige von der Arbeitsagentur erhalten.