28.10.2021 | Presseinfo Nr. 28

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Oktober 2021

Arbeitslosenquote sinkt um 0,2 Prozentpunkt auf 3,0 Prozent

Die positive Entwicklung hält auf dem Arbeitsmarkt im Ortenaukreis an und hat zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahl geführt. Besonders haben die Jugendliche vom herbstlichen Aufschwung profitiert. Im Oktober waren im Ortenaukreis 7720 Menschen arbeitslos gemeldet, 368 Personen weniger als im Vormonat. Damit ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte gesunken und liegt über beide Rechtskreise zusammen bei 3,0 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent). Unter den 19 Agenturen in Baden-Württemberg belegt Offenburg derzeit den vierten Platz. Die Regionaldirektion in Stuttgart gab im Oktober 2021 für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent bekannt.

Entwicklung nach Rechtskreisen

In beiden Rechtskreisen, also nach den Trägern Arbeitsagentur und Kommunale Arbeitsförderung, ging die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr zurück. In der Arbeitslosenversicherung, den die Arbeitsagentur Offenburg betreut, waren im Oktober 4070 Menschen arbeitslos gemeldet, 282 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Zahl um 1692 Personen (-29,4 Prozent).

Auch im Bereich der Grundsicherung, das sind Leistungen, die über die Jobcenter ausgezahlt werden, konnten sich 86 Bürger im Vergleich zum Vormonat (-113 zum Vorjahr) aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Das zeigt, wie aufnahmestark der Arbeitsmarkt ist. Aktuell sind 3650 Menschen in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet.

Entwicklung am Arbeitsmarkt (SGB III)

„Im Oktober hat sich im Ortenaukreis die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fortgesetzt. So ist – im Vergleich zum Vormonat September – nicht nur die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Betreuung der Arbeitsagentur deutlich gesunken, sondern vor allem die Jugendlichen unter 25 Jahren konnten von dieser Entwicklung profitieren. Hier zeigt sich, dass viele Unternehmen die Chance genutzt haben, Jugendliche die sich nach ihrem erfolgreichen Ausbildungsabschluss neu orientierten, nach den Sommermonaten, einzustellen. Auch haben sich viele Studierenden zum Semesterbeginn abgemeldet oder mit einer weiterführenden Schule begonnen,“ sagt Theresia Denzer-Urschel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg

Dynamik am Arbeitsmarkt (SGB III)

In den vergangenen vier Wochen meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Offenburg 1108 Personen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 1373 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit.

Arbeitslosenversicherung, SGB III: 4070 arbeitslose Menschen

Entwicklung nach Personengruppen

Insgesamt ist bei fast allen Personengruppen die Arbeitslosigkeit – unterschiedlich stark ausgeprägt – zurückgegangen. Es war zu erwarten, dass sich viele junge Menschen unter 25 Jahren, genau 114, im Oktober wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Sie konnten entweder eine neue Arbeit aufnehmen oder haben mit einer weiterführenden Schule oder einem Studium begonnen. Aktuell suchen 426 Jugendliche einen Arbeitsplatz, davon haben 178 keine Berufsausbildung. Im Vorjahresvergleich waren noch 317 Jugendliche mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als aktuell. Die Personengruppen der über 50-Jährigen, den schwerbehinderten Menschen und die Gruppe der Ausländer, konnten, wenn auch in geringerem Maß, von dem Herbstaufschwung profitieren und Arbeit aufnehmen. Gegenüber den Vorjahren zeigt sich allerdings ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der Menschen über 50 Jahre. Im Ortenaukreis nimmt die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen weiter zu. Aktuell suchen 764 Personen, die bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, eine Arbeit. Dies ist ein Anstieg um 114 Personen (+ 17,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenzahlen (SGB III) aus den Geschäftsstellen

Regional betrachtet ist im Oktober die Zahl der Menschen, die eine Beschäftigung suchen, im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr, in allen Geschäftsstellen zurückgegangen. Derzeit sind in der Hauptagentur Offenburg 1146 Menschen ohne Arbeit. In der Geschäftsstelle Hausach suchen 383 Personen einen Arbeitsplatz. Im Bezirk Lahr waren noch 1146 Personen ohne Job gemeldet. 316 arbeitslose Menschen sind im Bezirk Oberkirch und 478 Personen sind im Bezirk Achern auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Aus der Geschäftsstelle Kehl wurden 601 Menschen ohne Arbeit gemeldet. 

Stellensituation (SGB III)

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im Oktober zwar etwas nachgelassen - ist aber weiterhin hoch. Im Oktober konnte der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg im Ortenaukreis 891 neue Arbeitsstellen akquirieren, 22 weniger als im Vorjahresmonat Derzeit gibt es 5144 offene Arbeitsstellen in der Ortenau. Seit Jahresbeginn sind insgesamt 8806 Stellen aufgenommen worden. Nach wie vor werden Fachkräfte im Verarbeitenden Gewerbe also in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung gesucht. Aktuell gibt es hier 1722 freie Arbeitsplätze. Auch im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit besteht eine große Nachfrage, 1033 zu besetzende Stellen sind hier gemeldet. Der Bestand an offenen, der Arbeitsagentur gemeldeten Arbeitsstellen liegt sogar, wieder über dem Stellenbestand des Oktobers 2019. Die Wirtschaft im Ortenaukreis zeigt sich damit weiterhin stabil. Für die Arbeitgeber der Region wird nach den Herausforderungen der Corona-Zeit nunmehr wieder der Arbeitskräftemangel ein Problem. Neben der Qualifizierung von Arbeitslosen ist die Weiterbildung von Beschäftigten im Unternehmen ein wesentlicher Baustein, um den Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Firma decken zu können. Die Arbeitsagentur kann unter bestimmten Voraussetzungen auch die Qualifizierung von bereits Beschäftigten finanziell unterstützen.

Kurzarbeit (KuG)

Im Oktober haben im Ortenaukreis 54 Betriebe für 2272 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Vergangenes Jahr im Oktober 2020 waren es noch 81 Anzeigen für insgesamt 972 Beschäftigte. In einigen Branchen wird auf Grund der Lieferengpässe Kurzarbeit geplant.