02.03.2021 | Presseinfo Nr. 7

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2021

Offenburg – Im Februar waren im Ortenaukreis bei der Arbeitsagentur und Kommunalen Arbeitsförderung 10327 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet, 119 Personen weniger als im Vormonat (minus 1,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr hat die Arbeitslosenzahl um 2195 zugenommen. Dies entspricht einer Steigerung vom 27 Prozent.
 

Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zurück und liegt aktuell für beide Rechtskreise bei 4,0 Prozent, vor einem Jahr hatte sie sich auf 3,2 Prozent belaufen. Die Regionaldirektion in Stuttgart gibt für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent bekannt.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Beim Blick auf die Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen, also nach den Trägern
Arbeitsagentur und Kommunaler Arbeitsförderung, zeigt sich folgende Entwicklung:

Im Februar waren bei der Arbeitsagentur Offenburg 6530 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 168 Personen weniger als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Frauen und Männer, die eine Arbeit suchten, um 1865 Personen (+40 Prozent). Ursache sind hierfür weiterhin die konjunkturellen und Pandemie bezogenen Entwicklungen.

Bei der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis waren 3797 arbeitslose Menschen gemeldet, 49 Personen mehr als im Vormonat, 330 arbeitslose Frauen und Männer
(+ 9,5 Prozent) mehr als noch vor einem Jahr.

Entwicklung am Arbeitsmarkt (SGB III)

Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt: „Die Arbeitslosenzahl ist im Februar leicht rückläufig, die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt - ein gutes Signal in Zeiten der Corona-Pandemie. Es wird allerdings noch ein langer Weg bis wir das Niveau vor der Krise wieder erreicht haben. Die demografische Entwicklung, die Herausforderungen der Digitalisierung, die schwächere konjunkturelle Entwicklung und die strukturellen Veränderungen stellen uns vor große Aufgaben. Die Weiterbildung von Beschäftigten, besonders auch von An- und Ungelernten gewinnt immer mehr an Bedeutung. Qualifizierung und lebenslanges Lernen werden immer wichtiger und sollten deshalb im Focus von Arbeitnehmern und Arbeitgebern stehen.

Dynamik am Arbeitsmarkt (SGB III)

Bei der Arbeitsagentur Offenburg meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1239 Personen arbeitslos, das waren 749 Personen weniger als im Vormonat und 136 Arbeitslosmeldungen weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 1369 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 335 mehr als im Vormonat. Zum Vergleich: Im Februar 2020 konnten 1357 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Arbeitslosenversicherung, SGB III: 6530 Arbeitslose  

Entwicklung nach Personengruppen

Im Februar waren 3713 Männer in der Region Ortenau ohne Arbeit, 1044 mehr als vor zwölf Monaten. Bei den Frauen gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 821 auf 2817. Im Vergleich zum Februar 2020 hat sich die Zahl der Jugendlichen unter 25 Jahren um 266 Personen erhöht, aktuell sind 790 junge Menschen ohne Arbeit. Bei der Personengruppe der Menschen über 50 Jahre, liegt die Arbeitslosenzahl bei 2519, das waren 659 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Mit einem Anteil von 38,6 Prozent stellt diese Personengruppe den größten Anteil am Bestand der Arbeitslosen im Ortenaukreis dar. Menschen, die bereits länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung sind, haben es pandemiebedingt schwerer eine Arbeitsstelle zu finden. Derzeit suchen 799 in dieser Personengruppe einen Arbeitsplatz, somit liegt der Wert um 429 über dem Vorjahresniveau. Auch bei den schwerbehinderten Menschen ohne Arbeit wurde ein Anstieg im Vorjahresvergleich verzeichnet, aktuell sind 402 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet. Dies sind 58 Personen mehr als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenzahlen (SGB III) aus den Geschäftsstellen

Regional betrachtet ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in allen sechs Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit Offenburg im Vergleich zum Vormonat rückläufig. Verglichen mit dem Vorjahr sind jedoch in allen Geschäftsstellen weiterhin deutlich mehr arbeitslose Menschen gemeldet. In der Hauptagentur Offenburg hat sich im Vergleich zum Januar die Zahl der Arbeitslosen um 123 Personen auf 1629 verringert, das sind 443 mehr als im Vorjahresmonat. In der Geschäftsstelle Lahr ging die Arbeitslosenzahl um 18 auf 2310 zurück, 573 mehr als im Februar 2020. In der Geschäftsstelle Oberkirch gab es einen Rückgang um 16 arbeitslose Menschen auf 427 Personen, die im Februar 2021 arbeitslos gemeldet waren, das sind 135 mehr im Vorjahresvergleich. Die Geschäftsstelle Kehl verzeichnet einen Rückgang um 6 auf 978. (390 Personen mehr als vor einem Jahr). Die Arbeitslosenzahl im Bereich der Geschäftsstelle Achern mit 622 arbeitslose Menschen blieb im Vergleich zum Vormonat nahezu gleich, im Vorjahrsmonat waren 183 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch in der Geschäftsstelle Hausach blieben die Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich nahezu unverändert, hier sind 564 Menschen auf der Suche nach einer Arbeitsstelle, 141 mehr als vor einem Jahr.

Stellensituation (SGB III)

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg konnte in den letzten vier Wochen 898 neue Stellenangebote akquirieren, das sind 84 Stellen mehr als ein Jahr zuvor. Der aktuelle Stellenpool umfasst 3339 Angebote, mit minus 59 Stellen liegt der Wert fast auf Vorkrisenniveau.

Der Großteil der gemeldeten Stellen (966) entfallen auf den Bereich Produktion und Fertigung. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 102 Stellenangebote weniger. Dagegen haben wir im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit 732 zu besetzenden Stellen, dies sind 180 Stellen mehr als vor einem Jahr. Auch im Bereich Gesundheits- und Erziehungsberufen ist der Bedarf an Personal mit 440 zu besetzende Stellen, um 23 Stellen höher als im Vorjahrjahresmonat.

In einigen Bereichen der Industrie ist bereits ein leichter Aufwärtstrend spürbar. So werden in den Bereichen Maschinenbau, Kältetechnik, Laser-Technik und Elektronik Fachkräfte gesucht, während die Nachfrage nach Arbeitskräften bei den Automobil-Zulieferern rückläufig ist. Im Einzelhandel und in der Gastronomie sind aufgrund des Lockdowns die Stellenangebote auf niedrigem Niveau.

Kurzarbeit (KuG)

Die Arbeitgeber im Ortenaukreis nutzen das Instrument der Kurzarbeit, um den Arbeitsausfall abzufedern, um Entlassungen zu vermeiden und die Fachkräfte zu halten.

So haben im Ortenaukreis vom 14. Januar 2021 bis Mitte Februar 2021 insgesamt 227 Unternehmen Kurzarbeit für 2203 Menschen neu angezeigt.

Insgesamt haben seit April des vergangenen Jahres 6682 Ortenauer Betriebe in der Arbeitsagentur für 91810 betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Wie viele Beschäftigte tatsächlich verkürzt arbeiten müssen, zeigt sich erst zeitversetzt, wenn die Betriebe Kurzarbeit abrechnen. Für die Vorlage der Abrechnungsunterlagen können sich die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit lassen.

Für die Monate März 2020 bis Oktober 2020 liegen Daten vor, in welchem Umfang Betriebe in der Ortenau tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen haben.
So haben zum Beispiel im April 2020 3449 Betriebe für 34805 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten. Monat für Monat hat die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeitergeld erhalten haben, abgenommen; zuletzt haben im Oktober 2020 1234 Betriebe für 14.310 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten.