31.03.2021 | Presseinfo Nr. 9

Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2021

Ortenaukreis – Im März waren bei der Arbeitsagentur und der Kommunalen Arbeitsförderung 10050 Frauen und Männer ohne Arbeit gemeldet, 277 Personen weniger als im Vormonat, aber 2082 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken und liegt für beide Rechtskreise zusammen bei 3,9 Prozent (Vorjahresmonat 3,2 Prozent). Die Regionaldirektion in Stuttgart gab für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent bekannt.
 

Entwicklung nach Rechtskreisen

Die Corona-Pandemie hat auf dem Arbeitsmarkt – im Vergleich zum Vorjahr – deutliche Spuren hinterlassen. Der Arbeitsmarkt in der Ortenau erweist sich aber als sehr robust. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verläuft in den beiden Rechtskreisen allerdings unterschiedlich: Im Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung (SGB III) sind 6180 Menschen arbeitslos gemeldet, 350 weniger als im Februar, aber 1645 mehr als vor einem Jahr.
Die Kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis (Grundsicherung SGB II) betreut aktuell 3870 Personen ohne Arbeit, das sind 73 mehr als vor vier Wochen und 437 mehr als im März 2020.

Entwicklung am Arbeitsmarkt (SGB III)

„Seit über einem Jahr begleitet uns die Covid-19 Pandemie und hat erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt. Erfreulicherweise ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im März gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen, liegt aber weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die sonst übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist pandemiebedingt ausgeblieben, da viele Unternehmen der Hotel-, Gaststätten-, Freizeit- und Tourismusbranche weiterhin ihren Geschäftsbetrieb nicht aufnehmen konnten. Weiterhin von großer Bedeutung ist die Kurzarbeit, die viele Firmen in der Ortenau nutzen, um Entlassungen zu vermeiden“, sagt Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.

Dynamik am Arbeitsmarkt (SGB III)

Bei der Arbeitsagentur Offenburg meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1137 Personen arbeitslos, das waren 102 Personen weniger als im Vormonat Gleichzeitig konnten 1434 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 65 mehr als im Februar. Seit Jahresbeginn meldeten sich 4364 Menschen neu oder erneut arbeitslos, das waren 318 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig konnten seit Januar 3837 Menschen ihre Zeit der Arbeitslosigkeit beenden, das sind 49 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Arbeitslosenversicherung, SGB III: 6180 Arbeitslose  
Entwicklung nach Personengruppen

Die Arbeitsagentur Offenburg betreute im März 6180 arbeitslose Frauen und Männer, 36,3 Prozent (plus 1645) mehr als vor einem Jahr und 350 weniger als im Vormonat.

Bei allen Personengruppen sind sinkende Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Februar zu verzeichnen, besonders bei den 50-Jährigen und Älteren. Aktuell sind 2445 Personen, welche 50 Jahre oder älter sind, ohne Arbeit – das entspricht einem Rückgang um 74 zum Vormonat, aber einem Anstieg um 626 im Vorjahresvergleich. Bei der Personengruppe der Jugendlichen, liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 708 und somit um 82 geringer als vor vier Wochen. Im März 2020 waren es noch 549 arbeitslose Jugendliche (+159). Sorge bereitet die Personengruppe der Menschen, die bereits länger als 1 Jahr arbeitslos sind. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 397 auf 777 langzeitarbeitslose Menschen an, was fast einer Verdoppelung entspricht.  Der Bestand an schwerbehinderten Arbeitslosen blieb nahezu unverändert bei 403 (+1 im Vergleich zum Februar), vor einem Jahr waren es noch 60 arbeitslose Schwerbehinderte weniger.

Die Arbeitslosenzahlen (SGB III) aus den Geschäftsstellen
In allen Geschäftsstellenbezirken ist im Vergleich zum Vormonat der Bestand an Arbeitslosen zurückgegangen. Aktuell sind im Bezirk Lahr noch 2182 Menschen ohne Arbeit, 128 weniger als vor vier Wochen. In der Hauptagentur Offenburg hat sich die Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich um 70 auf 1559 reduziert. Die Geschäftsstelle Kehl meldet einen Rückgang auf 909 Personen, 69 arbeitslose Menschen weniger als im Vormonat. In der Geschäftsstelle Hausach ist die Zahl der Arbeitslosen um 30 Personen im Vergleich zum Februar gesunken. Damit suchen in Hausach derzeit 534 Personen eine Arbeitsstelle. Die Geschäftsstelle Achern verzeichnet ein Minus von 29 Arbeitslosen auf 593 und in Oberkirch gibt es aktuell 403 Menschen ohne Beschäftigung (-24 Personen).

Stellensituation (SGB III)

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist wieder deutlich gestiegen und liegt über dem Vorjahresniveau. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg konnte im März insgesamt 879 neue Arbeitsstellen akquirieren, 174 Angebote mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (+24,7 Prozent). Aktuell sind 3563 Stellen in der Ortenau zu besetzen, was einem Anstieg von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Fast ein Drittel der freien Arbeitsstellen entfällt mit 1084 Angeboten auf den Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. Rund 747 Personen werden im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit gesucht. Auch im Gesundheitsbereich gibt es eine große Nachfrage (455 freie Stellen) nach Arbeitskräften.

Kurzarbeit (KuG)

Im Agenturbezirk Offenburg haben im März 98 Unternehmen für 1069 betroffene Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Zum Vergleich im März 2020 waren es noch 956 Anzeigen von Ortenauer Firmen für insgesamt 14207 betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Anzahl der Neuanzeigen ist deutlich zurückgegangen. Da die Betriebe drei Monate Zeit haben für die Abrechnung des Kurzarbeitergeldes, zeigt sich erst zeitversetzt, wie viele Beschäftigte tatsächlich dann verkürzt gearbeitet haben. Für die Monate März 2020 bis November 2020 liegen Daten vor, in welchem Umfang Unternehmen in der Ortenau tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen haben. So haben zum Beispiel im April 2020 3449 Betriebe für 34805 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten. Zuletzt haben im November 2020 insgesamt 1802 Arbeitgeber aus dem Ortenaukreis für 15535 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld abgerechnet.