31.03.2022 | Presseinfo Nr. 19

Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2022

 
7865 Frauen und Männer im Ortenaukreis ohne Arbeit
2185 arbeitslose Menschen weniger als vor einem Jahr
Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3,1 Prozent

Offenburg – Am Arbeitsmarkt im Ortenaukreis hat im März die Frühjahresbelebung eingesetzt – die Arbeitslosenzahl ging zurück. 7865 Frauen und Männer waren bei der Arbeitsagentur und der Kommunalen Arbeitsförderung arbeitslos gemeldet, das sind 219 Menschen weniger als im Februar, im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl um 2185. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zurück und liegt aktuell für beide Rechtskreise bei 3,1 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 3,9 Prozent. Die Regionaldirektion in Stuttgart gab für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent bekannt.


Entwicklung nach Rechtskreisen

Aktuell sind bei der Arbeitsagentur Offenburg 4425 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zu dem Vorkrisenmonat März 2020 sind dies sogar 110 Personen weniger. Der März 2020 war der letzte Monat, der in der Arbeitsmarktstatistik noch nicht von der Corona-Pandemie geprägt war. Jedoch darf dabei nicht vergessen werden, dass die Kurzarbeit weiterhin erfolgreich Arbeitsplätze sichert und Arbeitslosigkeit verhindert.

Bei der für die Grundsicherung verantwortlichen Kommunalen Arbeitsförderung sind derzeit 3440 Menschen ohne Arbeit gemeldet, auch hier hat sich die Arbeitslosenzahl wieder annähernd auf dem Niveau des Vorkrisenmonats März 2020 eingependelt (3433).


Dynamik am Arbeitsmarkt (SGB III)

In den vergangenen vier Wochen meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Offenburg 1075 Personen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 1182 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit.


Arbeitslosenversicherung, SGB III: 4425 arbeitslose Menschen
Entwicklung nach Personengruppen

Aktuell sind 1912 Frauen und 2513 Männer in der Region Ortenau ohne Arbeit. Als Folge der Pandemie bleibt die Zahl der Menschen weiterhin hoch, die seit einem oder mehreren Jahren arbeitslos sind, dies waren im März 646 Menschen. Vor zwei Jahren waren in dieser Personengruppe der Langzeitarbeitslosen 256 Personen weniger arbeitslos.  Aktuell sind 441 Jugendliche unter 25 Jahre sind auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Bei den Menschen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben ist die Zahl zum Vormonat um 85 auf insgesamt 2037 gesunken.


Die Arbeitslosenzahlen (SGB III) aus den Geschäftsstellen

Mit Blick auf die Geschäftsstellen hatte Lahr im März den größten Rückgang an arbeitslosen Menschen. Im Vergleich zum Vormonat ging die Arbeitslosenzahl um 98 Personen auf jetzt 1483 zurück. Vor einem Jahr waren hier 699 Personen mehr arbeitslos als im aktuellen Monat. In der Hauptagentur Offenburg sank die Zahl um 17 Personen auf 1151. In allen anderen Geschäftsstellen blieb die Zahl fast unverändert. Somit sind in Kehl aktuell 632 Menschen ohne Arbeit. In der Geschäftsstelle Achern waren 451 Personen im März 2022 arbeitslos gemeldet und in Hausach ist die Zahl der Arbeitslosen auf 392 gesunken. Die Geschäftsstelle Oberkirch verzeichnet Ende März 316 arbeitslose Personen.


Stellensituation (SGB III)

Derzeit sind 5216 Arbeitsstellen im Ortenaukreis zu besetzen. Die Zahl der offenen Stellen liegt aktuell, um beachtenswerte 54 Prozent oder 1828 Stellen höher als vor der Corona-Pandemie.  Dafür gibt es zwei Gründe: Viele Arbeitgeber melden recht früh ihre offenen Arbeitsstellen, warten jedoch mit der Besetzung aufgrund der Pandemie noch ab. In vielen Fällen gelingt es aber auch nicht, in kurzer Zeit die gesuchten qualifizierten Mitarbeiter/innen zu finden. Hier spielen die demografische Entwicklung und der Wandel vieler Berufsbilder verbunden mit einem höheren Anspruch an Qualifikationen eine große Rolle. Die Herausforderung für die Zukunft bedeutet mehr Nachwuchs auszubilden und Arbeitnehmer/innen zu qualifizieren. 

Gesucht werden vor allem Fachkräfte im Verarbeitenden Gewerbe, also in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. Aktuell gibt es hier 1753 freie Stellen. Auch im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit besteht eine weiterhin große Nachfrage nach Hilfs- und Fachkräften, 977 zu besetzenden Stellen sind hier gemeldet.

Im Bau / Handwerk ist die Nachfrage - üblich für die Jahreszeit - weiterhin hoch. Auch in der Gastronomie werden wieder Arbeitskräften gesucht. Allerdings ist dort das Potential an Bewerberinnen und Bewerber weiterhin gering.

Die Metall-/ Industrie benötigen weiterhin dringend Personal. Allerdings bereitet der bereits schon länger bestehende Materialmangel auf Grund von Lieferengpässen immer mehr Probleme. Auch machen sich die Import-Schwierigkeiten aus Russland und der Ukraine inzwischen bemerkbar. Daher werden in der Metall-/Industrie von vielen Betrieben Arbeitskräfte von Personaldienstleistern eingesetzt.


Kurzarbeit (KuG)

Im März haben nach Auswertung der Arbeitsagentur insgesamt 35 Unternehmen im Ortenaukreis Kurzarbeit für 352 Arbeitnehmer neu angezeigt. Vergangenes Jahr im März 2021 waren es 109 Anzeigen für insgesamt 1254 Beschäftigte.

Wie viele Personen in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben und in welchem Umfang Arbeit ausgefallen ist, steht erst nach Abrechnung der Firmen mit der Arbeitsagentur fest, da die kurzarbeitenden Unternehmen bis zu drei Monate rückwirkend das Kurzarbeitergeld mit der Arbeitsagentur abrechnen können.


Entwicklung am Arbeitsmarkt

Theresia Denzer-Urschel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt: „Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Ortenau bleibt weiterhin positiv. Der Saisonbeginn insbesondere im Freizeitsektor führte zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Auf Grund der Frühjahrsbelebung und des Wegfalls der Pandemie-Beschränkungen steigt in der Gastronomie die Nachfrage nach Arbeitskräften. Positiv sehe ich auch, dass die Gruppe der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, im aktuellen Monat von der Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren konnten. Wir sind überzeugt davon, dass diese Arbeitssuchenden als erfahrene qualifizierte Kräfte weiterhin gute Chancen haben.“