31.05.2022 | Presseinfo Nr. 28

Entwicklung des Arbeitsmarktes Mai 2022

7094 Frauen und Männer im Ortenaukreis ohne Arbeit
Rückgang der Arbeitslosenquote auf 2,8 Prozent
Arbeitsstellenbestand erreicht einen neuen Höchstwert

 

Offenburg – Die Saisonbelebung setzt sich in der Ortenau weiter fort. Im Mai 2022 ging die Zahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Vormonat erneut zurück. Die Entwicklung fällt besser als in den Vorjahren aus. 7094 Frauen und Männer waren bei der Arbeitsagentur und der Kommunalen Arbeitsförderung arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt nun für beide Rechtskreise 2,8 Prozent. Die Regionaldirektion in Stuttgart gab für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent bekannt. Unter den 19 Agenturen in Baden-Württemberg belegt Offenburg weiterhin den vierten Platz.


Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der arbeitslosen Menschen bei 3754, das sind 198 Personen weniger als im Vormonat und 1679 weniger als im Vorjahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote beträgt 1,5 Prozent.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch die Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis) sind 3340 Menschen ohne Arbeit. Das ist ein Minus von 92 gegenüber April 2022 und 578 gegenüber Mai 2021. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote beträgt 1,3 Prozent.


Dynamik am Arbeitsmarkt (SGB III)

In den vergangenen vier Wochen meldeten sich bei der Arbeitsagentur Offenburg und ihren Geschäftsstellen 973 Personen aus einer Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im gleichen Zeitraum konnten 1155 Ortenauer durch die Aufnahme einer Beschäftigung ihre Arbeitslosigkeit beenden.


Arbeitslosenversicherung, SGB III: 3754 arbeitslose Menschen

Entwicklung nach Personengruppen

Im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr war bei allen Personengruppen ein Rückgang zu verzeichnen. Aktuell sind 1571 Frauen und 2183 Männer in der Region Ortenau ohne Arbeit.

Besonders freut uns, dass von der günstigen Entwicklung die Personengruppe der über 50-jährigen profitierte. Zwar zählen 1739 Menschen und damit fast die Hälfte aller Arbeitslosen zu dieser Personengruppe, im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl aber immerhin um 24,5 Prozent zurückgegangen.

Auch die Zahl derjenigen, die mindestens ein Jahr arbeitslos gemeldet sind und damit zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen gehören, ging in den vergangen vier Wochen zurück. Dennoch sind 608 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet.

Am wenigsten haben im Mai die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre von der positiven Entwicklung profitiert. Mit einem Rückgang von 4 Personen auf 376 Arbeitslose beläuft sich ihr Anteil an allen Arbeitslosen auf 10 Prozent.


Die Arbeitslosenzahlen (SGB III) aus den Geschäftsstellen

Regional betrachtet ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat in vielen Geschäftsstellen gesunken. Mit Blick auf die Geschäftsstellen und im Vergleich zum Vormonat hat Kehl den größten Rückgang an arbeitslosen Menschen. Aktuell sind in Kehl 549 Frauen und Männer arbeitslos, dies sind 72 Personen weniger als im April. In der Hauptagentur Offenburg sank die Zahl um 58 Personen auf 1028. In der Geschäftsstelle Lahr waren im Mai 1059 arbeitslose Menschen gemeldet, das sind 44 weniger als noch vor einem Monat. In der Geschäftsstelle Achern verringerte sich die Zahl der Menschen, die eine Arbeit suchen, um 27 auf 420 Personen. Im Vergleich zum Vormonat blieb in der Geschäftsstelle Hausach die Zahl der Menschen ohne Arbeit (370) und in der Geschäftsstelle Oberkirch (328) fast unverändert. Die Arbeitslosenquote in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) liegt in Offenburg, in Achern und in Oberkirch bei jeweils 1,5 Prozent. Unter den sechs Geschäftsstellen der Arbeitsagentur hat Hausach mit 1,2 Prozent den besten Wert.


Stellensituation (SGB III)

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur konnte in den letzten vier Wochen 951 neue Stellen von den Firmen und Verwaltungen akquirieren. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen steigt seit Jahresbeginn und erreicht einen Höchstwert von 5549 Stellen. Der Bestand an gemeldeten Stellen liegt nicht nur deutlich über dem Vorjahreswert, sondern auch deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Der Wegfall der Corona-Einschränkungen führt zu steigenden Personalbedarfen in nahezu allen Branchen.

Es ist eine Herausforderung, die hohe Arbeitskräfte-Nachfrage der Unternehmen in der Ortenau optimal zu bedienen. Denn es steht keine ausreichende Zahl von Bewerbern zur Verfügung. Einer der Hauptgründe, warum Stellen mitunter für einen längeren Zeitraum unbesetzt bleiben – es fehlt vor allem an Fachkräften. Genau deshalb setzen wir auf Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten: Qualifizierung ist die beste Arbeitslosenversicherung.

Mit 1862 gemeldeten Stellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in dem Bereich Produktion und Fertigung besonders hoch. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 1052 zu besetzenden Stellen. Der Ortenaukreis ist ein beliebtes innerdeutsches Reiseziel, das in der Corona-Pandemie noch mehr an Bedeutung gewonnen hat. Deshalb sucht besonders die Tourismusbranche Verstärkung. Hier bieten sich gute Chancen für Arbeitsuchende. Aber auch in anderen Branchen gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine erfolgreiche Bewerbung. Arbeitskräfte werden zum Beispiel im Baugewerbe, Gastgewerbe, Gesundheitswesen, Handel, verarbeitenden Gewerbe, wie Metallbereich gesucht.


Kurzarbeit (KuG)

Nur wenige Betriebe mussten im Mai neu Kurzarbeit anzeigen. Das liegt daran, dass keine neuen Einschränkungen für weitere Branchen eingeführt wurden, sondern Beschränkungen aufgehoben wurden. Aktuell im Mai 2022 lagen 17 neue Anzeigen für 862 Beschäftigte vor.

Wie viele Personen in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben und in welchem Umfang Arbeit ausgefallen ist, steht erst nach Abrechnung der Firmen mit der Arbeitsagentur fest, da die kurzarbeitenden Unternehmen bis zu drei Monate rückwirkend das Kurzarbeitergeld mit der Arbeitsagentur abrechnen können.


Entwicklung am Arbeitsmarkt

Theresia Denzer-Urschel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt: „Befürchtete gesamtwirtschaftliche Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sowie hohe Energiepreise und Lieferengpässen zeigen sich für den Arbeitsmarkt in der Ortenau bisher nicht. Weder Stellenseitig noch Bewerberseitig gibt es in den relevanten Branchen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Im Gegenteil: Die Zahl der Arbeitslosen in den Berufsbereichen Fertigung, Lager, Logistik ist gegenüber dem Vorjahr sogar zurückgegangen - während die Zahl der hier gemeldeten Stellen gestiegen ist. Auch der Wegfall der Beschränkungen auf Grund der Corona-Pandemie zeigt in der Touristik- und Kulturbranche positive Auswirkungen“.