03.07.2020 | Presseinfo Nr. 46

Der Ausbildungsmarkt im Juni 2020

Die Abschlussprüfungen des aktuellen Azubi-Jahrgangs sind absolviert. Die Zeugnisse bestätigen den Erfolg der Ausbildungsjahre schwarz auf weiß. Diese Chance sollten sich die Betriebe der Region auch in diesem Herbst sichern und Auszubildende einstellen, wirbt die Arbeitsagentur.

Bernd Krankenberg ist zufrieden: Seine Auszubildende Natascha Beck hat ihre Prüfung zur Verkäuferin bestanden. Nun startet sie ins dritte Lehrjahr und will im kommenden Sommer ihren Abschluss als Einzelhandelskauffrau machen. Die Besonderheit: Beck ist Mutter eines kleinen Mädchens und absolviert ihre Ausbildung in Teilzeit. Krankenberg, Chef von „Rückenwindräder" in Wilhelmshaven, ist zufrieden: „Natascha hat sich schnell in die Materie eingefunden und kann sehr gut auf Kunden zugehen. Und auch die Doppelbelastung Ausbildung und Kind schafft sie gut."

Damit hat Inhaber Bernd Krankenberg für sein Zweirad-Geschäft mit Werkstatt vorgesorgt. Viele andere Betriebe handeln ebenso, sie wollen trotz Corona-Krise ausbilden. Gut 4.700 Ausbildungsstellen haben die Unternehmen im Arbeitsagentur- Bezirk gemeldet, gut acht Prozent weniger als im vorigen Jahr. Im Juni sind fast 200 freie Stellen hinzugekommen. Gut 2.500 Lehrstellen waren Ende Juni noch unbesetzt. „Vereinzelt nehmen Betriebe in diesem Jahr Abstand davon, Auszubildende einzustellen, oder sie reduzieren die Zahl der Ausbildungsstellen. Das Gros bildet im selben Umfang aus wie bisher", sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.

Viele Jugendliche haben schon einen Ausbildungsplatz gefunden. Von den knapp 5.300 Bewerberinnen und Bewerber, die sich bei der Arbeitsagentur gemeldet haben, waren im Juni 2.600 unversorgt. Im Juni 2019 gab es knapp 5.800 gemeldete Bewerber und knapp 2.450 freie Lehrstellen.

Einen Unterschied im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit sieht Müller: „In den Vorjahren hatten auch Jugendliche mit schwächeren Schulnoten teils gute Chancen am Ausbildungsmarkt, wenn sie sich in Praktika als fit zeigten. Aufgrund der Pandemie gibt es weniger Möglichkeiten für längere Praxisphasen, weil in vielen Berufen die räumlichen Bedingungen zurzeit nicht passend sind. Für diese jungen Leute machen wir Unterstützungsangebote wie die Berufsvorbereitende Maßnahme." Eine Alternative könne es für Betriebe sein, einen Bewerber zu ein oder zwei Praxistagen einzuladen. Das ließe sich oft einfacher in den Arbeitsablauf einbauen als ein längeres Praktikum.

Praktika sind zurzeit überall dort schwierig, wo der Raum begrenzt ist, so auch in Büros und Arztpraxen. Daneben sei aber auch die Betreuung von Praktikantinnen und Praktikanten erschwert, weil gerade in kleineren Betrieben Pandemie-bedingt oft mehr zu tun ist: „Eine gute Anleitung ist wichtig, damit der Jugendliche tatsächlich einen guten Einblick bekommt und kleinere Aufgaben selbst erledigen kann."

Sorgen macht sich Müller um die Schulabgänger, die mit den Schulschließungen nicht gut zurechtkamen und sich schwer taten mit der digitalen Beschulung: „Manche kommen jetzt nur unter Schwierigkeiten wieder in den Rhythmus. Das betrifft auch die Suche nach einer Ausbildungsstelle. Sie brauchen jetzt Anschub und Motivation aus ihrem direkten Umfeld, von den Eltern und Geschwistern, damit sie ihre Chancen nutzen." Müller empfiehlt Eltern, in diesem Fall gemeinsam mit Sohn oder Tochter eine telefonische Beratung bei der Arbeitsagentur zu nutzen.

Termine für eine ausführliche telefonische Beratung kann man online vereinbaren über -> Kontakt -> Terminanfrage Berufsberatung oder telefonisch über die Servicehotline unter 0800 4 5555 00. Wichtig: den Wunsch „Telefonberatung bei der Berufsberatung" ausdrücklich angeben.

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