19.11.2020 | Presseinfo Nr. 59

So viel Kurzarbeit gab es im Frühling

Wie stark sind die Betriebe und die Beschäftigten in der Region von der Corona- Pandemie betroffen? Neben der Arbeitslosenzahl geben vor allem die Daten zu Kurzarbeit darüber Auskunft. „Wir haben jetzt erste handfeste Daten, die das Geschehen im April abbilden. Das ist der Monat, in dem Kurzarbeit am stärksten genutzt wurde", sagt Dr. Thorsten Müller. „Im Agenturbezirk waren 14,7 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit. In den betroffenen Betrieben ist mit 51 Prozent gut die Hälfte der üblichen Arbeitszeit kurzgearbeitet worden."

Knapp 42.000 Beschäftigte in 5.349 Betrieben haben im April im Bezirk der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven Kurzarbeit gemacht. Darunter waren 7.985 aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Ebenfalls stark betroffen waren Beschäftigte im Einzelhandel, 5.512 von ihnen waren in Kurzarbeit. In der Gastronomie waren es 4.039 Personen. In Verkehr und Lagerei gab es 2.423 Kurzarbeitende. Frauen stellten im April im Agenturbezirk 51,8 Prozent der Kurzarbeitenden.

Die Kommunen im Agenturbezirk waren in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Den niedrigsten Prozentsatz an Kurzarbeitern verzeichnete mit 13,5 Prozent der Landkreis Oldenburg, den höchsten Anteil das Ammerland: 17,9 Prozent aller Beschäftigten waren dort in Kurzarbeit.

In Friesland und im Ammerland war der durchschnittliche Arbeitsausfall mit 56 bzw. 55 Prozent am höchsten. In beiden Landkreisen ist das Gastgewerbe stark vertreten. In der Wesermarsch fiel bei den Kurzarbeitenden im Durchschnitt 45 Prozent des Arbeitsvolumens aus, dies war der niedrigste Wert im Agenturbezirk. Hier waren 58 Prozent der Kurzarbeiter Männer, das Verarbeitende Gewerbe war in der Wesermarsch mit 1.566 von 4.477 Kurzarbeitenden betroffen.

Im Monat Mai gab es nach den Hochrechnungen im Agenturbezirk 37.331 kurzarbeitende Beschäftigte in 4.581 Betrieben, im Juni 31.699 Beschäftigte in 3.428 Betrieben.

Der Grund für die Wartezeit auf statistische Daten zur Kurzarbeit liegt in der langen Frist für das Abrechnungsverfahren: Betriebe haben drei Monate Zeit, um die Abrechnungsliste für den vergangenen Monat bei der Arbeitsagentur einzureichen. Nachdem die Arbeitsagentur das Kurzarbeitergeld berechnet hat, werden die Daten vom Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit aufbereitet. Auf dieser Grundlage werden Hochrechnungen erstellt, und zwar zunächst für Bund und Länder. Hier liegen Hochrechnungen für die Monate August bzw. Juli vor. Bei kleinräumigen Gebieten sind solche frühen Hochrechnungen fehleranfälliger. Daher gibt es die Hochrechnungen für Arbeitsagenturen und Kommunen später.

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