31.03.2022 | Presseinfo Nr. 16

Der Arbeitsmarkt im März 2022

- 3,6 Prozent weniger arbeitslose Personen im März im Vergleich zum Vormonat
- Nachfrage nach Personal groß: Unternehmen suchen weiter Fachkräfte
- Erstmals Zahlen zum Ausbildungsmarkt im Berichtsjahr 2021/2022

Arbeitslosenzahl: 22.691 Arbeitslosenquote (Vorjahr): 5,4% (6,5%)
Veränd. ./. Vormonat: -836/ -3,6% Stellenzugang (Veränd. ./. Vorjahr) 1.710 (13,3%)
Veränd. ./. Vorjahr: -4.374/-16,2% Stellenbestand (Veränd. ./. Vorjahr) 8.777 (26,2%)

Im März 2022 gab es 22.691 arbeitslose Personen im Bezirk der Arbeitsagentur
Oldenburg-Wilhelmshaven. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen
Erwerbspersonen, liegt damit bei 5,4 Prozent und ist um 0,2 Prozentpunkt niedriger
als im Vormonat.

Waren im Februar 2022 noch 23.529 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet sind es
im März 2022 genau 838 Personen bzw. 3,6 Prozent weniger. Gegenüber dem
Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 16,2 Prozent bzw. 4.374 Personen gesunken.

„Der Arbeitsmarkt zieht wieder an, im März fanden mehr Menschen einen neuen
Arbeitsplatz, sodass die Arbeitslosenzahl sank“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der
Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. „Typisch für das Frühjahr ist, dass in
saisonabhängigen Berufen verstärkt eingestellt wird. Im Ammerland und in Friesland,
wo Tourismus und grüne Berufe eine größere Rolle spielen, geht die
Arbeitslosenzahl daher deutlicher zurück als in anderen Städten und Landkreisen
des Agenturbezirks. Im Friesland sank sie um 7,8 Prozent, im Ammerland sogar um
11,5 Prozent.“

Wir haben insgesamt eine gute, stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt“, so Müller
weiter. “Im ersten Quartal des Jahres haben wir knapp 5.500 Stellenmeldungen von
Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern erhalten, das sind fast 950 Stellen mehr als im
ersten Quartal 2021. Wir unterstützen Betriebe wie Arbeitssuchende, damit
Arbeitsverhältnisse geschlossen und freie Stellen besetzt werden. Dabei können wir
auch mit der richtigen Weiterbildung dafür sorgen, dass Kandidatinnen und
Kandidaten fehlende Qualifikationen erwerben.“

Weitere 63 Unternehmen zeigen Kurzarbeit an
Im März 2022 wurden für weitere 1.137 Arbeitsnehmerinnen und Arbeitsnehmer nach
vorläufig geprüften Anzeigen eine Kurzarbeit angezeigt.
Von April 2021 bis März 2022 gab es insgesamt 1.448 Anzeigen von Betrieben für
18.858 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Im selben Zeitraum vor einem Jahr (April 2020 bis März 2021) waren es noch 10.886
Anzeigen für 148.104 Menschen.

Die Anzeigen stellen Unternehmen häufig vorsorglich und für mehrere Monate, um
im laufenden Geschäftsbetrieb flexibel agieren zu können. Erst mit einer
Zeitverzögerung lässt sich sagen, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich in
Kurzarbeit waren. Dabei gehen einerseits erstmals Anzeigen von Betrieben ein, die
bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten. Andererseits können Betriebe erneut
betroffen sein: Musste seit einer ersten Anzeige Kurzarbeit für mindestens 3 Monate
nicht umgesetzt werden, bedarf es einer erneuten Anzeige bei der zuständigen
Agentur für Arbeit.

Übrigens: Die Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld wurden vom Gesetzgeber
nun bis zum 30.06.2022 verlängert. Zur Gesetzesänderung gehört der erleichterte
Zugang zum Kurzarbeitergeld, der Anspruch auf erhöhte Leistungssätze sowie die
Hinzuverdienstmöglichkeiten während der Kurzarbeit.

Die wichtigsten Informationen zum Kurzarbeitergeld und zur Qualifizierung während
Kurzarbeit sind auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt:
Corona-Virus: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld

Zahl der Unterbeschäftigten
Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aufweist,
die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder die
erkrankt sind, umfasste im März nach vorläufigen Angaben 30.888 Frauen und
Männer. Das sind 869 Personen oder 2,7 Prozent weniger als im Vormonat. Im
Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Wert um 13,2 Prozent bzw. 4.707 Personen
zurückgegangen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch III /
Arbeitslosengeld I) zeigt sich in diesem Monat ein Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im
Berichtsmonat März sind 8.268 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 618
Personen oder 7,0 Prozent weniger als im Februar. Vergleicht man diese mit dem
Vorjahreswert, ist die Arbeitslosigkeit um 2.389 Personen bzw. 22,4 Prozent
gesunken.

Die Jobcenter betreuen Menschen in der steuerfinanzierten Grundsicherung nach
dem Sozialgesetzbuch II (Auszahlung von Arbeitslosengeld II). In den sieben
Jobcentern im Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um
220 auf 14.423 Personen nach unten, das sind 1,5 Prozent weniger als im Februar. 
Im März 2022 sind in den Jobcentern 1.985 Personen bzw. 12,1 Prozent weniger
arbeitslos gemeldet als im März vor einem Jahr.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Im dritten Monat des Jahres 2022 waren 9.972 Frauen und 12.719 Männer arbeitslos
gemeldet. Damit ist die Anzahl der arbeitslosen Frauen um 341, die der arbeitslosen
Männer um 497 Personen gegenüber dem Vormonat gesunken.
Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist ebenso leicht gesunken: Sie ist um 27
Personen niedriger als im vorherigen Monat und liegt bei 2.053 Personen; das
entspricht einem Minus von 1,3 Prozent.
Bei den Bürgerinnen und Bürgern über 55 Jahren sind 254 Personen oder 4,1 Prozent
weniger arbeitslos als im zweiten Monat des Jahres 2022, es sind 5.870 Personen.

Im März 2022 gab es 8.618 langzeitarbeitslose Bürgerinnen und Bürger, 131
Personen oder 1,5 Prozent weniger als im Februar und 1.619 bzw. 15,8 Prozent
weniger als im März 2021.
Auch ganz besonders für diese Personen gilt: Die Arbeitsagentur Oldenburg-
Wilhelmshaven unterstützt die Menschen mit der Beratung und auch mit
Weiterbildungsangeboten. Die individuellen Möglichkeiten zu Förderungen der
beruflichen Weiterbildung helfen aus der Arbeitslosigkeit oder geben Unterstützung
in der beruflichen Neuorientierung.

Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen – mehr Stellen als im Vorjahr
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber melden im März im Agenturbezirk 1.710 neue
Stellen zur Besetzung, das sind 393 neue Stellenmeldungen weniger als im Monat
Februar aber 201 Stellen (bzw. 13,3 Prozent) mehr als im März vor einem Jahr.
Insgesamt sind im März 8.777 offene Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit
Oldenburg - Wilhelmshaven, 0,2 Prozent oder 17 Stellen mehr als vor einem Monat
und 1.821 Stellen oder 26,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt
Heute legt die Arbeitsagentur zum ersten Mal Zahlen zum aktuellen
Ausbildungsmarkt vor.

Seit Oktober 2021 wird gezählt: Bis zum März haben die Arbeitgeberinnen und
Arbeitgeber dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven 4.981 freie Ausbildungsstellen gemeldet, gegenüber dem Vorjahr sind das 447 bzw. 9,9 Prozent mehr. Davon sind noch 3.334 Stellen zu besetzen.

3.836 junge Leute haben sich bislang bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur als
Bewerber für den Ausbildungsstart im Herbst registrieren lassen, 340 Personen oder
8,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Knapp 2.500 von ihnen sind noch auf Ausbildungsstellensuche.

„Jugendliche sollten ihre Ausbildungsplatzsuche jetzt beherzt angehen“, rät der
Agenturchef. Die Bundesagentur für Arbeit bietet dafür zahlreiche Online-Angebote inklusive dem Selbsterkundungstool „Check U“.

„Viele Informationen findet man online, und wir sind auch weiterhin mit unserer
Beratungsdienstleistung für junge Leute da. Unsere Berufsberatung steht
telefonisch, per Videotelefonie oder persönlich für Beratungsgespräche zur
Verfügung.“

Eine Terminvereinbarung kann online erfolgen oder telefonisch über die
Servicehotline unter 0800 4 5555 00. Wichtig: den Wunsch „Telefonberatung bei der
Berufsberatung“ ausdrücklich angeben. Die Berufsberatung ruft dann
schnellstmöglich zurück.

Ihre offenen Ausbildungsstellen können Arbeitgeber unter der kostenlosen
Rufnummer 0800 4 5555 20 beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service von
Arbeitsagentur und Jobcentern melden.

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