30.06.2022 | Presseinfo Nr. 29

Der Arbeitsmarkt im Juni 2022

- Arbeitslosigkeit steigt in saisontypischem Umfang
- Nachfrage nach Personal weiter groß: Unternehmen suchen Fachkräfte
- Agentur für Arbeit rät: Jetzt nach Ausbildungsstellen schauen!

Arbeitslosenzahl: 22.824 Arbeitslosenquote (Vorjahr): 5,5% (5,9%)
Veränd. ./. Vormonat: +901/ +4,1% Stellenzugang (Veränd. ./. Vorjahr) 1.715 (-18,4%)
Veränd. ./. Vorjahr: -1.604/-6,6% Stellenbestand (Veränd. ./. Vorjahr) 9.281 (+18,5%)

Im Juni 2022 gab es 22.824 arbeitslose Personen im Bezirk der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, liegt damit bei 5,5 Prozent.

Waren im Mai 2022 noch 21.923 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet sind es im Juni 2022 genau 901 Personen bzw. 4,1 Prozent mehr. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 6,6 Prozent bzw. 1.604 Personen gesunken.

„Im Monat Juni gab es einen saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.
„Die ersten zukünftigen Neugesellinnen und -gesellen, die ihre Ausbildung in diesen und den kommenden Wochen abschließen, melden sich nun arbeitssuchend oder arbeitslos. Auch die Meldungen der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer, welche seit dem 01.06.2022 von den Jobcentern betreut werden, kommen dazu.“

Auf der anderen Seite steht eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Vor allem Fachkräfte werden in den Unternehmen der Region dringend gesucht.
Seit Beginn des Jahres wurden über 10.700 Stellen in der Region gemeldet.

Zahl der Unterbeschäftigten
Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aufweist, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder die erkrankt sind, umfasste im Juni nach vorläufigen Angaben 30.924 Frauen und Männer. Das sind 1.026 Personen oder 3,4 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Wert um 6,5 Prozent bzw. 2.145 Personen zurückgegangen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) zeigt sich in diesem Monat ebenfalls ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Berichtsmonat Juni sind 7.647 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 52 Personen oder 0,7 Prozent mehr als im Mai. Vergleicht man diese mit dem Vorjahreswert, ist die Arbeitslosigkeit um 854 Personen bzw. 10 Prozent gesunken.

Die Jobcenter betreuen Menschen in der steuerfinanzierten Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II (Auszahlung von Arbeitslosengeld II). In den sieben Jobcentern im Agenturbezirks gab es im Juni 849 gemeldete Personen mehr: 15.177 Personen. Im Juni 2022 sind in den Jobcentern 750 Personen bzw. 4,7 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als im Juni vor einem Jahr.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Im sechsten Monat des Jahres 2022 waren 10.500 Frauen und 12.324 Männer arbeitslos gemeldet. Damit ist die Anzahl der arbeitslosen Frauen um 745, die der arbeitslosen Männer um 156 Personen gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist -wenn auch leicht- ebenso gestiegen:
Sie ist um 55 Personen höher als im vorherigen Monat und liegt bei 1.988 Personen; das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent.

Bei den Bürgerinnen und Bürgern über 55 Jahren sind 188 Personen oder 3,3 Prozent mehr arbeitslos als im fünften Monat des Jahres 2022, es sind 5.869 Personen.

Im Juni 2022 gab es 8.212 langzeitarbeitslose Bürgerinnen und Bürger, 120 Personen oder 1,4 Prozent weniger als im Mai und 1.952 bzw. 19,2 Prozent weniger als im Juni 2021. Auch ganz besonders für diese Personen gilt: Die Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven und die Jobcenter unterstützen die Menschen mit der Beratung und auch mit Weiterbildungsangeboten. Die individuellen Möglichkeiten zu Förderungen der beruflichen Weiterbildung helfen aus der Arbeitslosigkeit oder geben Unterstützung in der beruflichen Neuorientierung.

Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen – mehr Stellen als im Vorjahr
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber melden im Juni im Agenturbezirk 1.715 neue Stellen zur Besetzung, das sind 112 neue Stellenmeldungen mehr als im Monat Mai und 387 Stellen (bzw. 18,4 Prozent) weniger als im Juni vor einem Jahr.
Insgesamt sind im Juni 9.281 offene Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit Oldenburg - Wilhelmshaven, 1,7 Prozent oder 157 Stellen mehr als vor einem Monat und 1.448 Stellen oder 18,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Arbeitsmarkt im Kontext Flucht und Migration (Ukraine)
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine führt auch hierzulande zu Veränderungen an vielen Stellen.

Für den Arbeitsmarkt stellt sich die Situation wie folgt dar:
Aktuell werden 2.121 Ukrainerinnen und Ukrainer in den Jobcentern und der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven betreut, das sind 1.799 mehr als im letzten Monat und 2.014 Personen mehr als vor einem Jahr.

Fast alle werden im Rechtskreis SGB II betreut: Seit dem 1. Juni sind sie vom Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) in die Grundsicherung (SGB II) gewechselt.
Der Anteil der Ukrainerinnen und Ukrainern an den gemeldeten erwerbsfähigen Personen im Agenturbezirk insgesamt liegt bei 3,9 Prozent, im SGB II liegt der Anteil bei 5,1 Prozent.

1.561 Personen aus der Ukraine stehen dem Arbeitsmarkt zurzeit grundsätzlich zur Verfügung, sind also arbeitsuchend. Darunter arbeitslos sind 1.004 Ukrainerinnen und Ukrainer.

Zum Vormonat lässt sich für die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB II eine Veränderung um 5,9% verzeichnen: Die Zugänge in Arbeitslosigkeit in diesem Rechtskreis liegen bei 3.490 Personen. Davon sind 28,7% Ukrainerinnen und Ukrainer.

Ausbildungsmarkt
Seit Oktober 2021 wird gezählt: Bis Juni haben die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven 5.494 freie Ausbildungsstellen gemeldet, gegenüber dem Vorjahr sind das 475 bzw. 9,5 Prozent mehr. Davon sind noch 2.891 Stellen zu besetzen.

4.639 junge Leute haben sich bislang bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur als Bewerber für den Ausbildungsstart im Sommer/Herbst registrieren lassen, 310 Personen oder 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.984 von ihnen sind noch auf Ausbildungsstellensuche.

„In fast allen Ausbildungsberufen gibt es noch freie Ausbildungsplätze. Jetzt heißt es:
Ausbildungssuche angehen!“, rät der Agenturchef. „Unsere Berufsberatung steht dafür persönlich, per Videotelefonie oder telefonisch für Beratungsgespräche zur Verfügung. Viele Informationen findet man außerdem auch online.“

Die Bundesagentur für Arbeit bietet für die Suche zahlreiche Online-Angebote inklusive dem Selbsterkundungstool „Check U“.

Unter dem #Ausbildungsklarmachen vereint sie außerdem viele Angebote und Informationsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern: https://www.arbeitsagentur.de/k/ausbildungklarmachen

Eine Terminvereinbarung kann genau dort online erfolgen oder telefonisch über die Servicehotline unter 0800 4 5555 00.
Ihre offenen Ausbildungsstellen können Arbeitgeber unter der kostenlosen Rufnummer 0800 4 5555 20 beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern melden.

PresseMarketing der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven

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