01.12.2020 | Presseinfo Nr. 46

Der Arbeitsmarkt im Monat November 2020

- Arbeitslosigkeit im November geringfügig zurückgegangen
- Deutlich mehr Menschen arbeitslos als im November des Vorjahres
- Arbeitslosenquote bei 5,9 Prozent
- Stellenmeldungen im November weiterhin stabil/Stellenbestand deutlich über Vorjahr
- Mehr Anzeigen über Kurzarbeit erwartet

 

„Welche Auswirkungen die aktuellen politischen Entscheidungen auf den regionalen Arbeitsmarkt haben werden, ist offen“, blickte Arbeitsagenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg voraus. „Über die Sommermonate gab es erste Zeichen einer leichten Aufwärtsbewegung. Wir haben weniger Arbeitslosmeldungen registriert, Kurzarbeitergeld wurde nicht mehr so in Anspruch genommen wie zunächst befürchtet und wir verzeichneten vermehrte Stellenmeldungen. Als eine Unterstützung wurden u.a. die vereinfachten Zugangsvoraussetzungen zum Kurzarbeitergeld kürzlich bis 31.12.2021 verlängert.

Die Agentur für Arbeit Oschatz ist auf die Situation vorbereitet. Für Leistungsanträge und weitere Anliegen steht ein erweitertes Online-Angebot zur Verfügung. Die bekannten Hotlines sind geschaltet und können weiterhin genutzt werden.“

Bereits seit März nutzten viele Betriebe die angepassten Regelungen zum Kurzarbeitergeld. „Es wurde deutlich weniger Kurzarbeitergeld abgerechnet als zuvor angezeigt und die Inanspruchnahme ist im Trend rückläufig“, erklärte Cordula Hartrampf-Hirschberg. Rund 40 Prozent der Unternehmen hatten seit März Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur Oschatz angezeigt. Allein für den Monat April wurde für rund 38.000 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Zur Abrechnung des verauslagten Kurzarbeitergeldes haben Unternehmen drei Monate Zeit. So haben im April rund 3.500 Betriebe für 19.600 Arbeitnehmer die Leistung abgerechnet. Bis Juli ist die Inanspruchnahme nach vorläufigen Auswertungen auf rund 9.000 Arbeitnehmer zurückgegangen. Zum Jahresende hin rechnet die Arbeitsagentur wieder mit mehr Kurzarbeit.

Im Bereich des Jobcenter Nordsachsen waren im November 4.419 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich sind das 75 arbeitslose Menschen mehr als im Monat zuvor. Ricardo Donat, Geschäftsführer des Jobcenter Nordsachsen stellt klar: „Die aktuelle Situation durch die Corona-Pandemie stellt uns alle vor Herausforderungen. Die neue kostenfreie Service-Hotline (Telefon 0800 4 5555 21) unterstützt (Solo-)Selbstständige. Geschulte Jobcenter-Mitarbeiter/-innen beantworten gern Fragen zur Grundsicherung und informieren über Unterstützungsangebote des Bundes und der Länder. Weitere Informationen gibt es auch unter https://www.landkreis-nordsachsen.de/jc-informationen.html. Wir helfen schnell und direkt.“

Insgesamt waren im November 14.272 Personen bei den Dienststellen der Agentur für Arbeit und den beiden Jobcentern der Landkreise Leipzig und Nordsachsen arbeitslos gemeldet. Das sind 50 Personen bzw. 0,1 Prozent weniger als im Vormonat.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um 1.790 Personen bzw. 14,3 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ging im November geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent zurück. Vor einem Jahr verzeichnete der Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent.

Im November meldeten sich 892 Personen nach einem Beschäftigungsende arbeitslos. Das sind 77 Arbeitslosmeldungen bzw. 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr.   

881 zuvor Arbeitslose konnten im November eine neue Beschäftigung aufnehmen. Das sind 104 Arbeitsaufnahmen bzw. 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Unternehmen meldeten im November 739 Stellen an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 89 Stellenzugänge weniger als im Oktober bzw. 89 Stellenzugänge mehr als im Vorjahr. Der Großteil der neuen Stellenangebote kam aus der Zeitarbeit (210 Stellen), der Industrie (118), dem Handel (83), dem Bereich Gesundheit/Soziales (70), dem Bau (51) und der Logistik (39)

Der aktuelle Stellenbestand hat sich im November leicht erhöht. Ende des Monats standen insgesamt 4.199 Stellen (plus 93 Stellen zum Vormonat) für die Besetzung zur Verfügung. Das sind 718 Stellen bzw. ein Fünftel mehr als im Vorjahr. 

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen

Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildungen sowie arbeitslos gemeldete Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, einbezogen werden. Im November lag die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk bei 18.176 Personen. Das sind 233 Personen bzw. 1,3 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ist die Unterbeschäftigung um 834 Personen gestiegen. Die Unterbeschäftigungsquote lag im November bei 7,5 Prozent (Vorjahr 7,1 Prozent).

Landkreis Nordsachsen

Im Landkreis Nordsachsen ist die Arbeitslosigkeit im November leicht um 39 Personen bzw. 0,6 Prozent auf 7.104 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 1.010 Personen bzw. 16,6 Prozent zu.

Die Arbeitslosenquote blieb im November unverändert bei 6,7 Prozent und lag damit um 1,0 Prozentpunkte über der Vorjahresquote.   

Von den insgesamt 7.104 arbeitslos registrierten Personen wurden 2.685 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (minus 36 Personen zum Vormonat) und weitere 4.419 Personen vom Jobcenter (plus 75) betreut. Das Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

431 Frauen und Männer konnten im November ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind 41 Personen bzw. 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr.  

Insgesamt 408 Personen mussten sich im aktuellen Monat nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das sind 50 Arbeitslosmeldungen bzw. 10,9 Prozent weniger als im November des Vorjahres. Für weitere 79 Personen endete eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

398 neue Stellen meldeten die Unternehmen im November dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 59 Stellenzugänge bzw. 17,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildungen sowie arbeitslos gemeldete Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, einbezogen werden. Im November lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Nordsachsen bei 8.605 Personen. Das sind 85 Personen weniger als im Oktober bzw. 334 Personen mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im November bei 8,0 Prozent (Vorjahr 7,6 Prozent).

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im November nahezu unverändert geblieben. Ende des Monats erhielten insgesamt 8.814 Menschen (minus acht Personen) in 6.988 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 552 Personen bzw. 5,9 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 2.418 Personen erhielten im November Sozialgeld vom Jobcenter.

Landkreis Leipzig

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Leipzig ist im November um 89 Personen bzw. 1,2 Prozent auf 7.168 Personen zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um 780 Personen bzw. 12,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote blieb im November unverändert bei 5,4 Prozent (Vorjahr 4,7 Prozent) ab. 

Von den insgesamt 7.168 arbeitslos registrierten Personen wurden 2.970 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (minus 36 zum Vormonat) und weitere 4.198 Personen vom kommunalen Jobcenter (minus 53) betreut. Das kommunale Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

450 Frauen und Männer konnten im November ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind 63 Personen bzw. 16,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für weitere 43 Personen begann eine Tätigkeit im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes.

Insgesamt 484 Personen mussten sich im gleichen Zeitraum nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das sind 27 Arbeitslosmeldungen bzw. 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Für weitere 129 Personen endete eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

341 neue Stellen meldeten die Unternehmen im November dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zur Besetzung. Das sind 30 Stellen bzw. 9,6 Prozent mehr als im Vorjahr.  

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildungen sowie arbeitslos gemeldete Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, einbezogen werden. Im November lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Leipzig bei 9.571 Personen. Das sind 148 Personen weniger als im Oktober bzw. 500 Personen mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im November bei 7,0 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent).

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im November um 128 Personen bzw. 1,3 Prozent zurückgegangen. Ende des Monats erhielten insgesamt 9.962 Menschen in 8.125 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 477 Personen bzw. 4,6 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 2.960 Personen erhielten im November Sozialgeld vom Jobcenter.