30.10.2020 | Presseinfo Nr. 44

Der Ausbildungsmarkt im Berichtsjahr 2019/2020

- Bewerberzahl stabil
- Lehrstellenangebot rückläufig
- Weiterführende Schulen bzw. Studium beliebt
- Angebote der Agentur: Nachvermittlung und ausbildungsbegleitende Hilfen

„Die Corona-Pandemie hat bislang keine tiefgreifenden Spuren am regionalen Ausbildungsmarkt hinterlassen. Die Bewerberzahl ist stabil geblieben und die Zahl der Lehrstellen ist angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht signifikant zurückgegangen“, erklärte Christian Rasmussen, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Oschatz. Seit Mitte März 2020 waren bei Berufswahl, Beratung und Lehrvertragsabschluss neue Wege gefragt. „Die Jugendlichen, die Betriebe und unsere Berufsberater/-innen haben sich schnell auf die neue Situation eingestellt. Das war wichtig und wird auch in den kommenden Monaten wichtig bleiben“, bedankte sich Christian Rasmussen.

Insgesamt 2.305 Jugendliche hatten sich im Zeitraum 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 als Bewerber um eine Berufsausbildungsstelle bei der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter Nordsachsen sowie dem Kommunalen Jobcenter des Landkreises Leipzig gemeldet. Das sind 13 Bewerber bzw. 0,6 Prozent mehr als ein Jahr vor.

Rückläufig war dagegen die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen. So wurden für das aktuelle Ausbildungsjahr insgesamt 1.759 betriebliche Stellen* an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter Nordsachsen gemeldet. Das sind 165 Stellen bzw. 8,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Ende September blieben insgesamt noch 245 Lehrstellen (Vorjahr 114) unbesetzt. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,3 Bewerber (Vorjahr 1,2). Bis zum 30. September meldeten sich 1.440 Mädchen und Jungen in eine Berufsausbildung ab. Das sind mehr als 60 Prozent aller gemeldeten Bewerber. Weitere 290 Bewerber entschieden sich für ein Studium bzw. einen weiteren Schulbesuch. Bei insgesamt 379 Jugendlichen lagen keine näheren Angaben zum Verbleib vor. Ende September galten insgesamt 114 Bewerber als unversorgt (Vorjahr 106).  „Mit dem 30. September ist das Berufsberatungsjahr faktisch zu Ende, nicht aber die Aktivitäten unserer Berufsberatung zur Nachvermittlung“, wirbt Christian Rasmussen. „Wir können Ausbildungsalternativen wie die Einstiegsqualifizierung anbieten, um so das kommende Ausbildungsjahr vorzubereiten. In Einzelfällen ist auch jetzt der Ausbildungseinstieg oder Umstieg noch möglich. Und auch während der Ausbildung kann sich der Weg zum Berufsberater lohnen. Wenn es in der Theorie nicht so läuft wie geplant, bieten wir ausbildungsbegleitende Hilfen an – eine Art Stützunterricht, der weder Betrieb noch Lehrling etwas kostet, aber entscheidend für den Ausbildungserfolg sein kann.“

Regionaler Überblick*

In der Region Oschatz meldeten sich bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Nordsachsen im abgelaufenen Berichtsjahr 212 Bewerber für einen Ausbildungsplatz. Das sind 18 Bewerber bzw. 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Demgegenüber standen insgesamt 210 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze. Das sind 19 Ausbildungsplätze bzw. 8,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,0 Bewerber (Vorjahr 1,0).

In der Region Torgau meldeten sich bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Nordsachsen im abgelaufenen Berichtsjahr 329 Bewerber für einen Ausbildungsplatz. Das sind 48 Bewerber bzw. 17,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Demgegenüber standen insgesamt 233 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze. Das sind 24 Ausbildungsplätze bzw. 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,3 Bewerber (Vorjahr 1,2).

In der Region Delitzsch/Eilenburg ist die Zahl der gemeldeten Bewerber um 19 Jugendliche bzw. 3,2 Prozent auf 622 Jugendliche gestiegen. Demgegenüber standen insgesamt 382 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze. Das sind 130 Ausbildungsplätze bzw. ein Viertel weniger als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,6 Bewerber (Vorjahr 1,2). Der Stellenrückgang betraf zum Großteil den Logistikbereich.

504 Bewerber hatten in der Region Grimma/Wurzen die Agentur für Arbeit bzw. das kommunale Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Das sind 42 Jugendliche bzw. 7,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 397 betriebliche Ausbildungsstellen akquirierten die Agenturmitarbeiter bzw. wurden von den Unternehmen beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 33 Ausbildungsplätze bzw. 7,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,3 Bewerber (Vorjahr 1,3).

638 Bewerber hatten in der Region Borna die Agentur für Arbeit bzw. das kommunale Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Das sind sechs Jugendliche bzw. 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. 514 betriebliche Ausbildungsstellen akquirierten die Agenturmitarbeiter bzw. wurden von den Unternehmen beim  Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind sechs Ausbildungsplätze bzw. 1,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,2 Bewerber (Vorjahr 1,2).

* Bewerberdaten aus den IT-Systemen der Agentur für Arbeit und der zugelassenen kommunalen Grundsicherungsträger. Daten zu den Ausbildungsstellen stammen ausschließlich aus dem ITSystem der Agentur für Arbeit.