05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Jahresbilanz 2020 und der Arbeitsmarkt im Monat Dezember 2020

- Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2020 bei 14.503 Personen bzw. 
  einer Durchschnittsquote von 6,0 Prozent
- Arbeitslosmeldungen im Jahresverlauf 2020 leicht unter Vorjahr
- Leichter saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember um 1,7 Prozent auf
  14.515 Personen
- Arbeitslosenquote aktuell bei 6,1 Prozent
- Rückgang im Dezember bei Stellenmeldungen
- Kurzarbeitergeld trägt weiterhin zur Entlastung bei

Jahresentwicklung 2020 und Ausblick:

„2020 war auch für den Arbeitsmarkt ein außergewöhnliches Jahr. Aus dem Stand heraus waren im April deutlich mehr Menschen in Kurzarbeit als arbeitslos. Über die Sommermonate gab es einen vermehrten Personalbedarf der Unternehmen, ehe es am Jahresende zu einem erneuten Lockdown kam. Dementsprechend hat die Arbeitsagentur ihr Serviceangebot im Jahresverlauf immer wieder flexibel auf die neuen Anforderungen ausgerichtet. Die zügige Leistungsgewährung beispielsweise war durchgängig sichergestellt“, schätzte Arbeitsagenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg in ihrer Jahresbetrachtung ein.

Im Jahresdurchschnitt 2020 nahm die Arbeitslosigkeit um 1.166 Personen bzw. 8,7 Prozent auf 14.503 Personen zu. „Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr bei 6,0 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent). Dabei mussten sich im gesamten Jahresverlauf nur unwesentlich mehr Menschen nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden als im coronafreien Jahr 2019. Allerdings ging die Zahl der Arbeitsaufnahmen um knapp zehn Prozent zurück“, zog Cordula Hartrampf-Hirschberg Bilanz.

Die Agenturchefin rechnet mit einem Jahr 2021 voller Herausforderungen. „Rasche Entscheidungen über Leistungsansprüche und Absicherung unserer Erreichbarkeit haben derzeit Priorität. Vor allem die verschiedenen Online-Angebote sparen unseren Kundinnen und Kunden Zeit, Aufwand und Geld. Ich bin mir sicher, dass wir in Kürze wieder spürbare Personalbedarfe abdecken können und dass die Weiterbildungsmöglichkeiten zunehmen. Darauf sind wir vorbereitet.“

2020 war eines der herausforderndsten und gleichzeitig ereignisreichsten Jahre, welches uns allen beruflich als auch privat viel abverlangt hat. Die Arbeitslosigkeit im Betreuungsbereich des Jobcenter Nordsachsen ist im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,7 Prozent bzw. 352 Personen gestiegen. Insbesondere ist die Zahl der der arbeitslosen Jüngeren im Alter von 15 bis unter 25 Jahren um 12,5 Prozent sowie die der Langzeitarbeitslosen um 28,1 Prozent (583 Personen) gestiegen. Trotz des coronabedingten Anstieges der Arbeitslosenzahlen sieht der Leiter in der Geschäftsführungsebene des Jobcenter Nordsachsen, Mark Gäbelein, zuversichtlich in das neue Jahr. „Unsere Priorität liegt in der zügigen Zahlbarmachung von Leistungen, um Existenzen zu sichern. Uns ist es aber ebenso wichtig, die Menschen wieder zu qualifizieren und in Arbeit und Ausbildung zu bringen. Dass der Bedarf an Personal in der Region nach wie vor hoch ist, zeigt ein Blick auf die gemeldeten Stellen“, so Mark Gäbelein.

Der Arbeitsmarkt im Dezember 2020:

„Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember gegenüber dem Vormonat saisonal bedingt gestiegen“, erklärte Agenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg in ihrer monatlichen Arbeitsmarkteinschätzung. Durch die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld lag die Zahl der Arbeitslosmeldungen nach einem Beschäftigungsende im Dezember sogar unter der des Vorjahres. Für den Januar rechnet die Agenturchefin mit einem deutlichen Anstieg.

Insgesamt waren im Dezember 14.515 Personen bei den Dienststellen der Agentur für Arbeit und den beiden Jobcentern der Landkreise Leipzig und Nordsachsen arbeitslos gemeldet. Das sind 243 Personen bzw. 1,7 Prozent mehr als im Vormonat.

Gegenüber dem Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 1.656 Personen bzw. 12,9 Prozent zu.

Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr verzeichnete der Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent.

615 zuvor Arbeitslose konnten im Dezember eine neue Beschäftigung aufnehmen. Das sind 32 Arbeitsaufnahmen bzw. 4,9 Prozent weniger als im Dezember 2019. Insgesamt 876 Personen meldeten sich im Dezember nach einem Beschäftigungsende arbeitslos. Das sind 85 Arbeitslosmeldungen bzw. 8,8 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Die Zahl der neuen Stellenofferten ging im Dezember deutlich zurück und erreichte das Niveau des Vorjahres. 554 neue Stellen meldeten die Unternehmen in diesem Monat an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 185 Stellenzugänge weniger als im November. Der Großteil der neuen Stellenangebote kam aus der Zeitarbeit (158 Stellen), dem Handel (73), dem Bereich Gesundheit/Soziales (66), dem verarbeitenden Gewerbe (55) und dem Bau (43). Der aktuelle Stellenbestand ging im Dezember um 53 auf 4.146 Stellen zurück. Ende des Monats standen insgesamt 811 Stellen bzw. ein Viertel mehr Stellen für die Besetzung zur Verfügung als im Vorjahr.

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog.  Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im Dezember lag die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk bei 18.260 Personen. Das sind 71 Personen mehr als im November bzw. 846 Personen mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Dezember unverändert bei 7,5 Prozent (Vorjahr 7,1 Prozent).

Landkreis Nordsachsen

Im Jahresdurchschnitt 2020 stieg die Arbeitslosigkeit im Landkreis Nordsachsen um 515 Personen bzw. 7,8 Prozent auf 7.128 Personen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr bei 6,7 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent).

Im Monat Dezember stieg die Arbeitslosigkeit geringfügig um 41 Personen bzw. 0,6 Prozent auf 7.145 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 900 Personen bzw. 14,4 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote blieb im Dezember unverändert bei 6,7 Prozent und lag damit um 0,9 Prozentpunkte über der Vorjahresquote.

Von den insgesamt 7.145 arbeitslos registrierten Personen wurden 2.727 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (plus 42 Personen zum Vormonat) und weitere 4.418 Personen vom Jobcenter (minus eins) betreut. Das Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

289 Frauen und Männer konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind 19 Arbeitsaufnahmen bzw. 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt 400 Personen mussten sich im aktuellen Monat nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das sind 66 Personen bzw. 14,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Für weitere 14 Personen endete im Dezember eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

321 neue Stellen meldeten die Unternehmen im Dezember dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 28 Stellen bzw. 8,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Großteil der neuen Stellenofferten entfiel auf die Zeitarbeit (113 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (36), das verarbeitende Gewerbe (32), den Handel (23) und den Bau (22).

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im Dezember lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Nordsachsen bei 8.605 Personen. Das sind zehn Personen weniger als im November bzw. 266 Personen mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Dezember bei 8,0 Prozent (Vorjahr 7,7 Prozent).

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II blieb im Dezember nahezu unverändert (plus 16 Personen). Ende des Monats erhielten insgesamt 8.819 Menschen in 6.979 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 411 Personen bzw. 4,5 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 2.433 Personen erhielten im Dezember Sozialgeld vom Jobcenter.

Landkreis Leipzig

Im Jahresdurchschnitt 2020 ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Leipzig um 651 Personen bzw. 9,7 Prozent auf 7.375 Personen gestiegen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr bei 5,5 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent).

Im Monat Dezember stieg die Arbeitslosigkeit um 202 Personen bzw. 2,8 Prozent auf 7.370 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 756 Personen bzw. 11,4 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent).

Von den insgesamt 7.370 arbeitslos registrierten Personen wurden 3.052 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (plus 82 zum Vormonat) und weitere 4.318 Personen vom kommunalen Jobcenter (plus 120) betreut. Das kommunale Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

326 Frauen und Männer konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres. Für weitere 13 Personen begann eine Tätigkeit im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes.

Insgesamt 476 Personen mussten sich im gleichen Zeitraum nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das sind 19 Arbeitslosmeldungen bzw. 3,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Für weitere 125 Personen endete eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

233 neue Stellen meldeten die Unternehmen im Dezember dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zur Besetzung. Das sind 21 Stellen bzw. 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil der neuen Stellenofferten entfiel auf den Handel (50 Stellen), die Zeitarbeit (44), das Gesundheits- und Sozialwesen (30), das verarbeitende Gewerbe (23) und den Bau (21).

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im Dezember lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Leipzig bei 9.655 Personen. Das sind 81 Personen mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Unterbeschäftigung um 580 Personen bzw. 6,4 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Dezember bei 7,1 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent).

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im Dezember geringfügig um 33 Personen bzw. 0,3 Prozent zurückgegangen. Ende des Monats erhielten insgesamt 9.950 Menschen in 8.101 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 432 Personen bzw. 4,2 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 2.973 Personen erhielten im Dezember Sozialgeld vom Jobcenter.