03.05.2022 | Presseinfo Nr. 12

Arbeitsmarktbericht April 2022

Der Arbeitsmarkt im Monat April 2022

„Rückgang in kleineren Schritten“

• Arbeitslosigkeit im April zurückgegangen und weiter deutlich unter Vorjahr
• Erneut weniger Arbeitslosmeldungen im Vorjahresvergleich
• Arbeitslosenquote bei 5,4 Prozent
• Stellenmeldungen rückläufig zum Vorjahr
• Kurzarbeit im Dezember 2021 (aktuellster Wert) erwartungsgemäß gestiegen

„Die Frühjahrsentwicklung am regionalen Arbeitsmarkt war positiv, aber in kleineren Schritten als saisonal üblich. Im April mussten sich erneut deutlich weniger Menschen nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Die Zahl der Stellenmeldungen ging im April gegenüber dem Vorjahr zurück“, erklärte Arbeitsagenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg.

Nach vorläufigen Auswertungen ist die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld zuletzt gestiegen. Rund 4.100 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhielten im Dezember 2021 (aktuellster Wert) Kurzarbeitergeld. Zwei Monate zuvor lag die Zahl der Empfänger/-innen von Kurzarbeitergeld noch auf einem Tiefstand von rund 1.800. Im April 2021 hatte deren Zahl noch bei 14.400 Leistungsbeziehern gelegen. Zur Abrechnung des verauslagten Kurzarbeitergeldes haben Unternehmen drei Monate Zeit. Für die kommenden Abrechnungsmonate rechnet die Agenturchefin wieder mit einer deutlichen Zunahme der Kurzarbeit. Im Betreuungsbereich des Jobcenter Nordsachsen hat sich die Arbeitslosigkeit im April fast nicht verändert. Gegenüber dem Vorjahr sind allerdings aktuell 362 Menschen weniger beim Jobcenter Nordsachsen arbeitslos gemeldet. Ebenso verringerte sich die Langzeitarbeitslosigkeit – darunter zählen Menschen, die bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, um 260 Personen innerhalb des letzten Jahres. „Unsere Anstrengungen und unser Engagement wird es nun weiter sein, diese Menschen gut zu begleiten und gemeinsam eine neue berufliche Perspektive zu finden,“ erklärt Nordsachsens Jobcenterchef Ricardo Donat.
Insgesamt waren im April 12.940 Personen bei den Dienststellen der Agentur für Arbeit und den beiden Jobcentern der Landkreise Leipzig und Nordsachsen arbeitslos gemeldet. Das sind 434 Personen bzw. 3,2 Prozent weniger als im Vormonat. Erstmals seit Dezember 2019 lag die Arbeitslosigkeit damit unter der Marke von 13.000 Personen. Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 2.347 Personen bzw. 15,4 Prozent
zurück. Die Arbeitslosenquote nahm im April um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent ab. Vor einem Jahr verzeichnete der Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent. 863 zuvor Arbeitslose konnten im April eine neue Beschäftigung aufnehmen. Das sind 249 Arbeitsaufnahmen bzw. rund ein Fünftel weniger als im April 2021. Insgesamt 866 Personen meldeten sich im April nach einem Beschäftigungsende arbeitslos. Das sind 114 Arbeitslosmeldungen bzw. 11,6 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der neuen Stellenofferten ging im April um 39 Stellen bzw. 5,2 Prozent zurück. Insgesamt 715 neue Stellen meldeten die Unternehmen in diesem Monat an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 224 Stellen bzw. rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. Der Großteil der neuen Stellenangebote kam aus der Zeitarbeit (139 Stellen), dem Handel (131), dem verarbeitenden Gewerbe (81), dem Bau (66), dem Bereich Gesundheit/Soziales (64), dem Gastgewerbe (40) sowie der Logistik (30). Der aktuelle Stellenbestand blieb im April nahezu unverändert (minus neun) bei 4.677 Stellen. Ende des Monats standen insgesamt 322 Stellen bzw. 7,4 Prozent mehr Stellen für die Besetzung zur Verfügung als im Vorjahr.
Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im April lag die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk bei 16.387 Personen. Das sind 244 Personen weniger als im März bzw. 1.980 Personen weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im April bei 6,7 Prozent (Vorjahr 7,5 Prozent).

Landkreis Nordsachsen
Im April ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis Nordsachsen um 124 Personen bzw. 1,9 Prozent auf 6.438 Personen zurück. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 1.068 Personen bzw. 14,2 Prozent ab und erreichte damit das Vor-Corona-Niveau von 2019. Die Arbeitslosenquote ging im April um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent zurück und lag damit um 1,1 Prozentpunkte unter der Vorjahresquote. Von den insgesamt 6.438 arbeitslos registrierten Personen wurden 2.072 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (minus 58 Personen zum Vormonat) und weitere 4.366 Personen vom Jobcenter (plus eins) betreut. Das Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. 426 Frauen und Männer konnten im April ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind 77 Arbeitsaufnahmen bzw. 15,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt 397 Personen mussten sich im aktuellen Monat nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das sind 37 Personen bzw. 9,0 Prozent weniger als im Vorjahr. 378 neue Stellen meldeten die Unternehmen im April dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 215 Stellen bzw. etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr. Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im April lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Nordsachsen bei 7.746 Personen. Das sind 121 Personen weniger als im März bzw. 1.062 Personen weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im April bei 7,2 Prozent (Vorjahr 8,2 Prozent). Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im April geringfügig um 75 Personen bzw. 0,9 Prozent gesunken. Ende des Monats erhielten insgesamt 8.003 Menschen in 6.388 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 888 Personen bzw. 10,0 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 2.169 Personen erhielten im April Sozialgeld vom Jobcenter.

Landkreis Leipzig
Im April nahm die Arbeitslosigkeit im Landkreis Leipzig um 310 Personen bzw. 4,6 Prozent auf 6.502 Personen ab. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 1.279 Personen bzw. 16,4 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote ging im April um 0,3 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent zurück (Vorjahr 5,8 Prozent). Von den insgesamt 6.502 arbeitslos registrierten Personen wurden 2.437 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (minus 95 zum Vormonat) und weitere 4.065 Personen vom kommunalen Jobcenter (minus 215) betreut. Das kommunale Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. 437 Frauen und Männer konnten im April ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind 172 Arbeitsaufnahmen bzw. 28,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Für weitere 112 Personen begann eine Tätigkeit im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes. Insgesamt 412 Personen mussten sich im gleichen Zeitraum nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das sind 73 Arbeitslosmeldungen bzw. 15,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Für weitere 38 Personen endete eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt. 337 neue Stellen meldeten die Unternehmen im April dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zur Besetzung. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres (minus neun Stellen). Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im April lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Leipzig bei 8.641 Personen. Das sind 123 Personen weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Unterbeschäftigung um 913 Personen bzw. 9,6 Prozent zurück. Die Unterbeschäftigungsquote lag im April bei 6,4 Prozent (Vorjahr 7,0 Prozent). Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im April um 149 Personen bzw. 1,4 Prozent zurückgegangen. Ende des Monats erhielten insgesamt 9.120 Menschen in 7.523 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 1.122 Personen bzw. 11,0 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 2.566 Personen erhielten im April Sozialgeld vom Jobcenter.